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Stellenbesetzung ohne Politik

Verwaltung räumt Versäumnisse ein

Ladbergen

Führende Vertreter der vier Ratsfraktionen sind alles andere als erfreut darüber, dass in der Verwaltung über die Köpfe der Politik hinweg zwei Personalentscheidungen mit Folgen für den Stellenplan getroffen wurden. Verantwortlich dafür ist wohl noch der ehemalige Bürgermeister Udo Decker-König.

Dietlind Ellerich

Die Politiker sind nicht glücklich darüber, dass in der Vergangenheit in der Gemeindeverwaltung Stellen besetzt wurden, ohne dass sie darüber informiert wurden. Foto: Dietlind Ellerich

Ihm sei die Hutschnur geplatzt, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Jens Tiemann, mit Blick auf den Stellenplan für dieses Jahr. Was er „als zweites Osterei“ beschrieb, das Alt-Bürgermeister Udo Decker-König seinem Nachfolger Torsten Buller ins Nest gelegt habe, hatte die SPD in einem Antrag an die Verwaltung ausgeführt.

Sie wies darauf hin, dass der Plan im Vergleich zum Vorjahr einen Personalmehrbedarf von 1,97 Stellen ausweise. „Laut Aussage des Bürgermeisters sind diese Stellen bereits unbefristet besetzt worden“, schreibt der Fraktionsvorsitzende Thomas Kötterheinrich. Er bedauerte, dass die Politik, die über den Stellenplan zu entscheiden habe, nicht informiert wurde, und sprach von einem Vertrauensbruch.

Auch Grünen-Sprecher Jörg Berlemann Finanz- und Wirtschaftsausschusses stellte klar, dass er „nicht erfreut“ über den Vorgang sei. CDU-Mann Reiner Aufderhaar ging davon aus, dass „so etwas nicht noch mal vorkommt“.

Es sei „maximal unglücklich“, dass der Alt-Bürgermeister nichts gesagt habe, gab Henri Eggert, Allgemeiner Vertreter des Verwaltungschefs, zu. Er machte aber auch deutlich, dass es bei der unbefristeten Besetzung einer Stelle als Elternzeitvertretung nicht darum gegangen sei, Personal aufzublähen. „Wir wollten auf Dauer vernünftiges Personal haben“, sagte Eggert. Befristete müssten immer neu eingearbeitet werden, begründete er die Entscheidung.

„Wir wollen auf der Stelle nicht zwei Personen haben“, fuhr er fort. Wenn eine Person aus der Elternzeit zurückkomme gehe eine andere in Elternzeit, und bis die Elternzeiten zu Ende seien, gingen ganz viele Personen in Rente, erläuterte Eggert, dass sich der Schaden in Zukunft in Grenzen halte.

Mit Blick auf den möglichen Wechsel der aktuell befristet angestellten Klimaschutzmanagerin zum Ende der Förderphase im März 2022 in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis wären im Stellenplan 2022 drei neue Stellen aufgeführt, so Kötterheinrich. Ungeachtet dieses Personalmehraufwands versicherte er, dass die SPD-Fraktion die Weiterbeschäftigung von Alexandra Kattmann zur Umsetzung weiterer klimaschützender Maßnahmen außerordentlich begrüße.

Die SPD setzte sich mit ihrem Antrag dafür ein, dass die nächste frei werdende Stelle innerhalb dieser Vergütungsgruppe mit dem Vermerk „kw“ (künftig wegfallend) gekennzeichnet werde. Zudem solle der Rat anschließend darüber informiert werden, um welche Stelle es sich handelt, heißt es abschließend in dem Schreiben.

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