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Bauleitplanung und PVC-Zäune

Weiterer Gesprächsbedarf in puncto ökologischer Belange

Ladbergen

Weil bei der bisherigen Aufstellung von Bebauungsplänen aus Sicht der Grünen „ökologische Belange bei Weitem nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt wurden“, hat die Fraktion einen Antrag gestellt, das zu ändern.

Derartige PVC-Geflechte sind vielen Menschen ein Dorn im Auge. Doch wie will man damit in Ladbergen künftig umgehen? Diese Frage wurde im Bauausschuss an den Rat verwiesen. Foto: Dietlind Ellerich

Dass ökologische Belange eine stärkere Berücksichtigung in der künftigen Bebauung Ladbergens spielen sollen, damit mochten sich die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses allesamt anfreunden. In welchem Umfang das allerdings geschehen soll, da gibt es noch das eine oder andere Fragezeichen. Egal ob es um die Einführung von ökologische Standards in der Bauleitplanung oder um den Umgang mit PVC-Zäunen als Einfriedung von Grundstücken geht: Beide Tagesordnungspunkte wurden an den Rat verwiesen.

Doch der Reihe nach: Weil bei der bisherigen Aufstellung von Bebauungsplänen aus Sicht der Grünen „ökologische Belange bei Weitem nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt wurden“, hat die Fraktion einen Antrag gestellt, das zu ändern. Sie spricht sich dafür aus, dass die festzulegenden Standards als eine Selbstverpflichtung der Gemeinde zu verstehen seien. Entsprechend sollten sie „bewusst über die gesetzlichen Standards hinaus“ gehen.

Die Möglichkeiten, so die Grünen, seien vielfältig. So sollte künftig schon vor der Überplanung einer Fläche ein umwelt- und artenschutzrechtliches Gutachten in Auftrag gegeben werden. Und auch innerhalb auszuweisender Flächen gebe es eine Vielzahl an Verbesserungsmöglichkeiten: angefangen von der Dachbegrünung über energetische Maßnahmen, Versiegelung von Flächen, Bepflanzungen der Gärten, Versickerung von Niederschlagwasser bis zur Straßenbeleuchtung. Die Grünen beantragen, dass die Verwaltung mögliche Standards entwickelt und hatten als Beispiel die Festsetzungen der Stadt Osnabrück genannt.

Andreas Will (FDP)

Wer das in der Verwaltung denn machen solle, fragte sich Ursula Stahl (CDU). Ihr Parteivorsitzender Dr. Markus Böertz mahnte, „mit Augenmaß an das Thema ranzugehen“. Ähnlich sah es Andreas Will (FDP), der eine ökologische Bauleitplanung zwar als „ausgesprochen gut“ ansah, sich aber auch sorgte, die Leute „nicht zu sehr einzuschränken“. Zudem sprach er einen anderen Punkt an: „Wir wissen alle, dass das erhöhte Kosten mit sich bringt.“

Thomas Kötterheinrich (SPD) sprach sich ebenfalls für eine Aufwertung ökologischer Belange aus und machte den Vorschlag, dass die Verwaltung die Kostenfrage klären solle, wenn ein externes Ingenieurbüro spezifische Standards für die künftige Bauleitplanung erarbeite. Der Ausschuss stimmte zu.

Womöglich könnte sich eine künftige Planung auch dem Thema PVC-Zäune als Grundstückeinfriedung widmen. Denn der kritischen Anmerkung von Bürgern, dass jene Plastikzäune in der Vergangenheit immer häufiger aufgestellt und das Ortsbild negativ beeinflussen würden, schlossen sich etliche Ausschussmitglieder an. Bürgermeister Torsten Buller machte den Vorschlag, eine Förderrichtlinie zu erarbeiten, die einen (finanziellen) Anreiz zur Entnahme jener Einfriedungen schaffe. Künftig könnten Festsetzungen in Bebauungsplänen das Thema vorgeben. Der Rat wird sich mit diesen Themen erneut beschäftigen.

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