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Bausachverständiger berichtet: „Wir haben immer noch massive Bewegung im Gebäude“

Wird das Feuerwehrgerätehaus zum Sanierungsfall?

Ladbergen

Klare Worte im Planungs- und Bauausschuss: Nach eingehender Prüfung der teils gravierenden Schäden am Feuerwehrgerätehaus empfiehlt der Bausachverständige, den Ursachen dafür „mit allerhöchster Priorität“ auf die Spur zu gehen. Und er stellt klar, dass die vorhandenen erheblichen Schäden auch erhebliche Kosten nach sich ziehen dürften.

Risse im Feuerwehrgerätehaus bereiten Politik und Verwaltung Kummer. Foto: Mareike Stratmann

„Ein Gebäude verschiebt sich nicht einfach so. Die Bewegungen im Feuerwehrgerätehaus sind massiv, nach wie vor gegenwärtig und sie werden auch nicht aufhören.“ Die Worte des Bausachverständigen Ansgar Rosengarten ließen die Politik am Donnerstag aufhorchen. Zwar war bekannt gewesen, dass in dem gerade mal 13 Jahre alten Gebäude an der Lengericher Straße teils bis zu ein Zentimeter breite Risse vorhanden sind. Nun allerdings ist nach der Auswertung eines sogenannten Rissfaltenmonitorings auch wissenschaftlich belegt, dass diese mal schmaler, mal breiter werden. Daher der eindringliche Appell des Experten: Wenngleich keine akute Gefahr bestehe, solle das Problem doch mit „allerhöchster Priorität“ angegangen werden – und das wird es.

So machten die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses in nicht-öffentlicher Sitzung den vom Experten vorgeschlagenen Weg dafür frei, den Gründen für die gravierenden Mängel durch die Kontrolle der Statik sowie die Untersuchung des Baugrundes auf die Spur zu kommen. „Das geschieht einerseits durch die Überprüfung der Statik-Berechnungen und andererseits durch die Inaugenscheinnahme bestimmter Detailpunkte vor Ort“, erklärte Wolfgang Pfeiffer dazu auf WN-Nachfrage am Freitagmorgen.

Man werde den Baukörper in den kommenden Wochen an einigen Stellen freilegen und sich die Bauausführungen genau ansehen, verdeutliche der Experte aus dem Bauamt, um hinterherzuschieben: „Feuerwehr und DRK werden dadurch in ihrer Arbeit aber nicht beeinträchtigt werden.“ Innerhalb der kommenden drei Monate, hofft Pfeiffer, werde man erste gesicherte Erkenntnisse vorlegen und das weitere Vorgehen beraten können.

Bürgermeister Torsten Buller ließ nach dem Vortrag Rosengartens keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Gemeinde das Problem sehr ernst nehme, daran „mit Hochdruck weiterarbeiten und es schnellstmöglich klären“ werde, bevor noch etwas passiere.

Einiges deutet darauf hin, dass die Ursache für die Bewegungen im Gebäude im Baugrund zu suchen ist, doch will sich der Bausachverständige nicht darauf festlegen lassen, ehe Mängel an der Konstruktion nicht ausgeschlossen sind. Auf Nachfrage aus dem Ausschuss machte er dennoch deutlich, dass es auch für den Fall einer Bodenproblematik eine Reihe an Sanierungsmaßnahmen gebe – beispielsweise das Einspritzen eines Kunstharzes unter die Bodenplatte. Ob diese Möglichkeit am Ende zum Tragen kommt? Achselzucken beim Experten.

Das einzige, was Ansgar Rosengarten gesichert sagen konnte: „Sie sollten im Auge behalten, dass die vorhandenen erheblichen Schäden auch erhebliche Kosten nach sich ziehen werden.“

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