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CDU will Wohnen auf kleiner Parzelle ermöglichen

Wo ist Platz für Tiny Houses?

Ladbergen

Die CDU-Fraktion möchte wissen, auf welchen Flächen im Gemeindegebiet „Tiny House“-Siedlungen und -Bebauungen entstehen können. Für die CDU-Fraktion kommen dafür vor allem gemeindeeigene Flächen wie eventuell Freiflächen und Baulücken, „die für den gewöhnlichen Wohnungsbau nicht geeignet sind“, in Betracht. Das geht aus einem entsprechenden Antrag an den Rat mit Prüfauftrag an die Verwaltung hervor.

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Ein Trend als Reaktion auf steigende Grundstücks- und Baupreise: Sogenannte Tiny Houses erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Ein fahrbarer Untersatz ist dabei nicht zwingend erforderlich. Foto: Annegret Schwegmann/Angelika Hoof/dpa

Die CDU-Fraktion möchte wissen, auf welchen Flächen im Gemeindegebiet „Tiny House“-Siedlungen und -Bebauungen entstehen können. Für die CDU-Fraktion kommen dafür vor allem gemeindeeigene Flächen wie eventuell Freiflächen und Baulücken, „die für den gewöhnlichen Wohnungsbau nicht geeignet sind“, in Betracht. Das geht aus einem entsprechenden Antrag an den Rat mit Prüfauftrag an die Verwaltung hervor. Ferner beantragt die CDU-Fraktion die Prüfung, unter welchen Bedingungen und Kriterien das Aufstellen auf privaten Grundstücken, „insbesondere der planungs- und bauordnungsrechtlichen Voraussetzungen“ möglich ist.

„Der Begriff ,Tiny House‘ soll in diesem Antrag als Oberbegriff verstanden werden, und keine Möglichkeiten ausschließen“, heißt es weiter. Gemeint seien Mini(Klein)häuser, Small Houses, Modulhäuser, Singlehäuser und vergleichbare Varianten mit oder ohne Fahrwerk.

Die Christdemokraten erhoffen sich davon offenbar Schwung für den Wohnungsmarkt. In der Antragsbegründung heißt es: „In Ladbergen fehlt es an bezahlbarem Wohnraum, insbesondere für junge Familien und junge Erwachsene. Zudem ist Wohnen in Ladbergen aufgrund der günstigen verkehrstechnischen Lage zwischen den Oberzentren Münster und Osnabrück bei jungen Berufstätigen sehr gefragt, die sich die Mietpreise in diesen Städten nicht leisten können oder wollen.“

Angesichts steigender Mietpreise und der aktuellen Wohnungssituation in Ladbergen nehme die Attraktivität dieser Wohnform zu, die in Deutschland noch in den Anfängen ist, aber immer mehr Menschen begeistert, so die CDU. Die Vorteile lägen auf der Hand: geringe Baukosten durch geringe Wohnfläche, kleine Grundstücksflächen reichen aus, geringe Unterhaltungskosten, umweltschonendes Wohnen durch sparsamen Energieverbrauch.

Vorstellbar sei, dass eine geeignete Fläche in kleine Parzellen aufgeteilt werde. Dazu würde mindestens ein ebener Stellplatz mit Strom- und Wasseranschluss benötigt. Einige dieser Minihausmodelle sind sogar energieautark und unterstützen den Trend zu ökologischem und nachhaltigem Wohnen.

Nach Meinung der CDU-Fraktion könnte eine solche Fläche zum Beispiel auf dem gemeindeeigenen Teil des Waldsee-Areals eingerichtet werden. Die Situation der gemeindeeigenen Gebäude am Waldsee sei katastrophal. „Die Gebäude sind in einem desolaten Zustand, der äußere Eindruck gleicht eher einer Verwahrlosung. Dies kann für gemeindeeigene Flächen nicht der Anspruch des Rates sein. Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben.“

Denkbar wäre auch, solche Parzellen für Minihäuser als Pachtgrundstücke im Gemeindebesitz zu behalten, um die Entwicklung beobachten und steuern zu können. Ein weiterer großer Vorteil für die Gemeinde wäre, dass sich für interessierte Menschen ein attraktiver Lebensraum gestalten lasse, ohne dass die typische Einfamilienhausbebauung mit großem Flächenverbrauch genehmigt werden muss.

„Der Trend zum Downsi-zing – ich besitze nur noch das, was ich wirklich benötige – ist jedoch nicht nur bei jüngeren Menschen zu beobachten, sondern generationsübergreifend“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Reiner Aufderhaar. Einige Senioren würden sicher gern aus ihrem großen Einfamilienhaus mit Garten und der damit verbundenen Arbeit ausziehen in ein kleineres Eigenheim. Würde ihnen das ermöglicht, stünden die freiwerdenden Häuser dann wieder dem Wohnungsmarkt zur Verfügung.

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