Zahl der Corona-Infizierten in Laer auf 38 Personen angestiegen

Alarmierende Entwicklung

Laer

Die Zahl der Corona-Infizierten ist in der Gemeinde Laer nach Ostern stark angestiegen. So hat der Kreis Steinfurt diese am Sonntag mit 38 Personen angegeben. Ein neuer Höchststand, der Bürgermeister Manfred Kluthe und den Verwaltungsvorstand alarmiert hat. Wie der Gemeindechef erklärt, gibt es keine besonderen Hotspots, vielmehr handele es sich um mehrere Familien und Einzelpersonen, die betroffen seien.

Von Sabine Niestertund

Der Anstieg der Corona-Infizierten in Laer und Holthausen Foto:

Die Zahlen steigen stetig. Eine Entwicklung, die Laers Bürgermeister Manfred Kluthe und den Verwaltungsvorstand alarmiert. Schließlich tun sie gemeinsam alles dafür, um die Anzahl der Corona-Infizierten in Laer und Holthausen herunterzudrücken. Doch in diesen Tagen will das einfach nicht gelingen. So hat der Kreis Steinfurt am Sonntag 38 Personen im Ewaldidorf registriert, die sich nachweislich angesteckt haben. Am Vortag waren es mit 29 Infizierten neun weniger. Ein Sprung, der ebenfalls beunruhigend ist und betroffen macht.

Die Frage, woran das liegt und wie er gegensteuern kann, hat sich der Verwaltungsvorstand bereits am Montagvormittag gestellt. „Es handelt sich um ein diffuses Infektionsgeschehen“, räumt der Bürgermeister im Gespräch mit dieser Zeitung ein. So seien größtenteils Familien, aber auch viele Einzelpersonen betroffen. „Gäbe es einen Hotspot, würden wir es sagen, aber der ist nicht auszumachen“, schließt der Bürgermeister einen massiven Corona-Ausbruch, beispielsweise in einer Firma, den Kindergärten, der Schule oder den Kirchen aus.

Er gehe davon aus, dass in den meisten Fällen die britische Variante vorliegt, die deutlich ansteckender sei. Das decke sich auch mit den Beobachtungen des Kreises. Schon ein kleinster Kontakt ohne Maske und die Nichteinhaltung der Abstandsregeln reiche aus, um das gesamte Umfeld anzustecken. Nicht umsonst gelte jetzt auch im Auto die Maskenpflicht für Personen aus verschiedenen Haushalten.

Nicht nur die Gemeinde, sondern auch der Kreis Steinfurt stehe unter enormen Druck, da dieser die Kontaktverfolgung betreibt. In Laer und Holthausen habe dieser gleich 105 Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt.

„Menschen aller Altersgruppen haben sich angesteckt“, gibt Kluthe zu bedenken. Nur über 80-Jährige und Kinder unter sechs Jahren seien nicht betroffen.

„Wir haben lange Ruhe und ein geringes Infektionsgeschehen gehabt“, erinnert sich der Bürgermeister an bessere Zeiten. Die letzte hohe Welle hätte die Gemeinde zwischen Weihnachten und Silvester getroffen, aber sie war längst nicht so schlimm gewesen wie die aktuelle. Vermutlich resultierten die stark angestiegenen Zahlen aus Verwandtenbesuchen zu Ostern.

Der Bürgermeister kann verstehen, dass die Menschen nach einem Jahr Pandemie frustriert, zermürbt und wütend sind. Doch das dürfe nicht dazu führen, dass sie sich nicht mehr sorgfältig an die Regeln hielten. Gerade hinsichtlich der neuen Mutanten gelten diese um so mehr.

Vom Land und Bund erwartet der Hauptverwaltungsbeamte gute Strategien, die den Kommunen ein wenig Luft verschaffen, um mit der neuen Situation besser klar zu kommen. Ein harter Lockdown könne sicherlich einiges bewirken. Zudem setze er auf vermehrte Testungen. So habe man die Zeiten im Bürger-Corona-Schnelltestzentrum in der Ewaldi-Apotheke ausgeweitet und es sei geplant, die Taktung weiter zu verdichten. Dafür würde allerdings weitere Helfer gebraucht.

Auf Dauer möchte der Bürgermeister auch mobile Möglichkeiten für Tests schaffen. So könne er sich ein Drive-In im Ortsteil Holthausen gut vorstellen.

Auch die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, die nach wie vor im Wechsel im Homeoffice oder einzeln in ihren Büros sind, könnten sich zwei mal pro Woche testen lassen.

Startseite