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Mechthild Leiwering-Hillers hat einen aktiven Wasserspender erfunden

Bronze für die „Exotin“ aus Laer

Laer

Aus eigener Erfahrung heraus erfand Weil Mechthild Leiwering-Hillers einen aktiven Wasserspender, der ihr auf der internationalen Innovationsmesse „iENA“ in Nürnberg eine Bronze-Medaille eingebracht hat. Jetzt wartet sie auf die Patentierung und die Produktion. 

Von Sabine Niestert

Mechthild Leiwering-Hillers erhielt in Nürnberg viel Aufmerksamkeit für ihren aktiven Wasserspender, dessen Funktionsweise sie anhand eines selbst gefertigten Modells aus Legosteinen erläuterte.Fotos: Burkhard Hillers Foto: Fotos: Burkhard Hillers

Läge das Patent schon vor, wäre der Wasserspender, den Mechthild Leiwering-Hillers erfunden hat, vermutlich ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Besonders für Kinder in den mittleren Jahren, die sich um die Gesundheit ihrer betagten Eltern sorgen, könnte der „smarte Gentleman“ – wie seine Erfinderin ihn liebevoll nennt – Erleichterung bringen. So erinnert „Viva Eau La“ die Menschen daran, dass sie regelmäßig etwas trinken müssen, um ihren Elektrolysehaushalt in Ordnung zu halten. Dass ist auch Mechthild Leiwering-Hillers zeitweise nicht besonders gut gelungen, obwohl ihr Seniorenalter noch in weiter Ferne liegt.

Doch als Mutter von vier aufgeweckten Söhnen im Alter von sechs bis 13 Jahren, ist sie während ihrer Elternzeit oftmals nicht zum Trinken gekommen. „Dabei weiß ich natürlich, dass das ungeheuer wichtig ist“, berichtet die Bürgerin aus Laer, die mit ihrer Erfindung die Jury der internationalen Innovationsmesse „iENA“ in Nürnberg überzeugt hat, in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Dort war die gelernte Diplom-Kauffrau Teil des Gemeinschaftsstands „Innovationen aus Deutschland“ und ist voller Freude und Stolz mit einer Bronzemedaille zurückgekehrt.

Gefühl der Anerkennung für die Idee

„Es war schon ein besonderes Gefühl der Anerkennung für mich als ‚Exotin‘ unter den vielen internationalen Ausstellern“, erinnert sich die Familienfrau an dieses ganz besondere Erlebnis, das sie mit ihrem Mann Burkhard Hillers teilen konnte.

Die Idee kam ihr ganz spontan während der Elternzeit vor zirka drei Jahren, als die Jungen noch kleiner waren. Obwohl überall Wasserflaschen herum gestanden hätten, sei sie nicht zum Trinken gekommen. „Aber, wenn mein Mann mir ein gefülltes Glas gereicht hat, habe ich es gerne genommen und ausgetrunken“, berichtet die prämierte Erfinderin, die fieberhaft überlegte, wie sie den trockenen Zustand am besten überwinden könnte. Um ihre Idee in die Tat umsetzen zu können, musste sie ein Gründerstipendium beantragen und sich selbstständig machen. „Das hat erstaunlichweise gut geklappt“, beschreibt die Entwicklerin, der zwei Wirtschaftssenioren aus Osnabrück zur Seite gestellt wurden, die erste Schritte. „Die waren technisch sehr versiert“, bewundert sie deren Talente, die bei ihr auf einem anderen Gebiet lägen.

Ohne Modell wäre es nicht gegangen

Die beiden Experten rieten ihr dringend, ein Modell zu entwickeln, um auf der Messe etwas vorweisen zu können. Dass es ohne einen solchen Prototyp nicht geht, meinte im Vorfeld auch der Moderator, dass tolle Plakate, Flyer und Demonstrationsvideos alleine nicht reichen würden. „Ich bin durchs Haus gelaufen und habe krampfhaft überlegt, was ich verwenden könnte“, erinnert sich die Mitarbeiterin des LVM, die zurzeit einen Betreuungsurlaub einlegt. Dann sei sie über die Legosteine ihrer Kinder gestolpert und habe daraus ihren „Quasi“-Prototyp gebaut. „Das war der absolute Hingucker auf der Messe und ich bin ständig darauf angesprochen worden“, freut sich die Erfinderin über den besonderen Blickfang, der ihrer Erfindung geballte Aufmerksamkeit schenkte.

Dabei handelt es sich um eine aktive Quelle, die selbst die Initiative ergreift. Diese kommt durch eine Raumüberwachung zum Einsatz, die anhand eines Bewegungssensors oder mit elektronischen Kommunikationseinrichtungen die Anwesenheit einer Person erfasst. Das Gerät weckt das Bedürfnis Wasser zu trinken, indem es selbstständig in regelmäßigen Abständen ein Glas einschenkt und einlädt, zuzugreifen. Eine Lautsprecher verstärkt das Einfüllgeräusch zusätzlich.

Patentierung und Produktion im Blick

„Die Patentanmeldung wurde weit gefasst und lässt Spielraum für eine Umsetzung der Idee. So könnte der Vorratsbehälter auch durch einen Wasseranschluss (inklusive Filter) ersetzt werden oder durch einen Aufsatz für handelsübliche Flaschen“, erklärt die frisch gebackene Unternehmerin, die einen guten Fachanwalt in Münster gefunden hat, der ihrer Erfindung gute Chancen auf eine Patentierung einräumt.

Mechthild Leiwering-Hillers würde ihre Idee gerne an ein interessiertes Unternehmen weitergeben, damit ihr Wasserspender in Produktion gehen kann. Wie sie berichtet, hat sie auf der Messe bereits zwei Studenten von der Universität Erlangen kennengelernt, die den Prototyp bauen und bei ihr ein Praktikum machen wollen.

Vielleicht wird es ja zu Ostern etwas, mit dem sinnvollen und nützlichen Geschenk für die alten Eltern, was sich natürlich auch für junge Leute eignet, die ihre Flüssigkeitszufuhr ankurbeln wollen.

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