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Neue Puffer-Einrichtung im Marienhospital für Ukraine-Flüchtlinge

Ein Glücksfall für alle Beteiligten

Laer

Das ehemalige Marienhospital ist ab sofort aufnahmebereit für bis zu 100 Flüchtlingen aus der Ukraine. Das erklärte Landrat Martin Sommer (r.) während eines Ortstermins, der mit einer Führung durch das Haus mit dem früheren Ordnungsamtsleiter Johannes Schenking (l.) verbunden war.

Von Sabine Niestertund

Jugendreferent Maximilian Kleppatz, Verbandsführer Markus Bosse, Landrat Dr. Martin Sommer und DRK-Geschäftsführer Maik Fedeler (links oben v.l.) fühlen sich für die Aufnahme von Flüchtlingen bestens gerüstet. Foto: Sabine Niestert

Dieses Mal kann auf den Sicherheitsdienst und die Zäune getrost verzichtet werden. Was in Zeiten des „Fieberlazaretts“ erforderlich war, wird für die künftige Nutzung glücklicherweise nicht gebraucht. So sollen Flüchtlinge aus der Ukraine das Marienhospital in Laer beziehen. „Es kann jeden Tag losgehen“, berichtet Landrat Dr. Martin Sommer während eines Ortstermins, der mit einem Rundgang durch das ehemalige Krankenhausgebäude verbunden ist.

Johannes Schenking führt die Gruppe durch die Räumlichkeiten, die in den vergangenen Tagen von haupt- und ehrenamtlichen Helfern des DRK-Kreisverbandes für die neue Nutzung vorbereitet worden sind. Dafür dankt der Landrat, DRK-Geschäftsführer Maik Fedeler und Verbandsführer Markus Bosse, der für den Katastrophenschutz, die Einsatzdienste und die Rotkreuzgemeinschaft zuständig ist. Die beiden haben Jugendreferent Maximilian Kleppatz mitgebracht, der sich um den Nachwuchs kümmern soll. Dabei hoffen alle auf die Unterstützung seitens der Gemeindeverwaltung, die im engen Kontakt mit den Einsatzkräften vor Ort steht.

Es geht über lange Flure, durch mehrere Zimmer, in den ersten Stock, den ehemaligen Kapellenraum, die Küche und sogar in den Keller. Das Gebäude ist größer, als es von außen erscheint und fast geradezu ideal für die Unterbringung von Familien, befinden die Besucher, die vorwiegend mit Frauen und Kindern rechnen. Für sie gibt es kleine und große Zimmer und zahlreiche Aufenthaltsräume. Auch ein mobiles Impfzentrum soll vor Ort eingerichtet werden.

„Wir können das Haus als Glücksfall ansehen“, betont der Landrat und seine Begleiter nicken bestätigend, schließlich kennen sie die Einrichtung bereits von ihren vorherigen Einsätzen. Seinen Dank richtet Martin Sommer auch an den neuen Eigentümer, der die Immobilie bis Ende Juni für die Unterbringung der Geflüchteten zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um eine Puffer-Einrichtung, die ausschließlich für die Akutunterbringung und -versorgung neu eingetroffener Ukrainer vorgesehen ist, denen die kreisangehörigen Kommunen zeitnah keine Unterkunft anbieten können. Man übernehme diese Ausgleichsfunktion, um den Städten und Gemeinden zu helfen und stehe mit dem 24 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in engem Kontakt, berichtet der Landrat, der glücklich ist, dass der Kreis ehemalige und erfahrene Kräfte reaktivieren konnte, um diese logistische Herausforderung zu meistern. Als ehemaliger Ordnungsamtsleiter des Kreises Steinfurt verfügt Johannes Schenking über vielfältige Erfahrungen. Zur Seite steht ihm Helmut Heuing, der ebenfalls Pensionär ist.

„Gemeinsam sind wir stark“, lobt DRK-Geschäftsführer Maik Fedeler die gute Zusammenarbeit mit dem Kreis Steinfurt, die sich bereits in zahlreichen anderen Krisensituationen bestens bewährt habe. Das unterstreicht der Landrat, der den Kreis und alle Beteiligten gut gerüstet sieht, um „vor die Lage“ zu kommen. Denn, wenn die Busse erst vor der Tür ständen, sei es definitiv zu spät, wissen die Helferinnen und Helfer.

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