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Landgasthaus Meis-Gratz feiert sein 150-jähriges Bestehen

Eine super Geburtstagssause

Horstmar-Leer

In der Alst versteht man es zu feiern. Das zeigte sich beim 150-jährigen Bestehen des Landgasthauses Meis-Gratz, das Familie Arning mit einem unterhaltsamen und sehr musikalischem Kommersabend im Festzelt neben dem Restaurant-Hotel feierte. Dort erlebten 250 Besucherinnen und Besucher einen tollen Abend. Am Samstag folgte dann die zweite „Meis-Gratz Swing NIght“ und am dritten und letzten Tag ein zünftiger Frühschoppen.

Von Sabine Niestertund

Die „Burgmannstädter Piper & Drums“ sorgen nicht nur für einen Musikgenuss, sondern auch für eine besondere Optik

Die Schlange der Besucherinnen und Besucher vor dem Zelt will nicht abreißen. Drinnen steht Familie Arning und nimmt die Gäste strahlend mit einem Glas Sekt in Empfang. Keine Frage, der 150. Geburtstag des Landgasthauses Meis-Gratz will gebührend gefeiert werden. „Für 150 Jahre siehst du sehr frisch aus“, scherzt einer der Gratulanten mit Monika Arning, die vor 48 Jahren mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann Franz das Restaurant-Hotel übernommen und lange als Köchin in der Küche gestanden hat. Inzwischen leitet ihr Sohn Stefan die Geschicke des kleinen Unternehmens, an seiner Seite Ehefrau Marcella und Söhnchen Titus.

„Wir sind immer ein Familienbetrieb gewesen, ohne ginge es auch gar nicht“, bekennt der Hausherr, der sich glücklich zeigt, dass er immer auf seine Mitarbeiterschaft zählen kann. Dankbar ist der Wirt auch seinen 250 Gästen – darunter die Nachbarn, Arbeits- sowie Wirtskollegen, Lieferanten, Freunde, Stammtische, Clubs, Cliquen und viele andere Gruppierungen, die ihrer Stammkneipe – idyllisch mitten in der Alst gelegen – schon seit etlichen Jahre die Treue halten. Dort haben sie schon manche gesellige, feucht-fröhliche Stunden verbracht, denn vor Ort versteht man es richtig zu feiern. Dass zeigt sich auch an diesem „Kommersabend“, der ein reichhaltiges und äußerst abwechslungsreiches Musikprogramm bietet. Als leidenschaftlicher Musiker spielt Stefan Arning gleich in mehreren musikalischen Vereinigungen als Drummer mit. So schlägt er bei „Burgmannstädter Pipes & Drums“ Horstmar die Trommel. Die gestandenen Dudelsackspieler in stilechten Schottenröcken und Dudelsackpfeifen erobern als erste Akteure das Zelt und sorgen für beste Stimmung. Später folgt die „Leerschke Blickband“, ein lockerer Zusammenschluss von Musikerinnen und Musikern (in der Formation auch Stefan Arning), die unter der Leitung von Frank Wenking drei Abba-Stücke zum Besten geben. Froh, dass sie endlich wieder vor großem Publikum auftreten dürften, zeigt sich auch Thomas Renkhoff. Der neue Dirigent der Horstmarer Stadtkapelle gesteht, dass es für ihn als Knirps immer das Höchste gewesen ist, einmal die Woche mit seinen Eltern Schnitzel bei Meis-Gratz essen zu dürfen. Beliebt auch das Heringsessen am Aschermittwoch und der Struwen an Karfreitag. Inzwischen steht Monika Arning seltener in der Küche. Für die Geburtstagsfeier hat sie reichlich Brot für die Schnittchen gebacken. Zudem gibt es „Spießerchen“. Gemeinsam mit ihrer Familie genießt die Köchin die große Sause im Zelt.

In zwei Jahren können die Arnings übrigens feiern, dass sie seit 50 Jahren den beliebten Landgasthof betreiben. Bis dahin könnten sie auch wieder Kraft schöpfen, die sie die vier Wochen, in denen das Zelt gestanden hat, gekostet hat. Dem Schützenfest der Niedern-Altenburger, folgte der Tanz in den Mai, das Schützenfest der Alster und dann die dreitägige Geburtstagssause.

Auf die Geschichte des Hauses – die sie gemeinsam erforscht haben – blicken Stefan Arning und Nachbar Martin Vieth in einem launigen Dialog zurück. Demzufolge begann alles mit Gerhard Meis, der mit Spitznamen Gratz hieß. Der soll in Ostendorf geboren, über die Straße gekommen sein und 1872 die Gaststätte gebaut haben. Der Mann heiratete eine Gertrudis Hünteler und bekam drei Kinder. Ein späterer Besitzer hieß Bernhard Lindenbaum, bevor Franz Arning 1974 das Landgasthaus kaufte, was sich als ein Glücksfall nicht nur für die Alst und ihre Bewohner erweisen sollte. . . Sie hoffen, dass ihre Kneipe um die Ecke immer bestehen bleibt.

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