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Debatte über JVA-Standort

Experten-Urteil: „Laer wird leer“

Wolf-Jochen Schulte-Hillen ist als Berater des Einzelhandels Marken- und Image-Experte. Als Mitglied des Vereins Urbanicom ist der Geschäftsführer der Firma SH Selection zudem Fachmann für Stadtentwicklung. Und darum kann er über die Überlegungen, in Laer eine Justizvollzugsanstalt in den angedachten Dimensionen anzusiedeln, nur mit dem Kopf schütteln.

Axel Roll

Das Symbolbild zeigt die Justizvollzugsanstalt in Aachen. Foto: dpa

„Was folgen wird, ist eine Stigmatisierung der Gemeinde“, ist sich Schulte-Hillen sicher. Laer werde mit Gefängnis gleichgesetzt. „Wer will dann da noch wohnen?“ Seine Befürchtung: „Laer wird leer.“ Der Fachmann bemängelt, dass es vor den Kontakten zum Justizministerium keinen Abwägungsprozess gegeben habe. Die Verhältnismäßigkeit sei nicht analysiert worden.

Für Schulte-Hillen liegt auf der Hand, dass eine Einrichtung mit 680 Inhaftierten für Laer völlig überdimensioniert ist. In Zahlen: Die 700 Inhaftierten würden rund zehn Prozent der Laerer Bevölkerung ausmachen. NRW-weit wäre das ein Spitzenwert. In Münster beträgt die Quote nach den Berechnungen des Experten 0,18 Prozent. Werl markiere zurzeit den höchsten Wert mit 2,8 Prozent.

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Schulte-Hillen ist überzeugt, dass eine Einrichtung in den angedachten Dimensionen die „intakte Dorfgemeinschaft, die es jetzt ja noch gibt“, zerstören würde. Und selbst wenn die JVA kurzfristig Gewinn bringen würde, dürften die Verantwortlichen nicht die langfristigen Schäden für Laer vergessen.

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