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Publikum würdigt Präsentation des Bauprojektes „Marienquartier“ kritisch

„Hier wird’s schön“

Laer

Die Besucher der Bürgerversammlung zum Thema „Marienquartier“ nutzten die Veranstaltung in der Turnhalle, um sich über die Planung und die Nutzung des ehemaligen Krankenhauses und des Geländes an der Pohlstraße zu informieren. Dabei nahmen sie auch die Pläne unter die Lupe.

Von Rainer Nixund

Rund 70 Teilnehmer verfolgten die Vorstellung der Planungen zum Marienquartier.

Unter strengen Corona-Auflagen war die Bürgerversammlung in der Zweifach-Turnhalle zum geplanten Bauprojekt und die künftige Nutzung des Geländes des ehemaligen Marienhospitals an der Pohlstraße am Dienstagabend sehr gut besucht. Unter Moderation von Bürgermeister Manfred Kluthe informierten Bauamt, DRK, Architekturbüro und Investoren detailliert über die aktuelle Planung. Auch Mitglieder der „Bürgerinitiative Baugebiet Marienhospital“ waren anwesend. Martin Wolf, Fachbereichsleiter Infrastruktur und Bauen, informierte über das Bauleitplanverfahren.

„Dieses Areal ist ein historisches und größeres Gelände innerhalb unseres schönen Ortes“, so Kluthe. Das Land NRW fordert die Kommunen bereits seit Jahren auf, ihre Innenbereiche nachzuentwickeln. Das soll jetzt und hier geschehen. Erstmalig wurde die Öffentlichkeit hinsichtlich dieses Projektes detailliert auf den aktuellen Planungsstand gebracht.

Der Bürgermeister betonte, dass es noch zahlreiche „Stellschrauben“ gebe und die vorgestellten Pläne keineswegs „in Stein gemeißelt“ seien. Die Planung wird vom 8. bis 22. Dezember im Rathaus ausgelegt, es können schriftlich Anregungen oder auch Bedenken eingereicht werden. „Nutzen Sie diese zwei Wochen“, appellierte Kluthe.

Ziel ist, Seniorinnen und Senioren die Möglichkeit zu bieten, in Laer zu bleiben und nicht auf Wohnmöglichkeiten und Einrichtungen in der Umgebung angewiesen zu sein. Die Investoren, Paul Abeler und Berthold Lösing, investieren in Seniorenimmobilien und empfinden es als wichtige Aufgabe, aus dem Bestandsgebäude, dem ehemaligen Marienhospital, etwas Neues zu entwickeln. Dort werden in Zukunft vom Deutschen Roten Kreuz Wohngruppen inklusive einer Demenzwohngemeinschaft betrieben. Es wird Tagespflege, betreutes Wohnen, ein Café und Physiotherapie geben. „Hier wird’s Zeit und hier wird’s schön“, so Maik Fedeler, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Steinfurt. Plätze für rund 60 ältere Menschen sollen entstehen. Barrierefreiheit ist gewährleistet, einen Bettenaufzug wird es geben.

Der Grad der Betreuung im betreuten Wohnen ist flexibel. „Wir schaffen zirka 50 bis 60 Arbeitsplätze im pflegerischen Bereich“, so Fedeler.

Innerhalb des Plangebietes werden Strukturen geschaffen mit einem innovativen Konzept für Jung und Alt, Familien und Singles. Eine Kindertagesstätte entsteht, ebenso werden Ü-60-Häuser, Einfamilien- und Doppelhäuser errichtet, wobei individuelle Bebauung grundsätzlich möglich sein soll. Mieten oder Kaufen lauten die Optionen.

Besondere Aufmerksamkeit richtete das Publikum auf die Grünkonzeption. Die Planer versicherten, dass Grünstrukturen so weit wie möglich erhalten bleiben sollen. Manchen Teilnehmern war das nicht genug. Sie wollten wissen, welche Bäume im Einzelnen der Säge zum Opfer fallen müssten. Verwiesen wurde darauf, dass es sich diesmal nur um die erste Vorstellung der Pläne handele und einige Details noch der Klärung bedürften.

Angeregt wurden eine Begehung der Fläche mit der Gemeinde, eine Bestandsaufnahme der Bäume und Hecken sowie insgesamt eine ökologische Bewertung, was die Teilnehmer mit Beifall quittierten.

Das Verkehrskonzept sieht mehrere Anbindungen an bestehende räumliche Strukturen vor, im Norden und Süden für den allgemeinen Verkehr sowie im Westen als Fuß- und Radweg. Die Verkehrsfläche soll als Spielstraße ausgewiesen werden, das Parken ist nur auf definierten Flächen erlaubt.

Es tauchte die Frage auf, ob 6,50 Meter Straßenbreite für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge ausreichten. Das, so Ralf Daniel vom Bau-Prisma Plan Architekturbüro aus Dortmund, sei der Fall. Eine Versammlungsteilnehmerin hielt das gesamte Konzept unter dem Aspekt des Bedarfs für „nicht zeitgemäß“. Auch der „intergenerative Charakter“ erschien ihr als zu gering. „Außerhalb des Cafés im ehemaligen Krankenhaus-Gebäude sehe ich keine Möglichkeit für alte und junge Menschen, sich zu treffen“, sagte sie.

Die Entwässerungskonzeption sieht eine Teilung von Regen- und Schmutzwasserkanalisation vor. Das Regenwasser sämtlicher versiegelter Flächen soll in ein Regenrückhaltebecken oder in einen Stauraumkanal fließen. Darin sehen die Planer eine Verbesserung der Situation im Kanalnetz.

Wer an der Bürgerversammlung nicht teilnehmen konnte, findet die Präsentation der Planung auf der Gemeinde-Homepage im Internet unter www.laer.de

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