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Projektentwickler stellen Planungskonzept für das Marienquartier vor

Hospital wird zum Generationenpark

Laer

Ein generationen-übergreifendes „Wohn- und Lebenszentrum“ ist auf dem Gelände des früheren Marienhospitals geplant. Dabei sollen das Krankenhausgebäude und der parkähnliche Charakter des drei Hektar großen Grundstücks erhalten bleiben. Zudem entsteht dort eine fünfgruppige Kita, die an der südlichen Einfahrt zum Gebiet an der Pohlstraße errichtet wird. Die entsprechende Planung wurde im Bauausschuss vorgestellt.

Von Sabine Niestertund

Auf dem Krankenhausgelände soll ein generationen-übergreifendes „Wohn- und Lebenszentrum“ entstehen. Der zu überplanende Bereich wird als „Marienquartier“ bezeichnet. Es ist vorgesehen, einen großen Teil der Gebäude des vorhandenen Krankenhauses und möglichst viele Bäume der parkähnlichen Anlage zu erhalten. Das gesamte Grundstück umfasst 30 000 Quadratmeter. Foto:

„Wir sollten nicht zu tief ins Detail gehen“, mahnte der Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses, Klemens Mormann, aus Zeitgründen, als es während der jüngsten Sitzung um das Planungskonzept für das ehemalige Marienhospital ging, die Berthold Lösing und Paul Abeler aus Legden vorstellten. Die beiden haben bereits vergleichbare Projekte in anderen Gemeinden des Münsterlandes umgesetzt, und wollen nun das Vorhaben in Laer realisieren. Verantwortlich für den Betrieb der Pflegeeinrichtungen, die auf dem Gelände entstehen sollen, ist das Deutsche Rote Kreuz.

„Es ist uns ganz wichtig, dass an dem Ort kein Alten-Ghetto entsteht“, betonte Pfarrer Andreas Ullrich, Vorsitzender des Kuratoriums Stiftung Marienhospital, die Eigentümerin der Grundstücksflächen mit insgesamt 30 000 Quadratmetern und des ehemaligen Krankenhauses ist. Vielmehr gehe es den Verantwortlichen darum, dass in dem Bereich ein lebendiges Quartier für Jung und Alt geschaffen würde, das sich städtebaulich harmonisch in die unmittelbare Nachbarschaft und die dörfliche Struktur einfüge. Die Planungen dafür liefen fast seit sechs Jahren, gab der Seelsorger zu bedenken, dem daran gelegen ist, dass diese endlich umgesetzt werden.

Der Entwurf sieht vor, dass das ehemalige Krankenhausgebäude zu einem Generationspark umgenutzt und umgebaut wird. Bisherige umliegende Freiflächen sollen mit Wohnhäusern gemäß eines festgelegten Nutzungskonzeptplans für ältere und pflegebedürftige Menschen bebaut werden. Integriert in das Gelände wird auch ein Kindergarten für die umliegenden Wohngebiete.

Das Herzstück der städtebaulichen Planung bildet der zentral gelegene Generationenpark. Um diesen gruppieren sich die künftigen Seniorenwohngemeinschaften im Krankenhausgebäude, das Betreute Wohnen auf dem Gelände des ehemaligen Schwesternwohnheims sowie die südlich benachbarten Ü 60-Häuser. Diese können bezogen werden, wenn das frühere Wohnhaus aus Altersgründen verkauft werden muss oder in der Familie übertragen wurde. Diese kleinen, altersgerechten Häuser rahmen das Quartier quasi ein.

Im Mittelpunkt der Anlage sollen alters- und behindertengerechte kleine Wohnungen und später auch Pflegeplätze stehen. Die Zimmer im Bestand des ehemaligen Krankenhauses werden alle mit Terrasse oder Balkon ausgestattet. Das geplante Betreuungskonzept sieht dort zwei Wohngruppen zu je zwölf Plätzen vor.

Das Angebot wird ausgerichtet auf Menschen mit Unterstützungsbedarf der Pflegegrade eins bis fünf. Die Beschränkung auf eine Gruppengröße zu zwölf Personen ermöglicht und fördert persönliche Bezüge innerhalb der Gruppe und zu den Pflegekräften. Diese bieten den Bewohnern sieben Tage die Woche eine 24-stündige Unterstützung an, wenn es individuell erforderlich ist.

Ergänzt wird das Pflegeangebot durch eine Tagespflegeeinrichtung sowie das umliegende gegebenenfalls betreute Wohnen mit individueller Unterstützung in den Ü 60-Häusern. Angedacht ist auch die Realisierung eines gastronomischen Café- oder Bistro-Angebotes für die Bewohner und ihren Besuch in der parkähnlichen Anlage.

Östlich an den Park schließt sich das Außenspielgelände der Kindertagesstätte mit fünf Gruppen an. Das Kita-Gebäude selbst wird an der südlichen Einfahrt zum Gebiet an der Pohlstraße errichtet. Die im nördlichen Bereich liegenden Baugrundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser bilden das Bindeglied zur vorhandenen nachbarschaftlichen Bebauung.

Die Wohn-, Betreuungs- und Pflegeangebote für die Senioren basieren auf einem mehrstufigen Konzept. Dessen Ziel ist es, dass sich die Laerer Senioren möglichst früh und selbstbestimmt für einen Umzug in das Marienquartier entscheiden und dann dort bis zu ihrem Lebensende bleiben können.

Zustimmung fand die vorgesehene Planung bei allen Fraktionen, die ebenso wie die Bürger mit einigen Anregungen die vielfältigen Möglichkeiten und Vorteile dieses Projektes für Laer beleuchteten.

Im weiteren Verfahren sollen jetzt auf der Basis dieses Planes im Sommer Gespräche mit den direkt betroffenen Anliegern von der Gemeinde mit dem Investor geführt werden, um den politischen Parteien im August einen ersten Bebauungsplanentwurf zur Entscheidung vorzulegen. Da das Bauleitplanverfahren in einem verkürzten Verfahren durchgeführt werden kann, könnte mit einem Satzungsbeschluss bereits Anfang 2022 zu rechnen sein.

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