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Bebauungsplan Nummer 60 „Marienhospital“ Thema im Fachgremium

Bürger wollen mitreden

Laer

Die Bürgerinnen und Bürger von Laer wollen mitreden, wenn es um die Umgestaltung des Marienhospitals samt des dazugehörigen Geländes geht. Das haben die 34 Einwendungen und Eingaben gezeigt, die bei der Gemeindeverwaltung zum Thema eingegangen sind.

Von Sabine Niestert

Sie sitzen, was die Pläne für das Marienhospital und das dazugehörige Gelände angeht, in einem Boot (v.l.): Bauamtsleiter Martin Wolf, Bürgermeister Manfred Kluthe, Jürgen Ohde und Maik Fedeler, beide von der Geschäftsführung des DRK-Kreisverbandes Steinfurt, die Investoren Paul Abeler und Berthold Lösing aus Legden sowie Pfarrer Andreas Ullrich und Norbert Rikels, beide vom Kuratorium Stiftung Marienhospital. Das Foto entstand während eines Ortstermins zur Projektvorstellung am 25. Oktober 2021. Foto: Sabine Niestert

Die Pläne für die Umgestaltung des Marien­hospitals samt des dazugehörigen Geländes bewegen weiterhin die Laerer Bevölkerung. Das zeigte sich während der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses, die am Mittwochabend eine große Zuhörerschaft auf den Plan rief. Unter den Besuchern befanden sich auch viele Vertreter der „Bürgerinitiative Baugebiet Marienhospital“.

Ein starkes Interesse der Bürgerinnen und Bürger bestätigte Martin Wolf. So berichtete der Leiter des Fachbereichs Bauen und Infrastruktur von 34 Einwendungen und Eingaben, die nach der Bürgerversammlung am 7. Dezember vergangenen Jahres während der anschließenden „Auslegung“ der Planung, die vom 8. bis 22. Dezember stattgefunden hat, bei der Verwaltung eingereicht worden sind.

Baugebiet Marienhospital: Zahlreiche Einwände gegen Konzept

Von Fragen, wie beispielsweise nach dem Baumbestand sowie Erhalt des Grüns, Freiflächen und Nachbarschaftsangelegenheiten, sei fast alles dabei gewesen. Zudem hätte es zahlreiche Einwände gegeben, die das Konzept beträfen. Dabei seien unter anderem mehr Pflegeplätze und eine größere Vielfalt gefordert worden. Die 34 Einwendungen und die Anregungen aus der Bürgerversammlung lägen inzwischen den Investoren vor. Mit diesen gehe die Gemeindeverwaltung am 9. Februar in Klausur.

Die Frage, ob die Planungen den geäußerten Wünschen angepasst werden, stellte sich auch während der anschließenden Diskussion, in der es um einen Antrag der CDU-Fraktion ging. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des großen Bedarfs fordern die Christdemokraten darin, dass möglichst zahlreiche Vollpflegeplätze und viel Wohnraum für ältere Menschen mit Unterstützungsbedarf zum selbstbestimmten Leben geschaffen werden. Die derzeit auf dem Gelände geplanten Einfamilienhäuser und die Ü60-Häuser trügen voraussichtlich auf Dauer nicht dazu bei, befürchtete der zweite stellvertretende Ausschussvorsitzende, Dr. Matthias Heuermann.

Die CDU zweifelt zudem an, dass die Sanierung des 60 Jahre alten Krankenhausgebäudes sinnvoll ist. Entscheide man sich für den Erhalt, sei zu prüfen, ob man das Hospital nicht um eine Etage aufstocken könnte, um die Zahl der Pflegeplätze zu erhöhen. Zudem sei zu klären, ob die Flurstücke 777 und 778 bei der Über­planung des Baugebietes nicht mit einbezogen werden könnten, um als zukünftige Erweiterungsfläche zu dienen.

Dass es für diese Überlegungen zu spät sei, meinte Bernhard Lülff. Schließlich sei das Grundstück bereits verkauft. Der sachkundige Bürger der FDP fragte, welchen Einfluss die Politik unter diesen Bedingungen noch habe. Man bewege sich da auf einem schmalen Pfad, wies er auf die Gefahr der Rückabwicklung hin. „Entweder die Investoren ziehen es durch oder sie steigen aus, dann müsste die Gemeinde einspringen“, befand Lülff.

„Wir sind zu 100 Prozent Herr des Verfahrens“, betonte Bauamtsleiter Martin Wolf, dass die Gemeinde einen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor abschließen und Festsetzungskaskaden beschließen könnte, um den Plan enger zu schnüren und damit eine gewisse Verbindlichkeit zu schaffen.

„Der Investor wird nachbessern müssen“, zeigte sich Hubert Bröker von den Grünen überzeugt. Schließlich handele es sich um ein Projekt, das der Daseinsfürsorge der heimischen Bevölkerung dienen und den Forderungen des Alten- und Sozialhilfeplans gerecht werden solle.

Ähnlich sah das auch Jürgen Epping von der SPD. Ziel der Politik müsse es sein, dass das Marienquartier dauerhaft den Bürgern von Laer zugute komme und nicht dem Investor. Der Sozialdemokrat forderte, dass das Konzept durch einen städtebaulichen Vertrag und die von Bauamtsleiter Wolf vorgeschlagenen Festsetzungskaskaden abgesichert werden.

Dem sowie dem Antrag der CDU-Fraktion stimmte das Fachgremium einstimmig zu. Darüber zeigte sich Ausschuss-Vorsitzender Clemens Mormann begeistert. Der Christdemokrat erinnerte daran, dass der Rat und der Bauausschuss der Planung im Jahr 2020 bereits zugestimmt hätten. „Das waren noch unsere Vorgänger“, erklärte er in Richtung swe Besucherreihen. Vom Grundbuch her befände sich das Gelände noch im Eigentum des Kuratoriums Stiftung Marienhospital.

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