Gespräch mit Pfarrer Andreas Ullrich anlässlich seines silbernen Priesterjubiläums

„Leben in der Lage“

Laer

Mit dem soldatischen Grundsatz „Leben in der Lage“ hat Pfarrer Andreas Ullrich auf die besonderen Herausforderungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, reagiert und versucht, das Beste aus der jeweiligen Lage zu machen. Das berichtet der Seelsorger in einem Gespräch, das diese Zeitung anlässlich seines silbernen Priesterjubiläums mit dem Leitenden Pfarrer der Kirchengemeinde Heilige Brüder Ewaldi geführt hat.

Von Sabine Niestertund

Als Präses der Vereinigten ist Pfarrer Andreas Ullrich auch für die Schützen in Laer zuständig, mit denen sich der Geistliche Foto:

Corona hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wegen der Pandemie konnte Andreas Ullrich sein silbernes Priesterjubiläum, das am 26. Mai anstand, nicht im großen Kreis feiern. Der Seelsorger hofft jedoch, dass dies im kommenden Sommer möglich sein wird. So würde er gerne am 15. August (Sonntag) zu einem Festgottesdienst mit anschließendem Empfang einladen. Einen Tag nach Mariä Himmelfahrt kann der Geistliche dann seinen 56. Geburtstag feiern.

Das und vieles mehr erfährt diese Zeitung in einem Gespräch mit dem Leitenden Pfarrer der Kirchengemeinde Heilige Brüder Ewaldi, das die Redakteurin anlässlich seines Weihejubiläums mit Andreas Ullrich geführt hat. Keine Frage, die Corona-Pandemie und ihre Folgen haben dem Priester, der schon seit 25 Jahren im Amt und vor sechs Jahren ins Ewaldidorf gekommen ist, arg zugesetzt. Schließlich hängt die Lebendigkeit einer Kirchengemeinde auch entscheidend von den Kontakten ihrer Gläubigen untereinander ab, die durch die Lockdowns immer wieder behindert worden sind. Eine ungewohnte und schwierige Situation für alle Beteiligten, die neue Wege des Miteinanders suchen und finden mussten.

Dabei sind Andreas Ullrich die Erfahrungen seiner zwölfjährigen Amtszeit als Militärpfarrer zugute gekommen. So hat der Seelsorger den soldatischen Grundsatz

„Leben in der Lage“ geradezu verinnerlicht, was in der Notlage der Lockdowns hilfreich war. „Ich habe versucht, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen“, erklärt der Geistliche, der besonders trauernde Angehörige nach einem Sterbefall nicht alleine lassen wollte und deswegen alternative Formen der Beerdigungen angeboten hat.

„Als Seelsorger muss ich für die Menschen da sein“, betont der 55-Jährige, unter dessen Regie auch die „Unterwegskirche“ bereits im vergangenen Corona-Jahr mit der Unterstützung tatkräftiger Teams in beiden Ortsteilen gestartet ist. Die Freiluft-Messen, die an verschiedenen Orten in Laer und Holthausen stattfinden, nehmen gerade wieder an Fahrt auf und kommen bei vielen Gläubigen gut an.

„Wer etwas nicht will, findet Gründe und wer etwas will, der findet Wege“, lautet das Motto des gebürtigen Münsteraners, das sein Handeln bestimmt. Dabei müsse man auch den Mut haben, Fehler zu machen, räumt Pfarrer Ullrich ein, der gerne auch die Möglichkeit des „Facebooks“ nutzt, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Man könne dort über alles sprechen und streiten, aber es dürfe nie unter die Gürtellinie gehen, betont der Geistliche, der sich selbst als pragmatisch bezeichnet.

Die Umstellung vom Militär- zum Gemeindepfarrer hat ihn gefordert. Während er früher nicht nur deutschland-, europa- und weltweit unterwegs war, sind inzwischen Laer und Holthausen sein Zuhause, das er im Urlaub lieber verlässt, um den erforderlichen Abstand zu bekommen. „Ist man da, ist man auch im Dienst“, schildert der Pfarrer seine Erfahrung.

Während er es in der Militärseelsorge nur mit einem Mitarbeiter zu tun hatte, gibt es jetzt ein mehrköpfiges Seelsorgeteam, die Kindergärten und die Stiftung Marienhospital und viele andere Mitarbeiter und Aufgaben, für die der Kirchenmann verantwortlich ist.

„In den sechs Jahren ist mir nie langweilig geworden“, resümiert der Geistliche, dass es von Anfang an „viele Baustellen“ gab und die Gemeinde und er, erst einmal zusammenfinden mussten.

Viele Berührungspunkte gäbe es naturgemäß auch mit der politischen Gemeinde. Dort habe er mit dem neuen Bürgermeister Manfred Kluthe einen guten Ansprechpartner gefunden.

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