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70 Impfungen bei der Aktion im Schnelltestzentrum Laer

Nach dem Pieks gab’s eine Wurst

Laer

Am Samstag kam jede Person auf dem Zwiener-Betriebsgelände in den Genuss einer kostenlosen heißen Bratwurst. Allerdings erst, wenn sie sich gegen den Corona-Virus hat impfen lassen. 70 Mal stachen Dr. Jürgen Hinrichs und sein Team bei der Drive-In-Impfaktion zu. Anschließend übergab Bürgermeister Manfred Kluthe der geimpften Person die von einem frischen Brötchen ummantelte Grillwurst.

Von Rainer Nix

Bürgermeister Manfred Kluthe (o.) servierte gern eine selbstgegrillte Wurst. Dr. Jürgen Hinrichs und sein Team (r.) sorgten auch bei Andrang für eine zügige Abwicklung der Impfprozedur. Foto: Rainer Nix

Durch Impfgeschenke und gezielte Belohnungen versuchen viele Länder die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen. In den USA wurde beispielsweise in einer eigens aufgesetzten Impf-Lotterie fünf Wochen lang eine Million Dollar unter den geimpften Einwohnern verlost. Vergleichsweise sehr viel bescheidener ging es am Samstag in Laer zu.

Dosis

„Jetzt will ich aber auch eine Bratwurst vom Bürgermeister serviert bekommen“, dass hörte Manfred Kluthe am Samstag oft. Auf seine Initiative hin stand eine lokale Impfaktion gegen Covid19 auf dem Programm. Insgesamt 70 Impfwillige ließen sich eine Dosis Biontech/Pfizer injizieren.

Bereits ab 9 Uhr bildeten sich Autoschlangen vor dem Drive-In-Schnelltestzentrum auf dem Gelände des Fachmarktes Zwiener. Dort bestand die Möglichkeit, sich entweder testen oder impfen zu lassen.

Sehr viele Menschen nahmen das Angebot wahr, sogar Durchreisende, die auf einem Wochenend-Urlaubstrip waren. Der Clou: Bürgermeister Kluthe stand höchstpersönlich hinterm Grill und bereitete Bratwürste zu, die als Gratiszugabe verteilt wurden.

Richtung

„Klar glaube ich nicht, dass sich die Leute hier vor allem wegen einer knackigen Wurst impfen lassen“, sagte er. Diese Aktion soll vor allem in die richtige Richtung weisen. „Wir müssen für diejenigen, die es noch nicht getan haben, Anreize schaffen, sich immunisieren zu lassen“, erläuterte Kluthe. „Immerhin schließen Ende September die Impfzentren und so mancher steht nicht in ständigem Kontakt mit seinem Hausarzt. Zur praktischen Durchführung der Aktion erklärte sich Dr. Jürgen Hinrichs mit Team bereits, auch das Deutsche Rote Kreuz saß mit im Boot. Sogar Schwangere fanden den Weg, nachdem die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung auch für diese Personengruppe befürwortet.

Termine

„Die Bandbreite der Impfwilligen ist groß“, sagte der Bürgermeister, „auch viele Menschen mit Migrationshintergrund kommen heute her.“ Die an der Aktion beteiligten Organisatoren und Durchführenden sammelten Erfahrungen, die in Zukunft verwertet werden sollen. „So gibt es wahrscheinlich einen zweiten oder sogar einen dritten Termin“, sagt Kluthe. „Es soll hier ja auch die Zweitimpfung möglich gemacht werden.

Nebenbei knüpften viele Impflinge Kontakte zum Bürgermeister, der auf diese Weise aufschlussreiche Gespräche führte. Sie diskutieren mit ihm ihre Sorgen und er beantwortete gern auch Fragen.

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