1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Laer
  6. >
  7. „So können wir besser planen“

  8. >

Bezirksregierung Münster genehmigt Haushalt der Gemeinde Laer

„So können wir besser planen“

Laer

Die Bezirksregierung hat die fünfte Fortschreibung des Haushaltssanierungsplanes der Gemeinde Laer genehmigt. Über das grüne Licht aus Münster freut sich Kämmerer Thorsten Brinker. Mit der Zustimmung zum jetzigen frühen Zeitpunkt ließe es sich besser planen, erklärt der Diplomkaufmann, der schon seit 2026 für die Finanzen des Ewaldidorfes zuständig ist, und in seiner Amtsführung als vorsichtig und vorausschauend gilt.

-abi-

Schon seit dem Jahr 2016 leitet Kämmerer Thorsten Brinker, der auch Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters ist, die finanziellen Geschicke der Gemeinde Laer. Foto: Matthias Lehmkuhl

Für Kämmerer Thorsten Brinker ist es keine Überraschung, dass die Bezirksregierung den Haushalt der Gemeinde Laer genehmigt hat. Erfreut zeigt sich der Finanzexperte im Gespräch mit dieser Zeitung aber darüber, dass es das grüne Licht aus Münster schon Anfang Februar gibt. „So können wir besser planen“, erklärt der Fachmann.

Im Dezember hatte der Rat die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan für das Jahr 2022 beschlossen. Bei Gesamterträgen von rund 13,5 Millionen Euro und Gesamtaufwendungen von rund 13,4 Millionen Euro liegt der Jahresüberschuss bei rund 54 000 Euro. „Damit ist die wichtigste Vorgabe des Stärkungspaktes, ein ausgeglichener Haushalt, erfüllt“, heißt es in einer Presseinformation der Bezirksregierung. Mit dieser und der Finanzaufsicht des Kreises Steinfurt hat es im Vorfeld ein Gespräch gegeben, in dem der Kämmerer zahlreiche Fragen beantwortet hat. Schließlich nimmt die Kommune freiwillig an der dritten Stufe des Stärkungspaktes Stadtfinanzen teil und schreibt ihren Sanierungsplan seit 2017 jährlich bis 2023 fort. Im Jahr 2017 hat sie dafür einmalig eine Konsolidierungshilfe des Landes erhalten.

„Die Stärkungspaktteilnahme und die stets durchgesetzte, strikte Haushaltsdisziplin der Gemeinde haben dafür gesorgt, dass die 2014 eingetretene bilanzielle Überschuldung mit dem Jahresabschluss 2018 bereits wieder abgebaut und Eigenkapital aufgebaut werden konnte. Mit den Jahresabschlüssen 2019 und 2020 konnte das Eigenkapital dank weiterer Jahresüberschüsse ausgebaut werden. Nichtsdestotrotz ist die Eigenkapitalausstattung der Gemeinde im kreisweiten Vergleich weiterhin als gering einzustufen“, resümiert die Bezirksregierung. Mit dem Haushaltsplan 2022 werde erneut ein positives Jahresergebnis prognostiziert, sodass eine Gefährdung der Ziele des Stärkungspaktes aktuell nicht zu befürchten sei. Auch für die Folgejahre 2023 bis 2025 plane die Gemeinde positive Ergebnisse.

„Der Haushaltsausgleich kann in 2022 jedoch, wie bereits im Vorjahr, pandemiebedingt nur mithilfe der Bildung eines außerordentlichen Ertrages erreicht werden. Dabei ist der Gemeinde die gesetzliche Regelung über die Isolierungsmöglichkeit der coronabedingten Schäden im Haushalt (Mehraufwendungen und Mindererträge) zugute gekommen, die das Land geschaffen hatte, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen während der Pandemie zu erhalten“, gibt die übergeordnete Behörde zu bedenken. Sie teilt die Hoffnung der Entscheidungsträger vor Ort, dass Laer auch in Zukunft finanziell wieder auf eigenen Füßen stehen kann, auch wenn die Corona-Pandemie weiterhin eine große Belastung darstellt.

Dass es zudem zahlreiche unbekannte Größen gibt, die das komplexe Zahlenwerk beeinflussen, gibt der Kämmerer zu bedenken. So hätten die aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklung auch Auswirkungen auf die kommunalen Projekte, was vieles nur schwer planbar mache. Diese Stellschrauben, an denen er nicht drehen könnte, würden ihm schon so manche Bauchschmerzen bereiten.

Startseite
ANZEIGE