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Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Laer

Stephan Rikels gibt die Leitung ab

Laer

Nach 14 Jahren als Gemeindebrandinspektor will Stephan Rikels nicht erneut für dieses Amt antreten. Das erklärte der dreifache Familienvater während der Jahreshauptversammlung im Gerätehaus. Der Wehrleiter war erst 28 Jahre alt, als er im Jahr 2008 an die Spitze kam. Er versprach aber, der Feuerwehr die Treue zu halten.

Von Sabine Niestert

Nach der Versammlung stellten sich die Beförderten, Geehrten und Jubilare samt der Feuerwehrspitze und den Ehrengästen zum Erinnerungsfoto auf. Foto: Matthias Heuermann

Die Freude, in großer Runde endlich wieder zusammen treffen zu dürfen, war deutlich spürbar. Ein wenig getrübt wurde sie lediglich durch die Tatsache, dass viele Plätze coronabedingte leer blieben. Selbst die Thekenmannschaft fiel kurzfristig wegen eines positives Testergebnisses aus. Glücklicherweise fand das Kommando kurz vor Beginn des Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Laer noch Ersatz, so dass die Flüssignahrung an diesem Abend gesichert war.

Schwieriger dürfte es werden, so schnell einen Nachfolger für Stephan Rikels zu finden. Der Gemeindebrandinspektor kündigte am Freitagabend vor versammelter Mannschaft an, dass seine Amtszeit im August endet, und er nicht wieder antreten wolle. Nach 14 Jahren an der Wehrspitze sei es an der Zeit, die Aufgabe in jüngere, beziehungsweise andere Hände zu legen.

Auf Dauer wolle er mehr Zeit für seine drei Söhne haben. Zudem übe er „nebenbei“ auch noch einen Beruf aus, bekannte der Familienvater, sich die Entscheidung nicht leicht gemacht zu haben. Er bleibe der Feuerwehr aber natürlich weiterhin treu. Das teilte der Wehrführer am Ende der Versammlung unter dem Punkt Verschiedenes mit. Ihm vorausgegangen waren zahlreiche Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen, die sich coronabedingt aufgestaut hatten. Zudem gab es die Jahresberichte der verschiedenen Abteilungen aus zwei Jahren.

Dass es den Verantwortlichen gelungen ist, in schlimmsten Corona-Zeiten Nachwuchsfeuerwehrleute zu gewinnen und ihre Anzahl auf 21 zu steigern, stieß nicht nur bei Kreisjugendfeuerwehrwart Robert Laumann und Guido Roters, erster stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrkreisverbands, sondern auch bei Bürgermeister Manfred Kluthe auf größte Anerkennung. Im Namen der Gemeinde dankte er allen Kameradinnen und Kameraden für ihren ehrenamtlichen Einsatz sowie ihre Bereitschaft, sich stets über Lehrgänge weiter auszubilden. Das sei nicht selbstverständlich und verdiene den Respekt und die Anerkennung der gesamten Bürgerschaft.

Wie der Verwaltungschef berichtete, konnte aus kommunalpolitischer Sicht wieder etwas für die Ausrüstung und die Einsatztechnik angeschafft werden. Zudem ständen neue Helme in Aussicht. „Auch die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans ist ja Ausdruck des gestiegenen Niveaus unserer Gesamtfeuerwehr“, betonte der Bürgermeister, der auf die Anschaffung des geförderten LF KAT 20S und die Beschaffung eines HLF, die jüngst durch den Rat beschlossen worden ist, hinwies.

Zudem bekannte sich der Bürgermeister zum Standort für den Löschzug Holthausen, der erst gerade durch viel ehrenamtliche Arbeit renoviert und saniert worden sei. Der stellvertretende Wehrleiter, Daniel Borgmann, lud die politischen Vertreterinnen und Vertreter sowie alle Interessierten ein, die Ergebnisse in Augenschein zu nehmen.

Stellung bezog der Bürgermeister auch zum neu geplanten Gerätehaus. So habe man einen weiteren geeigneten Standort in unmittelbarer Nähe gefunden, der allerdings erstmal die sachliche Prüfung bestehen müsse, ob er von den Zeiten her mit dem jetzigen favorisierten Standort gleichwertig sei. „Vertrauen Sie der Verwaltung, dass wir das absolut fachlich und sachlich prüfen werden“, betonte Kluthe, dass man mit den Planungen noch in diesem Jahr beginnen wolle und selbstverständlich auch die Feuerwehrleitung mit in den Planungsprozess einbeziehen werde.

Abschließend dankte der Bürgermeister nicht nur den Jugendfeuerwarten, sondern auch dem Spielmannszug – er untermalte die Versammlung musikalisch –, der die Gemeinde Laer stets würdig auch nach außen vertrete, und der Wehrleitung, die neben dem Dienst und Einsatz auch noch die organisatorische Verantwortung trage. Weil deren Aufgaben immer mehr zunehmen, wird es künftig zwei stellvertretende Wehrleiter geben.

Vie Lob gab es seitens des Bürgermeisters und des Wehrleitung auch für Christoph Schulze Pröbsting, der die Feuerwehr verwaltungsseitig begleitet.

Dass Corona sich auch auf die Aktivitäten der Feuerwehr ausgewirkt hat, ging aus den Jahresberichten der einzelnen Abteilungen hervor. Wie Jochen Töns, der für den verhinderten Guido Höner sprach, erklärte, sei der Übungsbetrieb deutlich zurückgefahren beziehungsweise ganz eingestellt worden. Klassiker, wie die Rallye und den Leistungsnachweis, habe es leider nicht gegeben. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 125 Einsätze gefahren und in 2021 waren es 98. Wohl nie vergessen werden die Wehrleute ihren Einsatz am 3. Juni , als sie die Folgen des Starkregens bekämpfen mussten.

„Der Spaß kommt nicht zu kurz bei uns“, meinte Lukas Leufkes, der aus dem Jugendbereich berichtete. So habe es neben der Ausbildung in Erster Hilfe sowie der Fahrzeug- und Gerätekunde auch zahlreiche andere Aktivitäten und Unternehmungen gegeben. Lukas dankte besonders den acht Betreuern. Zum neuen Jugendfeuerwart wurde Patrick Belting ernannt. Er löste Gerrit Vowinkel ab.

Neues gibt es beim Spielmannszug. So haben Vorsitzender Stefan Ellinghaus und sein Stellvertreter Karl-Josef Leismann, der auch Kassierer war, ihre Ämter nach 25- beziehungsweise 30-jähriger Vorstandsarbeit in jüngere Hände übergeben. Ihr Einsatz wurde mit Verdienstmedaillen gewürdigt. Den Posten des Ersten Vorsitzenden teilen sich künftig Nadine Bertling und Christian Frerichmann.

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