1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Laer
  6. >
  7. Strukturen nicht einschlafen lassen

  8. >

Vereinigte Schützen sind dem Corona-Jahr mit viel Kreativität begegnet

Strukturen nicht einschlafen lassen

Laer

Mit Fantasie und Kreativität sind die Vereinigten Schützen den Widrigkeiten der Corona-Pandemie begegnet. So feierten sie den zehnten Geburtstag ihrer Vereinigung im Sommer alternativ, weil die ursprünglich geplanten Programmpunkte coronabedingt nicht möglich waren. Dazu gehörten Freiluftveranstaltungen auf dem Firmengelände von Baackmann. Der Vorstand hofft, dass in 2021 wieder mehr möglich ist und Normalität einkehrt.

Rainer Nix

Coronabedingt fand die Kranzniederlegung der Vereinigten Schützen an Fronleichnam am Kriegerehrenmal im kleinen Rahmen statt. Foto:

Auch in Pandemie-Zeiten blickt die Vereinigte Schützenbruderschaft Laer positiv in die Zukunft. Das Credo des Vorstandes: „Es gilt, unsere Veranstaltungen für 2021 erst einmal zu planen, damit die in Jahren gewachsenen und gepflegten Strukturen nicht einschlafen“, sagt Presse- und Öffentlichkeitswart Andreas Leveling. Zurzeit sei außerordentlich große Kreativität gefragt. Klar sei, dass Karnevalsveranstaltungen in der aktuellen Session nicht stattfinden könnten, möglicherweise gäbe es eine der Corona-Situation entsprechende kleine Winterwanderung.

„Alles, was wir planen, erfolgt natürlich unter dem Aspekt, die Teilnehmer ausreichend schützen zu können“, betont Leveling. An erster Stelle stehe, mögliche Veranstaltungen ins 2021 der jeweils aktuellen Situation optimal anzupassen. Das nächste Schützenfest wird bereits ins Auge gefasst. In welchem Umfang es stattfinden kann, steht noch in den Sternen.

Im Corona-Jahr 2020 lief auch bei der Schützenbruderschaft nicht alles wie ursprünglich vorgesehen. Eigentlich sollte es zum zehnjährigen Bestehen des Zusammenschlusses der Schützenbruderschaft St. Bartholomäus, der Junggesellenschützenbruderschaft Sta. Maria Immaculata und der St. Sebastianus Schützenbruderschaft ein Festprogramm geben. Schon im dritten Quartal 2019 liefen Planungen gemeinsam mit dem Spielmannszug, dem Laerer Blasorchester und der Feuerwehr zu diesem kleinen Jubiläum. Der Lockdown im März setzte den Vorbereitungen ein jähes Ende.

„Im klassischen Sinne gab es keine Festveranstaltungen zum Zehnjährigen“, sagt Leveling. Der Große Zapfenstrei­ch musste wieder gestrichen werden, auch die Einladung an umliegende Bruderschaften wurde zurückgenommen. „Da wir erst zehn Jahre alt sind, sollte es kein Fest im großen Stil geben; dennoch wollten wir gebührend mit Vereinen und Laerer Bürgern feiern. Falls möglich, wird die Feier in 2021 nachgeholt.“

Das Schützenfest in diesem Jahr komplett ausfallen zu lassen, kam für die Vereinigte Schützenbruderschaft nicht in Frage. „Autokino-Veranstaltungen schienen uns der gangbare Weg“, erläutert Leveling. Der Vorstand war fest entschlossen, den Vereinsmitgliedern und der Bevölkerung trotz Corona Spaß und Unterhaltung zu bieten. Autokino in Laer, so etwas gab es noch nicht.

Im Juni ging zum Schützenfest-Wochenende – natürlich unter coronakonformen Bedingungen – die Post ab. Zunächst war öffentliches Autokino angesagt, mit Bibi Blocksberg für Kinder, der Komödie „Ziemlich beste Freunde“ für junge Erwachsene und der Komödie „Bang Boom Bang“ am Abend. Comedian Rüdiger Hoffmann bestieg die Bühne, während das Publikum ihm von den Fahrzeugen aus zuschaute. Kleine Gruppen von Vereinsmitgliedern trafen sich in privaten Gärten, der Vorstand sorgte für Grillwürste, Getränke und Weiteres. Zeitgleich wurde ein kleiner Wettbewerb ausgelobt, bei dem es darum ging, wer das kreativste Schützenfest in seinem Garten umsetzte.

„Natürlich gab es kein Vogelschießen“, so Leveling, „dafür ermittelten einige Gruppen beim Darten einen König. So kam jede Menge gute Stimmung auf. Bestellungen und Kartenvorverkauf für die Kinovorstellungen liefen über die „Laer-online“ Internetplattform.

Schützenmesse am Sonntag und Platzkonzert mit dem Laerer Blasorchester auf dem Baackmann-Firmengelände fehlten nicht. Sogar der Comedian „Bauer Heinrich Schulte-Brömmelkamp“ aus Kattenvenne schaute vorbei. „Die Resonanz aus dem Dorf war sehr gut“, versichert Leveling, dass es den Vereinigten nicht um finanziellen Gewinn gegangen sei. Vielmehr habe man der Bevölkerung auch im Corona-Jahr einfach gute Unterhaltung bieten wollen.

Die Mitgliederversammlung am 31. Oktober fiel der Pandemie-Situation zum Opfer.

Nun bleibt zu hoffen, dass sich die Lage im Laufe des nächsten Jahres wieder entspannt.

Startseite