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Ein Experiment

„Über den Tellerrand . . .“

Laer

„Über den Tellerrand. . .“, heißt ein Projekt, das die Gemeinde Laer, die evangelische Kirchengemeinde und der Dorfmarketingverein ausländischen und heimischen Bürgern anbieten. Diese können an zehn verschiedenen Abenden gemeinsam kochen, wobei die Deutschen den Flüchtlingen assistieren. Auf diese Art und Weise sollen die Laerer die traditionellen Rezepte der Migranten kennenlernen.  

Sabine Niestert

Sie alle freuen sich auf das Koch-Projekt, das unter dem Motto „Über den Tellerrand . . .“ an zehn verschiedenen Abenden in den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde an der Matthäuskirche stattfinden soll. Los geht es bereits am kommenden Donnerstag. Foto: Foto: Sabine Niestert

Essen hält nicht nur Leib und Seele zusammen, sondern verbindet die Menschen auch miteinander. Bei einer gemütlichen Mahlzeit lässt es sich meistens auch gut reden. Hat die Runde vorher schon zusammen gekocht, verstärkt sich das Gemeinschaftsgefühl noch. Das wünschen sich jedenfalls die Initiatoren für ihr neues Projekt „Über den Tellerrand. . .“,  bei dem ausländische und einheimische Bürger miteinander ein Abendessen zubereiten sollen.

Das Vorhaben stellt während eines Pressegesprächs im Alten Speicher Projektkoordinatorin Franziska Lengers vor, die sich gemeinsam mit Bert Schulte und zahlreichen anderen Helfern, um die Flüchtlinge im Ewal­didorf kümmert.

„Bisher haben die neuen Mitbürger lernen müssen, wie die Deutschen ticken und welche Regeln hier herrschen“, gibt Franziska Lengers zu bedenken. Sie ist sich sicher, dass die Einheimischen auch ganz viel von den Menschen aus Afghanistan, Syrien, dem Iran, Polen und Sri Lanka und anderen fernen Ländern erfahren können. So zum Beispiel, was diese gerne essen und wie sie es kochen.

Allerdings soll es nicht so sein, dass die Migranten die Deutschen bekochen. Vielmehr sind beide Seiten gefordert, sich gemeinsam an den Herd zu stellen und in den Kochtöpfen zu rühren. Sehen, Schmecken, Riechen, Fühlen und Hören, alle Sinne seien an diesem Projekt beteiligt, meint die Initiatorin, die diese Vielfalt in Laer aktivieren sowie schmeckbar und sichtbar machen will.

Zu den Kooperationspartnern der Maßnahme gehören die Gemeinde Laer, die evangelische Kirchengemeinde und der Dorfmarketingverein. Als deren Vertreter nehmen Verwaltungsmitarbeiterin Anita Ueding, Pfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling und Gerrit Thiemann als Geschäftsführer des Dorfmarketingvereins an der Pressekonferenz teil.

Zudem sind einige Flüchtlinge mit ihren Familien erschienen, die sich im Vorfeld bereiterklärt haben, jeweils einen der insgesamt zehn Kochabende zu gestalten. Die deutschen Teilnehmer können dabei nicht nur die Zubereitung der traditionellen Rezepte der ausländischen Bewohner kennenlernen, sondern die verschiedenen Gerichte anschließend auch gemeinsam genießen.

„Dazu soll es einen kleinen Abriss der lokalen Geschichte geben und deren Zusammenhänge erklärt werden“, kündigen die Gastgeber an, die sich vorstellen können, dass die Abende auch mit Musik aus den jeweiligen Ländern untermalt werden.

„Das ganze ist ein Experiment“, sind die Projektkoordinatorin und ihre Mitstreiter schon gespannt darauf, wie die Laerer Bürger das Angebot annehmen werden, einem ausländischen Koch oder einer ausländischen Köchin für einen Abend am Herd zu assistieren.

Interessierte können sich ab sofort beim Dorfmarketing im Alten Speicher unter Telefon 91 06 10 anmelden. Die Kochabende sind für den kommenden Donnerstag (12. April), den 17. Mai, den 7. Juni, den 26. Juli, am 9. und 23. August sowie am 6. 13, und 27. September geplant. Dank der Gastfreundschaft der evangelischen Kirchengemeinde können diese in den Räumen des Gemeindezentrums an der Matthäuskirche stattfinden.

Dass das Projekt realisiert werden kann, haben die Initiatoren Verwaltungsmitarbeiterin Anita Ueding zu verdanken, die einen entsprechenden Förderantrag beim Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Steinfurt gestellt hat, das der Maßnahme zugestimmt hat. So fördert das Land NRW jeden der zehn Abende mit jeweils 250 Euro.

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