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Frank Dittmann und seine Familie genießen die Ruhe in Holthausen

„Wir haben es nie bereut“

Laer-Holthausen/Münster

Sein 25-jähriges Dienstjubiläum im Haus Aschendorff kann Frank Dittmann am 26. Januar feiern. Der 56-Jährige, der im Nachtversand der Westfälischen Nachrichten arbeitet, ist vor sieben Jahren mit seiner Frau und den beiden jugendlichen Kindern in den kleinen Laerer Ortsteil Holthausen gezogen. In der dortigen Abgeschiedenheit und Ruhe fühlen sich die Dittmanns sehr wohl. Wie der Familienvater berichtet, sind sie im Dorf von Anfang an sehr freundlich aufgenommen worden.

Von Sabine Niestertund

Im großen Garten, der von viel freier Natur umgeben ist, fühlen sich Frank Dittmann und Familienhund Nero wohl. Foto: Foto: privat

Von Münster nach Holthausen? Ist der kleinere Ortsteil von Laer nicht ein bisschen langweilig und zu weit abgelegen? Für Frank Dittmann nicht. Er ist vor sieben Jahren mit seiner Familie ins Dorf mitten in Grüne gezogen und fühlt sich dort pudelwohl. „Wir haben es nie bereut“, bilanziert der 56-Jährige, der gerne zugibt, dass er vor dem Umzug so seine Zweifel hatte.

Ängste, dass man als „Auswärtiger“ wohl möglich nie in die überschaubare und eingeschworene Dorfgemeinschaft aufgenommen wird oder erst in die Freiwillige Feuerwehr eintreten muss, um dazuzugehören, haben sich bei dem gebürtigen Münsteraner ganz schnell in Luft aufgelöst. Als sehr freundlich und offen, beschreibt er seine Mitmenschen vor Ort.

Man müsse auch nicht gleich zu jedem Fest gehen, um in Kontakt zu kommen, berichtet der ursprünglich gelernte Kfz-Mechaniker über seine Erfahrungen mit dem Landleben. Vielmehr fänden die Begegnungen ganz spontan und ungezwungen „Auf‘m Thie“ – so heißt die Straße an der die Dittmanns leben – statt.

Als Raucher geht er häufiger vor die Tür. „Dort trifft man fast immer jemanden“, meint der zweifache Vater. Er oder seine Frau Diana bringen die beiden Kinder täglich zur Anne-Frank-Gesamtschule nach Havixbeck. Dort holen sie die 16-jährige Malina und den 13-jährigen Daniel auch stets wieder ab. „Wir wollen ihnen die langen Zeiten als Fahrschüler ersparen“, begründet der Vater diese noble Geste. Beim Gedanken an Corona sei ihnen auch erheblich wohler dabei.

Die beiden Jugendlichen haben früher die Werner-Rolevinck-Grundschule in Laer besucht. Altenberge – dort hat die Familie vorher gelebt – scheinen die Geschwister nicht zu vermissen. „Wir sind Opfer des Unwetters von 2014 geworden“, erinnert sich ihr Vater an längst vergangene Zeiten im Anbau eines Bauernhofs. Die Überflutungen, die Folgen des heftigen Dauerregens gewesen seien, hätten zu starkem Schimmel und einem sehr hohen Schaden geführt, der nicht finanzierbar gewesen sei.

Deswegen hat sich die Familie nach einem anderem Mietobjekt umgesehen und es in Holthausen gefunden. „Es ist ein schönes altes Haus, das lebt und wir haben sehr nette Vermieter“, schwärmt Frank Dittmann von der 130 Quadratmeter Wohnfläche und einem riesigen Garten mit Blick in die freie Natur.

Das wäre in Münster unbezahlbar gewesen, weiß der Pendler, der im Nachtversand der Westfälischen Nachrichten arbeitet und fast täglich zum Verlag an die Hansalinie muss. „Ich bin in 20 Minuten da“, beschreibt der Wahl-Holthau­sener seine Route, die über Albachten, Roxel, Havixbeck führt mit nur einer Ampel. Nach einem Rotationsprinzip arbeiten er und seine vier Kollegen im Wechsel in der Früh- oder Nachtsicht.

„Das ist auf dem Land eben so“, beschreibt er die Notwendigkeit, dass seine Frau – sie arbeitet stundenweise im Billerbecker Altenheim – auch ein Auto braucht. Doch dass nehmen die Eheleute gerne in Kauf. Dafür haben sie viel freie Natur um sich herum, die sie auch genießen, wenn sie mit ihrem Hund Nero spazieren gehen.

Weil es in Holthausen kaum Lichtverschmutzung gibt, macht Vater und Sohn auch das neue Teleskop besonders viel Spaß, denn so können sie fast unbegrenzt Sterne gucken. Ob im eigenen Garten, oder in den umliegenden Bauerschaften, die ganze Umgebung scheint für die Dittmanns ein wahres Paradies zu sein. Wenn sie dann mal in Urlaub fahren, geht es in die Eifel oder nach Dänemark. „Dort ist es so schön ruhig“, schwärmt der WN-Kollege, der die Abgeschiedenheit dem Land als Ausgleich zu seiner anstrengenden Schichtarbeit besonders zu schätzen weiß.

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