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Ratsmehrheit stimmt Reaktivierung des „Alten Kirchwegs“ zu

„Wir sollten den ersten Schritt machen“

Laer

Während seiner Sitzung am Mittwoch ist die Mehrheit des Gemeinderates der Empfehlung des Bau- und Umweltausschusses gefolgt, Bürgermeister Manfred Kluthe mit der Prüfung der Reaktivierung des „Alten Kirchwegs“ als Rad- und Wanderweg zu beauftragen. Während CDU, Grüne und SPD dem entsprechenden Antrag zustimmten, trug Grünen-Fraktionschef Hubert Bröker die Bedenken seiner Partei vor. 

Von Sabine Niestert

Fast alle Beschlüsse wurden während der Ratssitzung am Mittwochabend einstimmig gefasst. Lediglich beim Thema „Reaktivierung“ des ‚Alten Kirchwegs‘ als Rad- und Wanderweg“ (wir berichteten) war es mit der Einigkeit vorbei. Wie bereits während der vorausgegangenen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 23. August machte Grünen-Fraktionsvorsitzender Hubert Bröker noch einmal seine Bedenken deutlich, die letztendlich dazu führten, dass er zum Ende der Diskussion den Beschlussvorschlag ablehnte und seine drei Fraktionskollegen sich der Stimme enthielten, während CDU, SPD und FDP zustimmten.

Natürlich begrüße seine Partei grundsätzlich die Förderung und Anlegung neuer Radwege im Allgemeinen sowie das Engagement der Bürger, aber es gelte dabei, einige Punkte zu bedenken, die bei der Abwägung des Antrags zu berücksichtigen seien, so Bröker. „Wenn eine Wegeverbindung geschaffen wird, sinken die Chancen, doch noch Radwege entlang der Land- und Kreisstraße durchzusetzen“, gab der Fraktionschef zu bedenken. Er schlug vor, das gesamte nicht unter Radweg laufen zu lassen, sondern als touristische Verbindung zweier Ortsgemeinden Laer und Nordwalde mit der Bezeichnung „Kirchpättken Flooth“. Um das mit der Argumentation einer Stärkung der Vermarktung regional erzeugter Produkte zu verknüpfen, regte er an, diesen Antrag im Bereich Tourismus an den Sozialausschuss zu verweisen, dort neu zu formulieren und beraten zu lassen. Hier gäbe es ganz andere Fördermöglichkeiten seitens des Kreises und des Landes und der Eigenanteil der Gemeinde würde dort sicherlich besser in das finanzielle Konzept des Haushaltes passen. Mit diesem Vorschlag konnten sich die anderen Fraktionen allerdings nicht anfreunden.

„Wir sollten den ersten Schritt machen“, appellierte FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Lendermann an die Ratsmitglieder, dem Beschlussvorschlag des Bauausschusses zu folgen. „Wir wollen Gas geben“, drängte auch Bürgermeister Manfred Kluthe auf einen klaren Auftrag für den Verwaltungsvorstand. „Wir könnten die Einwendungen der Grünen miteinfließen lassen“, schlug Sozialdemokrat Jürgen Epping vor. Ähnlich sah das Christdemokrat Dr. Matthias Heuermann, der erklärte, dass er einige der Argumente der Grünen-Fraktion für nachvollziehbar halte.

Bröker hatte unter anderem vorgeschlagen, die Bezeichnung Radweg nicht zu verwenden, da eine wassergebundene Decke ebenso wie die vorgeschlagene Breite von zwei Metern dem Standard eines heutigen Radweges nicht entspräche. Zudem wies er darauf hin, dass die Verbindung an einer hochsensiblen Ausgleichsfläche entlang führe und es eine Querung an der Kreisstraße mit erlaubtem Tempo 70 gäbe.

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