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Verein „Offensive“ zeigt Ausstellung von Upcycling-Artist Moritz Echterhoff

Alltagsdinge werden zum „Viehwerk“

Lengerich

Um das sogenannte Upcycling geht es bei der Kunst von Moritz Echterhoff. Was genau hinter seinen Arbeiten steckt? Davon können sich Lengericher derzeit ein Bild machen. Arbeiten sind in den Schaufenstern des ehemaligen Sporthauses Dierker ausgestellt.

Bis Ende August zeigt der Upycling-Artist Moritz Echterhoff seine Werke in den Schaufenstern des ehemaligen Sportgeschäfts Dierker am Rathausplatz. Foto: Detlef Dowidat

Sie heißen Eddi Elch, Katja Krake, Walter Wolf, Almuth Antilope, Felix Fisch, Violetta Vogel, Natascha Nashorn oder Klara Kolibri. Es handelt sich um charakterstarke Tierwesen, die aus alten Werkzeugteilen zur Kunst wurden und zum Schmunzeln anregen. Dahinter steckt der Upcycling Artist Moritz Echterhoff. Seine Kunstwerke sind unter dem Begriff „Viehwerk“ derzeit als Schaufenster-Ausstellung im ehemaligen Sporthaus Dierker am Rathausplatz zu sehen. Organisiert hat die Präsentation der Verein „Offensive“.

Die Werke sind alle aus altem Material entstanden und jedes ist ein Unikat. Der junge Künstler versteht es, aus alten, vergessenen und vor sich hin rostenden Werkzeugen Kunst mit Augenzwinkern zu schaffen. So wird aus einer Harke und einem alten Hammerstiel ein Elch oder aus dem Griff einer Kelle und einem abgebrochenen Pinsel ein Vogel. Eines ist jedoch allen gemeinsam: der unglaubliche Charme, heißt es in einem Pressebericht.

„Durch die Kombination von unterschiedlichen Materialien, Farben und Formgebungen wird einmaliges Vieh geschaffen. So wird beispielsweise aus einem Spülschwamm ein Schaf und aus einem Feilenheft ein Dackel. Die dafür verwendeten und aus dem Kontext entfernten Alltagsgegenstände ermöglichen dem Betrachter, die Dinge mit anderen Augen zu erfahren“, erläutert der Künstler.

Die Fundorte für das Ausgangsmaterial seien sowohl Schrottplätze und Bauernhöfe, als auch Wälder und Strände. „Bei der Auswahl faszinieren Alltagsgegenstände, die einerseits durch ihre Abnutzung etwas über ihre bisherige Verwendung verraten und andererseits durch ihre funktionale Gestaltung gut für das Schaffen von karikativen Tierwesen geeignet sind“, merkt Echterhoff an.

Der Entstehungsprozess sei von den Fundstücken abhängig und erfolge spontan, manchmal über Stunden, manchmal über Wochen. Die Verbindung der Komponenten sei situationsabhängig und erfolge mittels Steck-, Kleb-, Schraub- oder Schweißverbindungen. Die Oberflächenbeschaffenheit werde zum Teil bearbeitet, aber oft auch im Ursprung belassen. „Dabei bilden Rost, vergilbte Farbe, Risse, Löcher und Macken die Grundlage für authentische Skulpturen“, verrät der Konstruktionsmechaniker, Gestalter im Handwerk, Metallbaumeister und Projektgestalter mit Fachhochschulabschluss.

Das Tolle an seiner Arbeit sei, dass ihn einerseits die Farben und Formen in seiner Umwelt stets inspirieren würden und andererseits das Endergebnis immer wieder überraschend sei.

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