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Besucherkontrollen

Anziehungspunkt Canyon: 70 kostenpflichtige Verwarnungen

Lengerich

70 kostenpflichtige Verwarnungen, drei Kontrolleinsätze – so fällt die bisherige Bilanz 2021 des Kreises für den Canyon in Lengerich aus. Mit den abgesperrten Bereichen im Naturschutzgebiet nehmen es etliche Besucher offenbar nicht so genau.

-mzb-

Das spätsommerliche Wetter Anfang September lockte an den Wochenenden zahlreiche Besucher an den Canyon. Der ganz große Ansturm, wie er noch vor einigen Monaten zu beobachten war, blieb zuletzt aber aus. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Ein Tropfen auf den heißen Stein oder doch ein wirksames Mittel, das illegale Besucher abschreckt? Wie die Kreisverwaltung auf Anfrage der WN mitteilt, hat es seit dem Frühjahr drei Kontrollen im Naturschutzgebiet rund um den Canyon gegeben. Dabei seien 70 kostenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen worden.

Das Gebiet steht seit dem Beginn der Pandemie im besonderen Fokus. Immer wieder beschwerten sich Anwohner und andere Lengericher über Massen an Besuchern, die es an den Teuto-Südhang zog. Die Folgen: Müll und Parksünder, zum Teil dichtes Gedränge an den Aussichtspunkten, Ausflügler, die Verbotsschilder ignorierten und in die geschützten Bereiche „einmarschierten“. Ein Negativ-Höhepunkt war Anfang Mai erreicht, als es zu einem Polizeieinsatz kam und die Personalien von 40 Menschen, die sich im geschützten Bereich aufhielten, von den Beamten aufgenommen wurden.

Dritter Ranger wurde eingestellt

Ob Lokalpolitik, Stadtverwaltung oder Landrat – schon lange herrscht Einigkeit darin, dass gegen diese Auswüchse etwas getan werden muss. Wie es seitens des Kreises nun weiter heißt, habe es zwischenzeitlich erneut einen Termin des Arbeitskreises Canyon in Lengerich gegeben. „Besprochen wurden weitere Maßnahmen der Gebietssicherung und der Information. An der Umsetzung wird zurzeit gearbeitet.“

Zudem ist ein dritter Ranger eingestellt worden – der, wie seine zwei Kollegen, jedoch für alle Schutzgebiete im Kreis zuständig ist. Ihre zeitliche Präsenz am Canyon dürfte sich also in Grenzen halten. Für 2022 sieht der Stellenplan des Kreises des weiteren den Einsatz von zehn Kontrolleuren auf 450-Euro-Basis vor, auch sie wären für den ganzen Kreis zuständig.

Aufklärung zu Schutzzwecken

Grundsätzlich wird die Linie verfolgt, durch Aufklärung und bessere Sicherung das Gebiet in Zukunft besser zu schützen. Dass daran noch gearbeitet werden muss, zeigte sich zuletzt Anfang September, als viele Besucher das Spätsommerwetter für einen Ausflug zum Canyon nutzten – und nicht wenige die Schilder ignorierten, auf denen darauf hingewiesen wird, dass das Betreten einiger Bereiche rund um das Wasser untersagt ist.

Vielmehr scheinen sie von manchen eher als Hinweis darauf verstanden zu werden, dass sie auf dem richtigen Weg hinunter zur „Blauen Lagune“ sind.

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