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Die Feiertage im Altenzentrum „Haus Widum“

Auch zum Fest arbeiten am Limit

Lengerich

Weihnachten im Altenheim, das ist anders als zu „normalen“ Zeiten und stellt, wie die gesamte Corona-Pandemie, Beschäftigte und Bewohner vor besondere Herausforderungen. Sonja Bender, Geschäftsführerin vom Altenzentrum Haus Widum, kennt die Details.

Gernot Gierschner

Da auch die Weihnachtsfeier für die Beschäftigten ausfallen musste, erhielten diese von der „Nikolaus-Frau“ (Sonja Bender) als kleinen Dank Lengerich-Gutscheine im Wert von je 40 Euro. Foto: Gernot Gierschner

Das Weihnachtsfest im Lockdown stellt die Bewohner und Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen vor neue besondere Herausforderungen. Jetzt wurden die schon strengen Hygienevorschriften noch einmal verschärft. Das führe zu einer umfangreichen Anpassung der Arbeitsabläufe, von der Pflege über die Betreuung bis hin zum Management der Besuche, erklärt die Geschäftsführerin vom Altenzentrum Haus Widum, Sonja Bender: „Die sich verändernden Bestimmungen fordern hohe Flexibilität der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die parallel hierzu geltende Maskenpflicht wirkt sich ebenfalls belastend auf die tägliche Arbeit aus.“

Seit Beginn der Pandemie würden viele Mitarbeiter auf private Kontakte verzichten und sich in der Freizeitgestaltung einschränken, um das Infektionsrisiko zu minimieren, berichtet Bender: „Vor Corona war es schwer vorstellbar, welch enormer Aufwand mit der Ermöglichung von Sozialkontakten sowie der Sicherstellung von gesellschaftlicher Teilhabe für unsere Bewohner verbunden sein kann.“ Dieser Herausforderung stellten sich die Beschäftigten nun jeden Tag von Neuem, sorgen so dafür, „dass der Laden läuft“ – wie Kanzlerin Angela Merkel es jüngst formulierte. Und das selbst jetzt, wo der Applaus längst verklungen ist.

„Für viele Bewohner ist die Lage belastend, da sie in ihren sozialen Kontakten stark eingeschränkt werden. Sie wünschen sich einen ungehinderten Zugang zu ihren Angehörigen, was ja nur schwer möglich ist“, sagt Bender. Große Hoffnungen setzen die Bewohner auf die kommende Impfung: „Dann läuft es endlich wieder normal.“ Auch viele Angehörige schränkten die Besuchskontakte ein, um kein Infektionsrisiko in die Einrichtung zu tragen. Besonders auffällig sei trotz allem die positive Grundeinstellung der Bewohner und Bewohnerinnen: „Das geht auch vorbei, wir haben Schlimmeres erlebt“, laute der Tenor.

Die Vorweihnachtszeit ist normalerweise geprägt von einer Vielzahl an Veranstaltungen – zum Teil mit Angehörigen oder Musikern. Um trotz des Ausfalls ehrenamtlicher oder professioneller Helfer Veranstaltungen zu ermöglichen, war viel Kreativität und vernetztes Arbeiten aller notwendig. „So haben wir in diesem Jahr Musiker wie Trompeter oder Saxofonspieler im Hof auftreten lassen. Auch die Klinik-Clowns waren vor Ort und sorgten mit ihren heiteren Weihnachtsliedern für Abwechslung und leuchtenden Augen bei unseren Bewohnern,“ berichtet die Geschäftsführerin.

Für die Tage um Weihnachten sind weitere Freiluft-Konzerte geplant. So werden Jens Hoge (Bariton), Hendrik Kläpker (Trompete) und Thore Hasenpatt (Trompete) spielen. Die Weihnachtsfeiern finden in den Wohnbereichen statt, um insgesamt das Infektionsrisiko gering zu halten. Ein Gottesdienst wird im Innenhof stattfinden, um zeitgleich möglichst viele Bewohner teilhaben zu lassen. Sonja Bender beschreibt all das mit den Worten: „Wir werden auch in diesem Jahr mit den Bewohnern Weihnachten feiern – aber alles ist anders“.

Mit Blick auf die Belegschaft und die grassierende Pandemie betont die Geschäftsführerin, sie sei „stolz auf den Teamgeist und die Kraft und den Mut, den unsere Mitarbeitenden zeigen und zum Wohl unserer BewohnerInnen einsetzen“. Freuen wird die Pflegerinnen und Pfleger, dass sie in den vergangenen Wochen und Monaten nicht nur reichlich warme Worte bekommen haben. Im Dezember erhielten die Widum-Beschäftigten eine weitere Corona-Prämie von bis zu 900 Euro.

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