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Tecklenburger verdienen im Vergleich ganz gut

Auskommen mit dem Einkommen

Tecklenburger Land

Deutliche Unterschiede zwischen den Kommunen Ladbergen, Lengerich, Lienen und Tecklenburg gibt es bei den Einkommen der Steuerpflichtigen. Die Festspielstadt rangiert in einer Auflistung des Statistischen Landesamts deutlich vor den anderen drei Orten. Aber wofür wird das Geld ausgegeben?

Michael Baar

Den größten Teil der monatlichen Ausgaben wenden Steuerpflichtige fürs Wohnen auf. Foto: Dietmar Jeschke

Mit 43 278 Euro Einkommen je Steuerpflichtigem liegt die Stadt Tecklenburg landesweit auf Rang 67. Das hat das Statistische Landesamt auf Basis der Einkünfte im Jahr 2016 ausgerechnet. Im Kreis Steinfurt belegt die Festspielstadt damit den dritten Rang hinter Altenberge (56 004 Euro) und Laer (44 233 Euro). Die Nachbarkommunen Lienen (38 433 Euro, Rang 247), Ladbergen (38 277 Euro, Rang 255) und Lengerich (35 737 Euro, Rang 340) liegen deutlich dahinter. Zusammen veranlagte Ehegatten werden bei dieser Erhebung als ein Steuerpflichtiger gezählt, heißt es in der Pressemitteilung.

Nun stehen diese Beträge nicht zur freien Verfügung. Davon müssen die Steuerpflichtigen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Immerhin 27,4 Prozent des Betrages werden durchschnittlich zur Bestreitung der Wohnkosten ausgegeben. Eingerechnet sind dabei die Kosten für Wasser, Abwasser, Energie, Heizung. Für Eigentümer kommen noch die Ausgaben für die Instandhaltung der Wohnung beziehungsweise des Hauses, Hypothekenzinsen, Versicherungsbeiträge und sonstige Wohnkosten, hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet.

Lebenssituation hat Einfluss auf die Ausgaben

Dabei gibt es deutliche Unterschiede je nach Lebenssituation. Wer alleine lebt, muss mehr als ein Drittel (39,7 Prozent) seiner Einkünfte fürs Wohnen ausgeben. Alleinerziehende wenden ebenfalls – im statistischen Durchschnitt – mit 35 Prozent mehr als ein Drittel ihrer Einkünfte fürs Wohnen auf. Bei zwei Erwachsenen ohne Kinder sinkt dieser Anteil auf gut ein Viertel (25,5 Prozent) der Einkünfte. Leben zwei Kinder mit im Haushalt, gehen 22,1 Prozent der Einkünfte fürs Wohnen drauf.

Wesentlich prekärer ist die Situation bei den Menschen, die als armutsgefährdet gelten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind davon 16 Prozent der Bevölkerung bedroht. Als Schwellenwert für eine Armutsgefährdung für Alleinlebende gilt ein Einkommen von 13 628 Euro im Jahr.

Viel fürs Wohnen, wenig für Bildung

Das Statistische Bundesamt hat aufgeschlüsselt, wie sich die monatlichen Ausgaben eines Bundesbürgers verteilen:

Mit 60,1 Prozent der Ausgaben bleiben Alleinlebenden kaum finanzielle Mittel für andere Dinge als Wohnen. Bei Alleinerziehenden sinkt dieser Wert auf 49,2 Prozent. Auch bei zwei Erwachsenen geht knapp die hälfte (48,7 Prozent) der Einnahmen fürs Wohnen drauf. Leben zwei Kinder mit im Haushalt, fressen die Wohnkosten immer noch 37,6 Prozent der Einkünfte auf. Basis sind Zahlen aus dem Jahr 2016. Zwei Jahre später müssen im Durchschnitt aller Haushalte nur Alleinerziehende mit 35,4 Prozent etwas mehr von ihrem Einkommen fürs Wohnen ausgeben. Bei den von Armut gefährdeten Mitmenschen müssen sowohl Alleinerziehende (plus 1,2 Prozentpunkte) wie auch zwei Erwachsene mit zwei Kindern (plus 6,1 Prozentpunkte) mehr für ihre Unterkunft ausgeben.

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