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Experte empfiehlt Umstellung auf LED-Technik

Bekommen die Sportstätten neue Flutlichtanlagen?

Lengerich

Über die Vorzüge von LED-Flutlichtanlagen referierte Olaf Schimmelpfennig aus Telgte am Mittwoch im Sportausschuss. Eine Umrüstung aller entsprechenden Anlagen in Lengerich würde die Stadt allerdings teuer zu stehen kommen.

-mzb-

Flutlicht ist nicht gleich Flutlicht. Über die Vorteile der LED-Technik informierte am Dienstag ein Experte die Mitglieder des Sportausschusses. Foto: Jan Kappelhoff

Es dürfte sich zumindest für die meisten Mitglieder des Sportausschusses ziemlich gut angehört haben, was Olaf Schimmelpfennig am Mittwochabend vortrug. Der Fachmann aus Telgte war eingeladen worden, um über die Vor- und Nachteile von LED-Flutlichtanlagen zu berichten. Dabei war seine Pro-Liste wesentlich länger als die der Argumente, die aus seiner Sicht gegen die LED-Technik für Sportanlagen sprechen würden. Der Haken an der Sache: Eine Umrüstung aller entsprechenden Anlagen in Lengerich würde den kommunalen Haushalt mit einem sechsstelligen Euro-Betrag belasten.

Das Thema kam dank der CDU auf die Tagesordnung. Die hatte bereits vor einem knappen halben Jahr einen Antrag gestellt, dass geprüft werden solle, ob die Stadt bei einer Umrüstung von einer staatlichen Förderung profitieren könnte.

Das ist der Fall; 35 Prozent der Kosten könnten so abgedeckt werden, informiert die Verwaltung in ihrer Vorlage für den Ausschuss. Damit nicht genug. Experte Schimmelpfennig führte an, dass LED-Technik auf dem Sportplatz zu einem wesentlich niedrigeren Energieeinsatz führen würde und die entsprechenden Kosten um 60 bis 70 Prozent sinken würden. Das Weniger an Energie würde auch zu einem Weniger an CO2-Ausstoß führen. Für Lengerich berechnete er ein Minus von 377 Tonnen in 20 Jahren.

Auch aus anderen Gründen seien die Halogendampfleuchten, die noch auf den meisten Sportplätzen und auch in Lengerich zum Einsatz kämen, gegenüber LED im Nachteil, konstatierte Schimmelpfennig. Da es sich mittlerweile um eine veraltete Technik handele, sei es immer schwerer, an Ersatzteile zu kommen – und das in dem Wissen, dass die Tage des betagten Flutlichts ohnehin gezählt seien. Anwohner würden beim Einsatz von LED weniger durch Lichtemissionen belastet als bei Halogendampfleuchten, weil erstere wesentlich zielgerichteter eingesetzt werden könnten. Gesetzlichen Grenzwerten, die momentan vielerorts nicht eingehalten würden, könne man so auch gerecht werden. Und während die alten Strahler bis zu 800 Grad heiß und so zu Todesfallen für viele Insekten würden, gingen vom LED-Flutlicht wesentlich geringere Risiken für Tiere aus.

Schlussendlich verwies der Fachmann noch auf die hohe Lebensdauer der LED-Strahler. Er sprach von 100 000 Nutzungsstunden und davon, dass im Schnitt pro Jahr auf einem Sportplatz 600 Stunden Flutlicht gebraucht werden.

Einen Beschluss fassten die Ausschussmitglieder trotz all der positiven Aspekte, die der Gast aus Telgte LED-Flutlichtanlagen zuschrieb, nicht. Zwar hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die Umrüstung zu beschließen und einen Förderantrag auf den Weg zu bringen. Doch die Lokalpolitiker wollen sich mit einer Entscheidung bis zur nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 7. Dezember, Zeit lassen. Zum einen, um all die Informationen, die sie am Dienstagabend bekamen, zu bewerten. Und zum anderen, um angesichts der erheblichen finanziellen Herausforderungen, vor denen die Stadt ohnehin steht, zu entscheiden, ob über 100 000 Euro fürs Flutlicht in die Hand genommen werden sollen.

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