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Stadtentwicklung Lengerich

Bittsteller und Dienstleister

Lengerich

Vor den Ferien haben Studenten der Hafen-City-Universität Hamburg ihre Ideen für die künftige Nutzung der Brachfläche nördlich der Gempt-Halle vorgestellt. Parallel dazu hat der Stadtrat das Stadtentwicklungskonzept auf den Weg gebracht. Dieses Leitbild soll im Sommer 2017 stehen. Ein ambitionierter Zeitplan, das räumt Bürgermeister Wilhelm Möhrke ein. Es ist nicht das einzige Thema im Gespräch mit WN-Redakteur Michael Baar.

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Fingerzeig: Bürgermeister Wilhelm Möhrke weist auf die Brachfläche nördlich der Gempt-Halle. In der Hand hält er eine Auswertung der Hamburger Studenten zum Nutzungsverhalten in der gesamten Innenstadt. Foto: Michael Baar

Wie war die Resonanz auf die Präsentation der Studenten-Ideen für die Nutzung der Brachfläche an der Gempt-Halle?

Wilhelm Möhrke: Im privaten Bereich habe ich sehr viele Reaktionen erhalten. Der überwiegende Tenor: Gut, dass dieses Thema angepackt wird.

Und offizielle Rückmeldungen von Bürgern, beispielsweise nach den Präsentationen in Stadtsparkasse und VR-Bank?

Wilhelm Möhrke: Das sind eher wenig. Obwohl aus beiden Instituten zu hören war, dass sich viele Menschen die Entwürfe, Skizzen und Modelle angeschaut haben.

Woran liegt diese Zurückhaltung der Lengericher?

Wilhelm Möhrke: Die Bürger sind es nicht gewohnt, bei der Weiterentwicklung der Stadt mitzuwirken. Vor rund 20 Jahren gab es mal die Planungszellen, das war´s.

Aber der Slogan, Stadt mit Weitblick?

Wilhelm Möhrke: Der muss inhaltlich entwickelt und vorgelebt werden.

Dazu ist am 12. September Gelegenheit für die Fläche nördlich der Gempt-Halle?

Wilhelm Möhrke: Dann gibt´s eine Info-Veranstaltung, die aber mehr ein Workshop werden soll. Ich hoffe auf viele Teilnehmer, die an dem Abend auch ihre Wünsche äußern, egal ob es sich um einen Teich, Wohnbebauung oder einen Parkplatz handelt.

Der Stadtmarketingverein „Offensive“, dessen Vorsitzender Sie waren, hat viele Ideen entwickelt. Müssen Sie sich als Bürgermeister in der Hinsicht zügeln?

Wilhelm Möhrke: Bei der „Offensive“ haben wir das im Team gemacht. Jetzt müssen Politik und Verwaltung eingebunden werden. Im Grunde bin ich ein Bittsteller geblieben (lacht).

In den ersten Monaten Ihrer Amtszeit war die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat nicht einfach?

Wilhelm Möhrke: Es gab Anlaufprobleme, weil es für beiden Seiten neu war. Mittlerweile hat sich das eingespielt, das Miteinander ist entspannter geworden.

Gilt das auch für die Erwartungshaltung der Politik gegenüber der Verwaltung?

Wilhelm Möhrke: Ich denke schon, dass der Rat erkannt hat, dass die Verwaltung nicht alles leisten kann.

Was haben Sie im ersten Jahr als Bürgermeister geschafft?

Wilhelm Möhrke: Ich bin bemüht, als Dienstleister der Stadt und den Bürgern zu dienen. Aber ein Jahr ist noch nicht um.

Was werden Sie im Oktober antworten?

Wilhelm Möhrke: Dass die Schulfrage beantwortet ist und der Weg zur Gesamtschule fortgesetzt wird. Mit den Nachbarn Tecklenburg und Lienen.

Wo steht die Stadt im Jahr 2020?

Wilhelm Möhrke: Auf das Thema Schule bezogen wird die Gesamtschule etabliert sein.

Und bezogen auf die Stadt?

Wilhelm Möhrke: Lengerich wird attraktiver sein mit weniger Leerständen und mehr Wohnbevölkerung im oder nahe am Zentrum.

Eine Auswirkung des Stadtentwicklungskonzepts?

Wilhelm Möhrke: Sicherlich, wenn wir für uns das Bild der Stadt entwickeln und die Politik und die Bürger mitziehen. Als Verwaltung können wir nur den Rahmen beeinflussen, um Lengerich lebenswert erscheinen zu lassen. Den Rest müssen alle gemeinsam bewerkstelligen.

Da gehören doch auch die Unternehmen, gerade die großen, mit ins Boot?

Wilhelm Möhrke: Da ist auch die Industrie gefordert, nicht nur gute Jobs anzubieten.

Sondern auch?

Wilhelm Möhrke: Manchmal in die Stadt zu investieren, außerhalb des Unternehmens. Erste Ansätze gibt es ja.

Und die Bürger?

Wilhelm Möhrke: Müssen sich auch einbringen.

Welche Gruppe fehlt?

Wilhelm Möhrke: Gerade das sogenannte Bildungsbürgertum dürfte sich mehr einbringen.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Stadt?

Wilhelm Möhrke: Zuhause . . .

Außerhalb des eigenen Hauses beziehungsweise Gartens?

Wilhelm Möhrke: Das kann der Rathausplatz sein, beispielsweise am Donnerstag bei „Rock am Rathaus“. Oder wenn ich mit den Hunden im Teuto unterwegs bin. Oder in der Eisdiele – (überlegt) eigentlich überall dort, wo ich fröhliche Gesichter sehe.

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