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„Lengerich fährt aufs Land“

Blicke hinter Hof- und Stalltore

Lengerich

Hunderte Besucher haben sich am Sonntag auf den vier Betrieben umgesehen, die im Rahmen der Lengericher Höfetour ihre Hof- und Stalltore geöffnet haben. Ziel des landwirtschaftlichen Berufsstandes bei dieser Aktion: Mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen.

Michael Baar

Die Vielfalt der Landwirtschaft präsentierten die beteiligten Höfe bei der Premiere von „Lengerich fährt aufs Land“. Nicht jedes Rind auf dem Hof Höcker ließ sich streicheln (oben links). Foto: Michael Baar

Die Fahrradabstellplätze werden schon vor dem offiziellen Startschuss der Veranstaltung knapp. Die Plätze auf der zum Autoparkplatz umfunktionierten Wiese füllen sich zügig. Unschlüssig betrachtet mancher Besucher die überdimensionalen Plastikschuhe vor dem Hoftor in Empfang. Wer bis hierher gekommen ist, nimmt auch die letzten Schritte unter die umhüllten Schuhsohlen.

„Lengerich fährt aufs Land“ ist das Thema der ersten Höfetour, zu der Landwirtschaftlicher Ortsverein, Landfrauen und Landjugend am Sonntag eingeladen haben. Die erste „Belohnung“ für die immense Arbeit, die hinter dieser Veranstaltung steckt, gibt´s in Form des idealen Radler-Wetters. Und danach jede Menge Informationen darüber, wie Landwirte heute arbeiten. „Es ist viel Halbwissen unterwegs, fragen Sie“, fordert Stefan Höcker bei der offiziellen Eröffnung der Tour auf seinem Hof die Besucher auf. Und die machen davon reichlich Gebrauch, auch auf dem Hof Korte, dem Gut Erpenbeck und dem Hof Knippenberg.

„Wir arbeiten und leben mit der Natur“, hat Stefan Höcker gesagt. Bilder und Info-Tafeln klären darüber auf, zahlreiche Helfer als Ansprechpartner stehen zur Verfügung und versuchen, dem empfundenen Halbwissen entgegenzuwirken.

„Wenn Lebensmittel billig sein sollen, bleibt vieles auf der Strecke, auch das Tierwohl“, stellt Wilhelm Möhrke fest. Der Bürgermeister begrüßt die Initiative des Berufsstandes. Dass Lengerich eine Fairtrade-Stadt ist, begrüßt er mit Blick auf auskömmliche Erlöse, beispielsweise für Kaffee- oder Bananenanbauer.

„Doch wie sieht´s mit der heimischen Landwirtschaft aus?“ Jeder sollte sich hinterfragen, ob er bereit sei, für gute Qualität auch gutes Geld zu bezahlen. Und man solle sich bewusst machen, was die Landwirtschaft für die Gesellschaft leistet, fügt er hinzu.

Dass die Höfetour auf Dialog setze, beurteilt auch Christina Schulze-Föcking als „ganz wichtig. Es muss Verständnis füreinander entwickelt werden.“ Die NRW-Landwirtschaftsministerin unterstrich, dass Land- und Forstwirte nachhaltig arbeiten, „weil sie den Blick auch auf die kommenden Generationen richten“.

Bei den Einblicken und Informationen zu den vier Höfen Höcker, Korte, Gut Erpenbeck und Knippenberg bleibt es am Sonntag nicht. Ein umfangreiches Rahmenprogramm, unter anderem mit der Chorgemeinschaft aus MGV „Heimatklang“ Settel und MGV Antrup, den Jagdhornbläsern Ostbevern, den Treckerfreunden Lengerich, rundet den Tag ab. An Leckereien und Getränken fehlt es ebenfalls nicht.

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