AWO-Kindertagesstätten halten Kontakt zu ihren Schützlingen

Briefe, Videos und Spielideen

Lengerich

Statt 250 Kindern sind derzeit nur gut 50 Kinder in der Notbetreuung in den AWO-Kindertagesstätten in der Stadt. Wie sich die Teams mit Kinder und Eltern austauschen, wertet die Arbeiterwohlfahrt für ein Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung und der Einsicht in die durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen.

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Von Kinder und Eltern gemaltes Dankeschön. Foto: AWO

Seit Mitte März, als alle Kindertagesstätten wegen der Corona-Pandemie geschlossen wurden, sieht der Alltag in den AWO-Kitas in Lengerich deutlich anders aus. Von den 250 Kindern, die regulär die Einrichtungen besuchen, kommen derzeit etwa 55, heißt es in einer Pressemitteilung. Ihre Eltern sind entweder in systemrelevanten Berufen tätig, die Betreuung ist aus sozialpädagogischen Gründen sinnvoll oder die Kinder gehören zu einer der Gruppen, die seit dem 14. Mai wieder eine Kita besuchen dürfen.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kitas heißt das nicht, weniger Kinder gleich weniger Arbeit. Im Gegenteil: Sie müssen zum Beispiel zahlreiche administrative Aufgaben erledigen, setzen Hygienemaßnahmen um, richten Notgruppen ein und berücksichtigen, dass ältere Kolleginnen und Kollegen sowie jene mit Vorerkrankungen nicht eingesetzt werden. Dennoch schaffen sie es, den Kindern in der Kita ein kleines Stück Normalität zu bieten.

Besonders wichtig ist den Teams, dass sie weiter den Kontakt zu allen Kindern und deren Familien halten. Die AWO-Kita am Brandteich schrieb Briefe an Kinder und Familien mit Bastel- und Faltideen, Fingerspielen, Ausmalbildern, Spielideen und die Bitte, „Stockmännchen“ zu basteln und am Gartenzaun der Kita zu befestigen (WN berichteten).

Das Team der AWO- Kindervilla an der Rahestraße hat Grüße per Video aus dem Kindergarten geschickt. Die Kinder erlebten täglich die Erziehenden in kleinen selbstgedrehten Filmen mit unterschiedlichen Anregungen und Angeboten für die Familien. Dazu zählen zum Beispiel Bilderbuchbetrachtungen, Geschichten, Puppentheater, einfache Rezepte zum Nachkochen, ein Erklär-Video zur Butterherstellung, viele Lieder und unterschiedliche Bastelangebote. Auch entstanden viele informative Filme beim Nähen von Masken, bei der Dekoration der Räume und der Anlage eines Hochbeetes für die Kinder. Viele Kinder und Familien schickten gemalte Bilder oder zeichneten mit Kreide einen Gruß für das Team vor der Haustür.

Regenbogen an die Tür gemalt als Zeichen „Wir bleiben zu Hause“, hat das Team der AWO-Kita an der Martin-Luther-Straße. Eltern und Kinder wurden angerufen und bekamen Post mit Kreativ-Angeboten. Als Antwort kamen von einigen Kindern Bilder oder Gebasteltes per Post. Diese hängen im Flur und die Kinder der Notgruppe schauen sie sich jeden Tag an. Eine Kollegin hat laut Bericht einmal die Post für die Kinder an jede Haustür gebracht und mit Abstand Kontakt zu Kindern und Eltern gehabt.

Regelmäßig telefonischen Kontakt mit Kindern und Familien hält auch das Team der AWO-Kita an der Münsterstraße mit. So wurde über die aktuelle Situation informiert sowie Bastelideen, Rezepten und Spielideen für den Tag zu Hause vermittelt. Jedes Kind hat die Geschichte „Aufregung im Wunderwald“ – ein Bilderbuch von Björn Enno Hermans und Annette Walter – bekommen.

„Wir vermissen „unsere“ Kinder sehr“, heißt es in allen Kitas. Für die Tagesstätten ist eine schrittweise Wiedereröffnung vorgesehen. Seit dem 14. Mai dürfen alle Vorschulkinder mit einer Anspruchsberechtigung nach dem Bildungs- und Teilhabepaket und Kinder mit Behinderungen wieder in die Kita. Seit dem 28. Mai können alle weiteren Vorschulkinder kommen. Für Juni ist geplant, dass alle Kinder vor den Sommerferien ihre Kita besuchen können. Wie das konkret umgesetzt werden kann, wird derzeit in den Einrichtungen erarbeitet. Ein normaler Regelbetrieb scheint jedoch auf längere Sicht nicht möglich, schreibt die AWO.

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