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Polizei gedenkt der erschossenen Kollegen

Das Geschehene hinterlässt Spuren

Lengerich

Deutschlandweit ist am Freitag der beiden am Montag erschossenen Polizisten gedacht worden. Auch auf der Wache in Lengerich legten die Beamten eine Schweigeminute für ihre Kollegen ein. Polizeisprecherin Heike Piepel sagt, dass die Tat die Einsatzkräfte sehr schockiert habe und sie stark beschäftige.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Mit Trauerflor versehen sind die Fahrzeuge der Wache an der Bahnhofstraße. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Auch auf der Lengericher Polizeiwache ist am Freitag der beiden jungen Kollegen gedacht worden, die am Montag im rheinland-pfälzischen Kusel während einer Verkehrskontrolle erschossen worden sind. Um 10 Uhr wurde eine Schweigeminute für sie eingelegt. Heike Piepel, Sprecherin der Kreispolizeibehörde, sagt: „Die Tat macht sehr betroffen und sie schockiert uns alle“.

Ihren Worten zufolge gebe es in Lengerich nun sehr viele Gespräche unter den Beamten, um das Geschehene zu verarbeiten. „Das ist ein gutes Ventil“, gerade die jüngeren Polizisten würden in einer solchen Situation vom Austausch mit den älteren, erfahreneren Kollegen profitieren.

In den Dienstbesprechungen erhalte das Thema Eigensicherung derzeit noch einmal einen besonderen Stellenwert. Aber es sei auch schon vor der Tat in Rheinland-Pfalz für die Arbeit der Polizei von besonderer Bedeutung gewesen und regelmäßig behandelt worden.

Grundsätzlich sei es jetzt wichtig, „möglichst professionell“ mit dem Geschehenen umzugehen. Das heiße unter anderem, weiter unvoreingenommen auf die Menschen zuzugehen. „Wir sind bürgernah und wir werden es auch bleiben“, versichert die Sprecherin der Kreispolizeibehörde.

Unabhängig von den tödlichen Schüssen in Kusel werde auch die Polizei mit gesellschaftlichen Veränderungen konfrontiert, konstatiert Piepel. Das bedeute, dass Kollegen immer wieder und vermehrt mit mangelndem Respekt, Beschimpfungen und Beleidigungen konfrontiert würden. Klare Linie sei in solchen Fällen, das zur Anzeige zu bringen. Staatsanwaltschaften und Gerichte würden in der Folge dann oft Geldstrafen verhängen.

Nach Kusel, so Piepel weiter, zeige sich aber auch, dass die Polizei in weiten Teilen der Bevölkerung Rückhalt habe. Es habe „unheimlich viel Anteilnahme gegeben“. Entsprechende Kommentare seien über Facebook sowie per E-Mail in den vergangnen Tagen eingegangen. Zudem seien im Gebiet der Kreispolizeibehörde an mehreren Dienststellen von Bürgern Blumen und Kerzen niedergelegt worden. „So etwas tut allen Kollegen gut.“

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