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Citymanager Michael Rottmann über Neueröffnungen und die Situation in der Innenstadt

Das kleine Eis-Mekka

Lengerich

Michael Rottmann ist Lengerichs Citymanager. Als solcher weiß er natürlich auch, dass es zwei neue Eisdielen in der Stadt gibt und ein weiteres Eiscafé bald eröffnen soll. Wie er das bewertet und wie er die Situation des Zentrums in der Corona-Pandemie sieht, schildert Rottmann im Interview.

wn

Citymanager Michael Rottmann Foto: Michael Baar

Ein Thema, das in Lengerich zuletzt für reichlich Gesprächsstoff gesorgt hat, ist die Eröffnung der beiden Eisdielen in der Bahnhofstraße. Und damit nicht genug, am 1. Mai wird noch ein weiteres Eiscafé am Bodelschwinghplatz an den Start gehen, in dem unter anderem Softeis und Frozen Joghurt im Angebot sind. WN-Redakteur Paul Meyer zu Brickwedde hat darüber mit Citymanager Michael Rottmann gesprochen, der diese Entwicklung auch in die Gesamtsituation in der Innenstadt einordnet.

Herr Rottmann, essen Sie gerne Eis?

Michael Rottmann: Ich esse nicht allzu oft Eis. Wenn, dann meist die Klassiker. Malaga ist meine Lieblingssorte.

Nun scheint sich Lengerich zu einem kleinen Eis-Mekka zu entwickeln. Wie bewerten Sie das?

Rottmann: Neueröffnungen sind natürlich immer gut, denn das bedeutet ja auch weniger Leerstände. Nachdem wir zwischenzeitlich nur eine Eisdiele hatten, zeigt sich nun, dass es offenbar einen Markt in diesem Bereich in Lengerich gibt. Was ich bislang gesehen habe, ist, dass die Nachfrage ja durchaus groß ist.

Neben den Eisdielen gab es vor Kurzem auch noch die Eröffnung von „Das Lädchen“ in der Bahnhofstraße. Und all das während der schwierigen Corona-Zeit. Ist das schlicht Zufall oder ein Zeichen dafür, dass Lengerichs Innenstadt lebt?

Rottmann: Dass es zeitlich alles so eng zusammenfällt, ist sicher eher als Zufall zu werten. Aber in der Stadt passiert derzeit einiges. Über die anstehende Neugestaltung wird viel berichtet, was wiederum die als positives Signal werten, die darüber nachdenken, sich hier anzusiedeln.

Aber es heißt auch, dass sich gerade der Einzelhandel in Deutschland in einer Krise befindet, die durch die Pandemie noch einmal massiv verschärft wird. Ist also nach den Geschäftseröffnungen in Lengerich demnächst auch mit Schließungen zu rechnen?

Rottmann: Ich habe zuletzt mit vielen Geschäftsinhabern gesprochen. Danach gehe ich momentan nicht davon aus, dass es in nächster Zeit zu Schließungen kommt. Aber es spielt natürlich eine wichtige Rolle, wie lange Corona uns noch beschäftigen wird.

Und wie bewerten Sie die Lage generell in der Innenstadt?

Rottmann: Natürlich wird es für Geschäfte in den Fußgängerzonen zunehmend schwerer, der Versand über das Internet wird zu einer immer größeren Konkurrenz. Gleichwohl glaube ich, dass Fußgängerzonen nach wie vor ihre Berechtigung haben, auch in Lengerich. Allerdings werden sich ihr Bild und ihre Funktion verändern. Inhabergeführte Geschäfte, Geschäfte mit Angeboten, die ich über das Internet nicht abwickeln kann – zum Beispiel Änderungsschneidereien –, das wird zunehmend wichtiger. Zu Lengerich lässt sich sagen, dass die Stadt besser dasteht als viele andere Kommunen. Es gibt zum Beispiel Dienstleister, die gerne kommen würden, aber die kein passendes Objekt finden, weil wir gar nicht so viele Leerstände haben wie viele meinen. Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es überdurchschnittlich viele Geschäfte. Das lässt für die Zukunft hoffen.

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