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Rundgang über die Gesamtschul-Baustelle

Das moderne Lernen nimmt Formen an

Lengerich

Gebuddelt, gebaggert und gebaut wird in Lengerich an einigen Stellen. Die größte Baustelle ist die an der Bahnhofstraße neben den Schulzentrum. Dort entsteht der Gesamtschul-Neubau. Das 30-Millionen-Projekt macht gute Fortschritte, wie sich bei einem Rundgang zeigt.

Paul Meyer zu Brickwedde

Nachdem die Erdarbeiten (oben) abgeschlossen wurden, ist der Gesamtschul-Rohbau Stück für Stück in die Höhe gewachsen. Foto: Stadt Lengerich

Ohne Alexander Osenberg wäre es schwer, sich in dem großen Gebäudekomplex zurechtzufinden. Wo wird einmal die Mensa sein? Wo soll die Technik Platz finden? Wo hat der Hausmeister sein Büro? Wo entsteht das Selbstlernzen-trum? Der Fachdienstleiter Zentrale Gebäudewirtschaft hat auf alles eine Antwort. Kein Wunder, befasst er sich doch von Berufs wegen intensiv mit dem Neubau für die Gesamtschule. Die Noten auf dem „Zwischenzeugnis“ für das 30-Millionen-Euro-Projekt können sich seinen Worten zufolge sehen lassen. Das Vorhaben liege gut im Zeit- und Kostenplan, größere Probleme seien bislang keine aufgetaucht. Auch Corona habe keine nennenswerte Rolle gespielt. „Toi, toi, toi.“

Vor gut neun Monaten gab es den symbolischen ersten Spatenstich. Nachdem dann wochenlang vor allem gebaggert und gebuddelt wurden, begann mit den Rohbauarbeiten vor etwa einem halben Jahr die zweite wichtige Phase. Wie geplant, ist der Bau nun zum Winter dicht.

Außen wird derzeit vor allem an der Fassade gearbeitet. Im Inneren stehen bei der kommenden Etappe Innenputz und Estrich an. Maler- und Bodenarbeiten, der Einbau von Türen und die Installation von Lampen sind weitere Dinge, die bis spätestens Ende 2021 erledigt sein sollen, so Osenberg. Es gehe darum, „technisch fertig“ zu sein, um genügend Zeit für die Schlussetappe bis zum Sommer 2022 zu haben. Die beinhalte natürlich die Möblierung, aber auch TÜV-Abnahmen und genügend Spielraum, um zu testen, ob alles einwandfrei funktioniert und läuft.

Dass es bei den Finanzen momentan solide aussieht, hat nach den Worten des Fachdienstleiters vor allem einen Grund: Ende 2019 seien die Projektplanungen mit allen Beteiligten abgeschlossen und dann in einen „Freeze-Zustand“ versetzt worden. Soll heißen, an ihnen wurde seitdem nicht mehr gerüttelt. Änderungen, die oft kostspielig werden, seien so vermieden worden, erklärt der Verantwortliche der Stadt.

Momentan gibt es jeden Mittwoch eine Besprechung mit allen beteiligten Unternehmen. Für die Projektsteuerung hat sich die Stadt Bauexperten an die Seite geholt. Sein Fachdienst, betont Osenberg, habe mit der Realisierung des Gesamtschul-Neubaus eine große Herausforderung vor der Brust. „Die Motivation ist sehr hoch. Es macht einerseits Spaß, ist andererseits aber auch ziemlich anstrengend.“

Bereits Ende November hat sich der Haupt- und Finanzausschuss mit einer Frage befasst, die durch die Corona-Pandemie stark in den Fokus gerückt ist: Wie soll in der Schule gelüftet werden? Jens Aupers vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Münster erklärte, dass der Einbau einer Lüftungsanlage je nach Art mit Mehrkosten von 500 000 bis 700 000 Euro verbunden wäre. Der Experte erklärte weiter, dass er eine Anlage jedoch nicht für notwendig halte und das geplante Konzept (Fensterlüftung) für gut und ausreichend erachte. Er warnte zudem davor, einen Schulbau „mit Technik zu überfrachten“. Alexander Osenberg ergänzte jetzt vor Ort, dass in bestimmten Bereichen wie etwa der Mensa natürlich für Abluft gesorgt werde.

Der Bereich, in dem die Schüler einmal Essen sollen, hat momentan eher etwas Hallenhaftes. Hohe graue Wände prägen das Bild, hier und da verlaufen Kabel. Die großen Fenster verraten immerhin schon einmal, dass viel Tageslicht ins Innere fallen wird. Ähnlich ist es beim Selbstlernzentrum. Osenberg erklärt, dass durch die Möblierung eine gänzlich andere Atmosphäre geschaffen werde als die momentan herrschende betongeprägte kühle Sachlichkeit, zeigt, wo einmal eine Bibliothek Platz finden soll und wo eine Glaswand als Grenze zum Flur und Eingangsbereich dienen soll. Immerhin, im Gebäude lässt sich eine Raumnutzung mittlerweile auch für den Baulaien einwandfrei identifizieren: In den Toiletten sind erste Dinge installiert, die keine Zweifel aufkommen lassen, welchen Zweck sie haben.

Die Struktur des Neubaus wird unübersehbar geprägt durch die drei sogenannten Jahrgangshäuser. In ihnen sollen die Klassen 5 und 6, 7 und 8 sowie 9 und 10 zusammengefasst werden. Im Wesentlichen seien diese Gebäudeteile identisch, erläutert Osenberg. Beim Blick auf das große Ganze betont er zudem noch eines: Der Stadt gehe es nicht um einen architektonischen Vorzeigebau. Wichtiger sei vielmehr, das Geld so zu investieren, dass es den Schülern zugute kommt.

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