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Online anmelden für den 24. Februar

Demonstrieren für den Frieden

Lengerich/Ladbergen/Osnabrück/Münster

Wer sich an der geplanten Menschenkette am 24. Februar zwischen Osnabrück und Münster beteiligen will, kann sich mittlerweile online anmelden. Die Strecke soll auch durch Lengerich und Ladbergen führen.

Von Wilfried Hinrichs

Wie 2003 wollen die beiden Friedensinitiativen aus Osnabrück und Münster am 24. Februar 2022 eine Menschenkette für den Frieden zwischen den Rathäusern Osnabrück und Münster bilden. Foto: Mareike Stratmann

Die beiden Friedensstädte Osnabrück und Münster wollen zum Jahrestag des Angriffs auf die Ukraine ein starkes Zeichen für den Frieden setzen. 40 000 Menschen werden dazu gebraucht. Die Vorbereitungen laufen.

Die Aktion ist für Freitag, 24. Februar, von 15 bis 17 Uhr geplant. Die Menschenkette soll um Punkt 16 Uhr geschlossen werden, indem sich die Teilnehmer an den Händen fassen. Am 24. Februar 2022 ließ Kreml-Chef Putin seine Truppen in die Ukraine einmarschieren.

Keine Frage, es ist ein ehrgeiziges Ziel, 40.000 Menschen zu mobilisieren und gleichmäßig auf den 55 Kilometern zwischen den Rathäusern von Osnabrück und Münster zu verteilen. Friedensinitiativen in beiden Städten haben diese Herausforderung angenommen und rufen zur Teilnahme auf. Die Strecke führt auch über Lengerich und Ladbergen.

Wer mitmachen will, kann sich ab sofort auf der Internetseite friedenskette23.de anmelden und einen Streckenabschnitt zwischen Osnabrück und Münster wählen.

Etwa 60 Interessierte, zumeist Vertreter von Organisationen, Vereinen, Initiativen und der Kirchen, stimmten sich bei einem Treffen am Montag in Osnabrück ab, bildeten Arbeitsgruppen und verteilten die Aufgaben. Zu tun gibt es in der Tat noch viel.

Fritz Brickwedde, CDU-Ratsherr und vielfältig ehrenamtlich engagiert, regte an, möglichst alle Schulen in Osnabrück und der Region für die Aktion zu gewinnen. Der beste Weg sei, so Brickwedde, die niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Bündnis 90/Die Grünen) anzusprechen und sie zu bitten, alle Schüler, Lehrer und Eltern zum Mitmachen aufzufordern.

Reinhold Mokrosch, Sprecher des Runden Tisches der Religionen, warb dafür, auch die Religionsgemeinschaften ins Boot zu holen. Die Kirchen machen auf jeden Fall mit, wie Superintendent Joachim Jaska und Norbert Kalinsky von der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen (Ackos) fest zusagten. Jeska äußerte augenzwinkernd: „Wir haben über 50 000 Gemeindemitglieder. Wenn alle mitmachen, haben wir die Kette stehen.“

Transport der Teilnehmer als Herausforderung

Eine logistische Herausforderung stellt der Transport der Menschen dar. Die Teilnehmer müssen auf der 55 Kilometer langen Route möglichst gleichmäßig platziert werden. Dazu sollen Busse eingesetzt werden. Die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) hat ihre Unterstützung zugesagt.

Die Menschenkette für „Frieden, Gerechtigkeit, Klimaschutz“ bettet sich ein in die Feierlichkeiten zum 375. Jahrestag des Westfälischen Friedens. Johannes Bartelt, Sprecher der Osnabrücker Friedensinitiative Ofri, erhofft sich, dass die Demonstration auch international als Zeichen gegen alle kriegerischen Auseinandersetzungen auf dieser Welt wahrgenommen wird.

Teilnehmer werden gebeten, auf Nationalflaggen und Parteizeichen zu verzichten. Die Aktion soll nicht für bestimmte politische Ziele oder Positionen vereinnahmt werden. Was beim Vorbereitungstreffen schon deutlich wurde: In der Kette werden sich vermutlich Menschen die Hand reichen, die gegensätzliche Ansichten über den Weg zum Frieden vertreten. Hier jene, die mehr Waffen an die Ukraine liefern wollen. Dort welche, die Frieden ohne Waffen schaffen wollen und auf rasche Friedensverhandlungen drängen.

„Ein gemeinsames Zeichen setzen“

Der offizielle Aufruf der Friedensinitiativen Osnabrück und Münster ist daher allgemein gehalten: „Wir rufen die Menschen auf, ein gemeinsames Zeichen zu setzen für den Wunsch auf die weltweite Niederlegung der Kriegswaffen, auf Verhandlungen mit dem Ziel des dauerhaft friedlichen, demokratischen Zusammenlebens, auf weltweite Abrüstung, insbesondere die Abschaffung der Atomwaffen unter Aufsicht der Vereinten Nationen, auf die Konzentration der Ressourcen und auf den Schutz von Klima und Umwelt sowie den Einsatz für das Recht aller Menschen auf ein menschenwürdiges Leben.“

Die Osnabrücker Organisatoren kümmern sich um den Streckenabschnitt zwischen Osnabrück und Ladbergen, den Münsteranern obliegt der Abschnitt ab Ladbergen bis zum Prinzipalmarkt. Beide Städte unterstützen die Aktion, sind aber nicht Veranstalter.

Es ist das zweite Mal, dass eine menschliche Brücke zwischen den Friedensstädten geschlagen wird. Am 29. März 2003 bildeten 35.000 Menschen aus Protest gegen den Irak-Krieg eine Kette zwischen den Friedenssälen.

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