1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Lengerich
  6. >
  7. „Der Bedarf ist immens“

  8. >

Nachfrage nach Schwimmkursen kann nicht befriedigt werden

„Der Bedarf ist immens“

Lengerich

Die Nachfrage nach Schwimmkurs-Plätzen ist größer als das Angebot. Das machen Tilo Frömmel von der Bäder- und Wasser GmbH und Silke Bauer vom TV Lengerich deutlich. Kurse zur Wasserbewältigung sind ebenso ausgebucht wie Seepferdchen-Kurse.

Restlos ausgebucht sind die Wasserbewältigungs- und Seepferdchen-Kurse des TVL. Foto: DLRG

Ende Juli berichteten die Westfälischen Nachrichten, dass es, wie vielerorts, auch in Lengerich eine große Nachfrage nach Plätzen in Schwimmkursen gibt, das Angebot diesem Boom nach den Sommerferien allerdings kaum würde gerecht werden können. Diese Prognose der Verantwortlichen hat sich bestätigt, wie Gespräche mit Tilo Frömmel von der Bäder- und Wasser GmbH (BWG) und Silke Bauer vom TV Lengerich zeigen.

Nach wie vor sei der Bedarf „immens hoch“, sagt Bauer, und der Druck der Eltern ebenfalls. Die wünschten sich, dass ihre Kinder mit dem Eintritt in die Schule das Schwimmen beherrschen. Somit ist es kaum überraschend, dass sie für die Wasserbewältigungs- und Seepferdchen-Kurse des TVL vermeldet, dass diese allesamt ausgebucht sind.

Seit Ende September/Anfang Oktober liefen auch wieder die Kurse der BWG, berichtet Betriebsleiter Frömmel. Er spricht ebenfalls von einer „unheimlich hohen Nachfrage“. Gleichzeitig ist es Aufgabe der Bäder- und Wasser GmbH, alle Interessen unter einen Hut im Schwimmbad zu bekommen.

Da wären die normalen zahlenden Besucher, dann die Grund- und weiterführenden Schulen, die Vereine und andere Nutzer wie etwa Rehagruppen. Hinzu kämen die Einschränkungen im Badbetrieb durch die Corona-Krise. Eine Gemengelage, die es in sich habe, wie Frömmel offen einräumt. Denn die Pandemie-Regeln hätten zur Konsequenz, dass beispielsweise beim Schulschwimmen zeitgleich weniger an Unterricht möglich sei als zu Vor-Corona-Zeiten. „Da konnten auch schon mal zwei Schulen zeitgleich im Bad sein“, erklärt der Betriebsleiter. Eine Folge: Die Bäder- und Wasser GmbH bietet derzeit ausschließlich Kurse für Nichtschwimmer an, aber keine Aufbaukurse mehr. Eine andere: Weil sich inzwischen eine Art Rückstau gebildet hat, melden die Grund- und sogar auch die weiterführenden Schulen mehr Kinder, die nicht schwimmen können. Das wiederum führe zu einem erhöhten Unterrichtsbedarf. Deshalb habe man die Zeiten für die Schulen ausgeweitet, sagt Frömmel.

Für den Winter kündigt er Gespräche mit dem Kreis und der Stadt an. Zum einen solle da die Ist-Situation beleuchtet werden, zum anderen gehe es um die vom Land für das kommende Jahr vorgesehene Anpassung der Lehrpläne. Die werden nach Angaben des Verantwortlichen des Badbetreibers dazu führen, dass Schulen noch mehr Zeiten für den Schwimmunterricht benötigen werden. Frömmel glaubt, dass es dann nicht ohne Einschränkungen an anderer Stelle gehen wird. Welche das sein könnten? Frömmel legt sich nicht fest und will den Gesprächen nicht vorgreifen. Aber zwei Optionen nennt er: ein Zurückfahren der Zeiten für den öffentlichen Badbetrieb und ein Besuchsrecht ausschließlich für Lengericher, da die Stadt das Schwimmbad ja finanziere. Schon jetzt habe man angesichts der Engpässe entschieden, keine weiteren Anbieter etwa mit Blick auf Wassergymnastik zuzulassen. Was auch immer entschieden wird, Frömmel ist sich sicher, „eineinhalb Jahre Stillstand werden lange nachwirken“. Das lässt sich auch an dem ablesen, was Silke Bauer für den TVL feststellt: Die Warteliste sei momentan so lang, dass für die nächsten sechs Monate kein weiterer Bedarf an Schwimmschülern bestehe. „Wir würden ja gerne mehr machen, aber es fehlen die Zeiten und es fehlt das Personal.“

Startseite
ANZEIGE