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Nachdenken über ein Stadtentwicklungskonzept

Der Blick fürs Ganze

Lengerich

Eigentlich ging es in der Sitzung des Planungsausschusses um Satzungsbeschlüsse für Bebauungspläne. Doch dann kam es zu einer sehr grundsätzlichen Debatte und zu der Ansage der Verwaltung, dass über ein Stadtentwicklungskonzept nachgedacht werde.

Paul Meyer zu Brickwedde

Soll die gesamte Stadt in den Fokus genommen werden oder nur der zentrale Bereich? Diese Frage wird unter anderem zu beantworten sein, wenn es um das Erstellen eines Konzeptes geht. Foto: Stadt Lengerich

Wird für Lengerich ein Stadtentwicklungskonzept erstellt? Diese Frage ist am Donnerstagabend im Planungsausschuss erörtert worden. Die Verwaltung kündigte in Person des Beigeordneten Frank Lammert an, darüber bald mit der Politik eine „intensive Diskussion“ führen zu wollen.

Anlass für die Debatte war die Beratung über mehrere Satzungsbeschlüsse für Bebauungspläne. Dabei geht es um zentrale Bereiche in der Innenstadt zwischen Rathausplatz und Wapakoneta-Platz. Ulrich Weiß von den Grünen hatte daran grundsätzlich zwar nichts zu kritisieren, stellte aber mit Blick auf die Fußgängerzone fest, dass ein Gesamtkonzept und eine größere Beteiligung der Öffentlichkeit fehle. Seine Einschätzung: „Wir lassen uns von Tagesereignissen leiten.“

Unterstützung unter anderem von SPD-Mann Karl-Heinz Horstkotte, der zu bedenken gab, dass bei einem solchen Gesamtkonzept auch über Wege- und Straßenführungen und die Zukunft des Feuerwehrhauses nachgedacht werden sollte. CDU-Fraktionschef Klaus Reiher sprach sich nicht grundsätzlich gegen eine Grundsatzplanung aus, stellte jedoch fest, dass keine unrealistischen Planungen entstehen dürften und immer eine enge Abstimmung mit Investoren nötig sei.

Gegenüber den Westfälischen Nachrichten erläuterte Frank Lammert gestern die augenblicklichen Gedankenspiele in der Verwaltung. Demnach scheint klar zu sein, dass eine größere Grundsatzplanung auf den Weg gebracht werden soll. Es könne um ein sogenanntes integriertes Handlungskonzept gehen, das sich zum Beispiel den Themen Verkehr, Aufenthaltsqualität und Gastronomie im Zentrum widme, es könne aber auch um ein umfassendes Stadtentwicklungskonzept gehen, das über die Grenzen des Zentrums hinausreicht und auch mehr Aspekte (zum Beispiel Gewerbe, Tourismus, Bildung) in den Fokus nimmt.

Wie die Aufgabe angepackt werden soll, darüber könne mit der Politik vielleicht schon im Januar erstmals gesprochen werden. Vorstellbar sei, so der Beigeordnete weiter, dass sowohl ein Gesamtkonzept als auch ein integriertes Handlungskonzept erstellt werden, parallel oder auch nacheinander.

Lammert glaubt, dass vor allem eine Frage wichtig ist, wenn es darum geht, eine Entscheidung zu treffen: „Wie viel Zeit haben wir?“ Das sagt er mit Blick auf aktuelle Entwicklungen in der Innenstadt und nennt als Beispiel das Markt-Carré. Angesichts dieser Lage könnten zwei Jahre vielleicht schon zu lang sein.

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