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Stadt muss in Brücken über Eisenstrecke investieren

Der Fahrplan fehlt noch

Lengerich

Der Zustand von Brücken ist in Lengerich immer wieder ein Thema und nicht nur in Bezug auf die abgerissene Fußgänger- und Radfahrerbrücke zwischen Lienener und Bahnhofstraße. Die Stadt hat aktuell drei Bauwerke im Blick, bei denen Handlungsbedarf besteht.

Von Michael Baar

Die Brücke Hohner Mark gehört zu den drei Bauwerken, bei denen die Stadt Handlungsbedarf sieht. Foto: Michael Baar

Eine Brückenhauptprüfung steht alle sechs Jahre an. Für die Fußgängerbrücke über die Bahn in Hohne bedeutete dieser Check das Aus. Vor zwei Jahren wurde sie abgerissen, weil sie nicht mehr verkehrssicher war. Ob an der Stelle eine neue Brücke gebaut wird? Die Entscheidung steht noch aus. Allerdings haben über 1000 Unterschriften schon vor zwei Jahren deutlich gemacht, dass viele Menschen auf eine Querung – egal ob als Fußgängerin oder Radfahrer – nicht verzichten wollen.

Unter die Lupe genommen wurden damals drei weitere Eisenbahnbrücken: Hohner Damm, Hohner Mark und Iburger Straße. Außen vor blieb das Bauwerk an der Talstraße. Das war in den Jahren 2014/2015 für knapp 400 000 Euro saniert worden.

Handlungsbedarf besteht für die drei anderen Brücken. Der Druck zu Handeln wurde größer, als am 5. Juni vergangenen Jahres ein tonnenschweres Teil einer baugleichen Brücke in Westbevern auf die Bahnstrecke Münster-Osnabrück stürzte. Eine Sonderprüfung der drei Lengericher Brücken wird veranlasst. Ergebnis: Die Kappen müssen mit Gegengewichten gesichert werden. Das hat rund 3000 Euro pro Brücke gekostet und ist zügig umgesetzt worden.

Der im Spätherbst 2019 vorgestellte Fahrplan der Verwaltung hatte vorgesehen, dass mit der Brücke am Hohner Damm begonnen wird – im Jahr 2021. Doch daraus wird wohl nichts. „Wir warten auf eine Rückmeldung der Bahn“, sagt Holger Lange auf Nachfrage der WN. Für die Reparatur der Bauwerke ist eine Sperrpause im Bahnverkehr unerlässlich.

Ohne eine entsprechende Nachricht der Bahn sind der Stadt die Hände gebunden. „Wenn wir den Termin der Sperrpause kennen, können wir die Arbeiten ausschreiben“, erläutert der Fachdienstleiter Straßenbau in der Stadtverwaltung den Zusammenhang. In der Ausschreibung wird der Termin für die Arbeiten fest vorgegeben.

Dass die Zeit zwischen Information über und Zeitpunkt der Sperrpause dafür zu knapp ausfallen könnte, glaubt er nicht. „Die Bahn weiß auch, dass Ausschreibungsverfahren eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen“, sieht er darin kein Problem.

Dafür könnten zwei andere Dinge die Planungen massiv beeinflussen: Zum einen die rasant gestiegenen Kosten für Baumaterial. Wobei Holger Lange in dem Punkt vorerst gelassen bleibt: „Was es letztendlich kosten wird, zeigt die Ausschreibung.“ Kalkuliert hat die Stadt vor zwei Jahren mit jeweils rund 500 000 Euro für die Bauwerke Hohner Damm und Hohner Mark.

An den schlimmsten anzunehmenden Fall mag der Fachdienstleiter nicht denken: Der Termin für die Sperrpause steht, aber bei der Ausschreibung findet sich kein Unternehmen, weil alle Firmen mehr als ausgelastet sind.

Die nächste Hauptprüfung an der Brücke Hohner Damm steht im Jahr 2024 an. Bis dahin, davon geht er aus, sind Abplatzungen an den Kappenoberseiten, Absackungen im Bereich der Bauwerkanschlüsse, verrostete Schrauben beseitigt und Brüstung sowie Geländer erneuert.

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