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Josef Merschformann hat ein Herz für (freiwillige) Helfer

Der gute Mensch von Lengerich

Lengerich

Nicht zum ersten Mal hat Gastwirt Josef Merschformann hilfsbereite Menschen bekocht, ohne dafür einen Cent in Rechnung zu stellen, als er vor knapp eineinhalb Wochen 40 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, die mit der Beseitigung von Sturmschäden beschäftigt waren, mit Erbsensuppe versorgte.

Von Joke Brocker

Wehrführer Thorsten Budzinski (r.) bedankte sich jetzt bei Josef Merschformann, Inhaber des Centralhofes, der die Feuerwehrleute in der Sturmnacht bekocht hatte. Foto: Joke Brocker

Das Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen und (freiwilligen) Helfern zu danken, ist Josef Merschformann quasi in die Wiege gelegt worden. „Ich komme aus einem Marienwallfahrtsort. Da hilft man seinen Nachbarn“, sagt der aus Eggerode stammende Inhaber des Centralhofes. Am Sturmwochenende vor fast eineinhalb Wochen hat er – wieder einmal – bis tief in die Nacht in seiner Restaurant-Küche gestanden und für die Lengericher Feuerwehr gekocht.

Schon donnerstags, als sich abzeichnete, dass heftige Stürme der Feuerwehr einen arbeitsintensiven Freitag bescheren würden, hatte er sich darauf eingestellt, Erbsensuppe für zehn Einsatzkräfte zu kochen. Am Freitag vervierfachte sich deren Zahl. Kein Problem für den gelernten Koch, der einfach ein paar Portionen mehr kochte und die Erbsensuppe höchstpersönlich ins Gerätehaus brachte. Nach 22 Uhr stellte er sich noch einmal an den Herd, um 50 Schnitzel nebst Beilagen für die geschafften Feuerwehrmänner zuzubereiten. Erbsensuppe wie auch die Beilagen zu den Schnitzeln spendierte der Gastwirt der Feuerwehr. „Für uns ist es toll, nach einem regulären Arbeitstag, dem sich ein langer Einsatz anschließt, bei dem die Jungs an der Motorsäge körperlich hart arbeiten und Hunger haben, etwas Warmes zu essen zu bekommen“, bedankte sich Wehrführer Thorsten Budzinski jetzt stellvertretend für seine Kameraden bei Josef Merschformann. Als Lengericher Bürger sei er Teil einer Gemeinschaft, begründet der Gastwirt seine Großzügigkeit, die während des Schneechaos 2005 auch die Mitarbeiter der Stadtwerke zu spüren bekommen hatten. „Wir hatten noch Gas und konnten kochen. Da habe ich Frikadellen gemacht, die der damalige Werkleiter von Dyckerhoff mit einem geländegängigen Auto zu den Stadtwerken brachte“, blickt Josef Merschformann 17 Jahre zurück. Beim Schneechaos im vergangenen Winter versorgte der Koch Bauhof-Team und Feuerwehr mit Grünkohl und Erbsensuppe.

Und nachdem die Spedition Fehrenkötter in Ladbergen in der Anfangsphase der Pandemie, als Lkw-Fahrer auf den Rasthöfen weder sanitäre Anlagen nutzen noch die Restaurants besuchen konnten, ihre eigenen Sanitärräume zur Verfügung stellte, schmierte Josef Merschformann vier Wochen lang von montags bis freitags Butterbrote, die in Tüten an die Lkw-Fahrer verteilt wurden. Auch mit Lasagne, Erbsensuppe oder Currywurst habe er so um die 70 Fahrer damals versorgt, blickt er auf eine Zeit zurück, in der auch die Gastronomen gebeutelt waren. Auch der Centralhof war damals geschlossen. „Das spielte keine Rolle, ich war ja da“, bemerkt Merschformann.

Was er sich von seiner Selbstlosigkeit verspricht? Merschformann schmunzelt: „Das gibt ein Plus im Karma-Konto.“

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