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Evangelischer Kirchenkreis steht vor einer Pensionierungswelle

„Die Arbeit muss neu organisiert werden“

Lengerich/Tecklen...

Auf den Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg rollt bis zum Jahr 2032 eine Pensionierungswelle bei den Pfarrerinnen und Pfarrern zu. Nachwuchs ist nicht in Sicht. Die Weichen, wie mit dieser Situation umzugehen ist, werden jetzt gestellt.

Superintendent André Ost hat bei der Zoom-Kreissynode nachdrücklich auf die durch sinkende Pfarrerzahlen bedingten Herausforderungen für die Kirchengemeinden hingewiesen. Foto: Christine Fernkorn

Für die Gemeindeglieder der evangelischen Kirchengemeinden wird sich in den nächsten zehn Jahren viel ändern. Superintendent André Ost erläutert das im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten anhand von zwei Zahlen: „Derzeit haben wir 27 Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer im Kirchenkreis. Bis zum Jahr 2032 gehen 22 von ihnen in den Ruhestand.“ Wobei ab 2028 eine Pensionierungswelle durch den Kirchenkreis rollen werde.

Nach den Worten des Superintendenten gehe es heute schon darum zu überlegen, welche Pfarrstellen in Zukunft noch neu besetzt werden können. „Es fehlt schlicht am Nachwuchs“, bringt er das Dilemma auf den Punkt. Der Kirchenkreis hat sich bereits vor drei Jahren auf diese Problematik eingestellt und eine Struktur-Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese orientiert sich am Konzept der Interprofessionellen Pastoralteams. Diese IPT werden von der Evangelischen Kirche von Westfalen als Personalkonzept der Zukunft angesehen.

Im Kirchenkreis bilden die Kirchengemeinden Tecklenburg, Westerkappeln, Lotte, Wersen und Wersen-Büren eine Modellregion. „Wir entwickeln eine Zukunftsvision für die Region“, hat Jörg Oberbeckmann, Synodalassessor und Pfarrer in Wersen das Ziel bei der Kreissynode auf einen griffigen Nenner gebracht.

Auf eines legt André Ost großen Wert: „Wir zwingen Gemeinden nicht in eine Fusion, aber sie werden sich die Dienste von Hauptamtlichen teilen müssen.“ In diesem Zusammenhang betont er, dass die jetzigen Presbyterien der Kirchengemeinden selbstständig bleiben sollen. Woraus sich für ihn klar ergibt, dass die Pfarrer von Hauptamtlichen in der Arbeit unterstützt werden müssen.

„Die Zentrierung auf die Pfarrer wird sich verändern müssen“, stellt er fest. Wer da Unterstützung leisten könnte, darüber hat er feste Vorstellungen: Gemeindepädagogen. „Die werden augenblicklich fast ausschließlich in der Jugendarbeit eingesetzt“, will er diese Fachkräfte künftig für alle Altersgruppen im Einsatz sehen.

Ein weiteres Beispiel ist für ihn die Kirchenmusik. „Ein Kantor oder hauptamtlicher Organist wird in einer Region sonntags nicht in allen Kirchen bei Gottesdiensten Orgel spielen können“, schmunzelt er. Aber bei der Chorarbeit könnte er sich vorstellen, dass da die Hauptamtlichen über ihren jetzigen Wirkungskreis hinaus tätig werden.

„Gemeinden, die selbstständig bleiben wollen, müssen sich selbst verwalten.“ Daran führt aus seiner Sicht kein Weg vorbei. Deshalb sei es wichtig, schon jetzt Kooperationen von Kirchengemeinden anzubahnen, mehr gemeinsam zu machen. „Die Pfarrerinnen und Pfarrer sollen sich auf ihre pastoralen Aufgaben konzentrieren“, spricht er von einer Gestaltungsaufgabe. Nicht nur in der Modellregion, sondern in kommenden Regionen. Beispielsweise die der Kirchengemeinden Ladbergen, Lienen, Kattenvenne und Lengerich.

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