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Erich Knemöller wird 90 Jahre alt

Ehrenämter prägen sein ganzes Leben

Lengerich

Wer Erich Knemöller einen Vereinsmenschen nennt, kann damit kaum daneben liegen. Der Lengericher hat sich vielerorts in der Stadt engagiert und tut es teilweise bis heute. Jetzt wird er 90 Jahre alt.

Von und

Erich Knemöller Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Lengerich hat ihn geprägt, und er hat Lengerich geprägt. Fast durchgehend ein langes Leben lang. Erich Knemöller wird am Freitag 90 Jahre alt. Vielen Bürgern der Stadt dürfte er bekannt sein. Sei es, weil er fast 30 ein Blumengeschäft an der Schulstraße betrieb, sei es, weil er als Lokalpolitiker in Erscheinung trat, sei es, weil er ein äußerst rühriger Vereinsmensch war und ist. Über sich sagt Erich Knemöller: „Ich blicke dankbar auf ein erfülltes Leben zurück.“

Geboren wurde er am 4. Juni 1931 in Lengerich in jenem Haus, in dem auch schon sein Vater das Licht der Welt erblickt hatte. Der Jubilar berichtet, dass die Vorfahren nach dem Weggang von der Knemühle immer in der Stadt gelebt hätten. Als junger Mann habe er seinen Traumberuf ergreifen können, erzählt Erich Knemöller weiter. Er erlernte das Gärtnerhandwerk, arbeitete in Betrieben in Münster und Bielefeld, ging 1955 nach Heidelberg, legte dort seine Meisterprüfung ab und erwarb den Titel „Staatlich geprüfter Wirtschafter für Gartenbau“. Doch schon bald zog es ihn zurück in die Heimat.

Erich Knemöller machte sich selbstständig, und er heiratete 1962. Aus der Ehe mit seiner Frau Renate, geborene Goebel, gingen drei Kinder und fünf Enkelkinder hervor. Heimisch wurde die Familie am Heckenrosenweg, wo ein Haus und auch Produktionsstätten für Blumen und Pflanzen entstanden.

Über sein ehrenamtliches Engagement berichtet Erich Knemöller, dass diese „Karriere“ als Kindergottesdiensthelfer ihren Anfang genommen habe. Daraus erwuchs offenbar große Begeisterung für die Jugendarbeit. Er wurde beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM), dem er seit 75 Jahren angehört, Gruppenleiter, später zweiter und erster Vorsitzender. Für die evangelische Kirchengemeinde übernahm er fast 40 Jahre lang Verantwortung als Presbyter, war Mitglied im Friedhofsauschuss, im Ausschuss „Haus Widum“, Delegierter bei der Kreissynode und der Vertreterversammlung des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis. Und er war maßgeblich beteiligt am Auf- und Ausbau der Jugendbildungsstätte in Tecklenburg.

Auch politisch trat Erich Knemöller in Aktion und war lange für Lengerich aktiv. 1969 wurde er zunächst Mitglied der CDU, gehörte dann ab 1979 20 Jahre lang dem Stadtrat an, arbeitete in mehreren Ausschüssen mit, war Vertreter der Stadt in der VHS-Verbandsversammlung, Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke, des Verwaltungsrates der Stadtsparkasse und des Seniorenbeirates.

In den 1990er-Jahren war er dabei, als es um den Aufbau der Partnerschaft mit Wapakoneta im US-Bundesstaat Ohio ging, flog auch in die Vereinigten Staaten und gehörte dem „Verein zur Förderung der Freundschaft zwischen den Städten Lengerich und Wapakoneta“ 20 Jahre als Vorstandsmitglied an.

Es gab und gibt noch einige weitere Betätigungsfelder Erich Knemöllers. Fehlen dürfen bei der Aufzählung aber auf keinen Fall die Blumen- und Gartenfreunde beziehungsweise der Heimatverein. Den Verein der Blumen- und Gartenfreunde gründete der Gärtnermeister 1958 selbst und stand ihm in den folgenden Jahrzehnten auch vor. 2006 folgte die Eingliederung in den Heimatverein. Dem gehörte Erich Knemöller schon seit 1956 an und stand von 1996 bis 2010 an dessen Spitze. Als die „größte Herausforderung“ bezeichnet er in dieser Zeit den Kauf des heutigen Heimathauses an der Bergstraße und die dann folgenden Sanierung des alten, denkmalgeschützten Gebäudes an der Bergstraße.

Gewürdigt wurde er für sein großes Engagement 1999 mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande durch Bundespräsident Johannes Rau.

Bei der Frage, warum er sich in einem derart großen Ausmaß in das gesellschaftliche Leben eingebracht hat und einbringt, verweist der Jubilar auf die Schrecken des Drittes Reichs und des Krieges, die „bitteren Jahre“ nach 1945, die Not der Vertriebenen und Flüchtlinge. Das hat Erich Knemöllers Denken und Handeln geprägt – bis heute.

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