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Evangelische Gemeinde hilft in der Slowakei

Ein Heim der Hoffnung für Flüchtlinge

Lengerich

Die evangelische Kirchengemeinde im slowakischen Liptovský Trnovec engagiert sich stark für Kriegsflüchtlinge aus der nahen Ukraine. Unterstützung bei dieser Aufgabe erfährt sie aus der evangelischen Gemeinde Lengerich. Bislang sind bereits über 3300 Euro geflossen.

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Die evangelische Kirche von Liptovský Trnovec, rechts das Freizeitheim „Elpis“. Foto: Hans-Ulrich Strothmann

Auf vielfältige Weise helfen Lengericher den Menschen im Ukraine-Krieg vor Ort oder auf der Flucht. Sei es mit Hilfstransporten, mit der Aufnahme von Geflüchteten oder durch Geldspenden. In der evangelischen Kirchengemeinde wird seit Ende Februar für ein konkretes Projekt Geld gesammelt, nämlich für das Freizeitheim „Elpis“ (zu deutsch: Hoffnung) der slowakischen, evangelischen Kirchengemeinde in Liptovský Trnovec in der Westtatra. Die Kontakte dazu entwickelten sich über Pastorin Sigrid Holtgrave, die vor einigen Jahren slowakische Kirchengemeinden besuchte.

Die Kirchengemeinde Liptovský Trnovec, die circa 200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt, hat das gemeindeeigene Ferienheim ukrainischen Flüchtlingsfamilien zur Verfügung gestellt. Fest wohnen dort nach Angaben der evangelischen Kirchengemeinde Lengerich aktuell 22 Frauen und Kinder aus der Ukraine. Die Aufgenommenen seien froh, nahe ihrer Heimat untergebracht zu sein.

„Die Zimmer des Freizeithauses wurden familiengerecht verteilt, so dass jede Familie auch ihre Rückzugsmöglichkeit hat“, heißt es weiter. Für die alltägliche, medizinische und auch seelsorgerliche Betreuung der Menschen sorge die Kirchengemeinde. So sei eine schwangere Frau von der Kantorin der Gemeinde zum Frauenarzt begleitet worden. Und einige Kinder hätten eine akut-ärztliche Behandlung erhalten. Zudem sei für kleine Kinder aus der Ukraine eine Kindergartengruppe mit einer Erzieherin gebildet worden, da es in Liptovský Trnovec keinen Kindergarten gebe. Auch einen Labrador-Hund, der mit drei Erwachsenen und drei Kindern im Kleinwagen fünf Tage aus der Gegend von Kiew bis nach Liptovský Trnovec auf die Flucht mitgenommen worden sei, habe man zum Tierarzt gebracht. Eine Waschmaschine sei angeschafft worden, dazu Bügeleisen, Staubsauger und viele Dinge des täglichen Bedarfs.

Pfarrerin Eva Ščerbáková und Ehrenamtliche aus der Kirchengemeinde kümmern sich laut der Pressemitteilung „engagiert“ um die geflüchteten Erwachsenen und die Kinder. Pastorin Eva Ščerbáková, die in Leipzig Theologie und Betriebswirtschaft studiert hat, spricht außer slowakisch fließend deutsch und russisch. Sie sei die richtige Frau an der richtigen Stelle, um die ihr gestellten seelsorgerlichen, aber auch wirtschaftlichen Herausforderungen dieses Hilfsprojektes anzugehen und zu organisieren, heißt es aus der evangelischen Kirchengemeinde Lengerich. „Liebevoll sorgt sie sich um alle Geflüchteten in dem Freizeitheim. Sie schreibt regelmäßig, was im Haus anliegt und dankt in einer Mail ,für alle Unterstützung in Gebet, Tat und Wort. Das alles sind wichtige Zeichen der geschwisterlichen Solidarität in diesen schweren Zeiten.‘“

Die slowakische Kirchengemeinde erhält nach Angaben der Lengericher Kirchengemeinde für die Unterbringung der Geflüchteten in ihrem Freizeitheim vom Staat nur monatlich 1250 Euro. Die eigene slowakische Kirchenleitung habe 2500 Euro für das Hilfsprojekt auf Kaution gegeben. Die Kirchengemeinde in Liptovský Trnovec sei somit dringend auf Spenden und Unterstützung von außen angewiesen, um ihre Arbeit weiterzuführen.

Bisher wurden laut evangelischer Kirchengemeinde Lengerich bei den Friedensgebeten in der Stadtkirche und bei einem Gottesdienst 1093,92 Euro zusammengelegt und gleich in die Slowakei überwiesen. Beim Konzert des Fördervereins der Kirchenmusik am 20. März sei die Hälfte der Ausgangskollekte und damit 455 Euro an das Hilfsprojekt gegangen. Beim Benefizkonzert am 26. März in der Stadtkirche seien 715 Euro zusammengekommen. Und private Spender aus Lengerich hätten bislang rund 1100 Euro gegeben. Somit seien von Lengerich aus bisher fast 3365 Euro an das Hilfsprojekt geflossen.

Wer das Hilfsprojekt in der Slowakei unterstützen möchte, kann seine Spende bei der evangelischen Kirchengemeinde Lengerich abgeben (

 0 54 81/ 84 63 745). Weitere Informationen erteilt Pastorin Sigrid Holtgrave (

 0 54 81/27 76), die stets aktuelle Informationen aus dem Hilfsprojekt geben kann. Direktspenden können an das Gustav-Adolf-Werk Westfalen überwiesen werden (Sonderkonto bei der KD-Bank Dortmund, IBAN DE63 3506 0190 2101 0110 14, Stichwort: „Flüchtlingshilfe ELPIS Slowakei“).

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