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Versammlung des Vereins „Aktion Würde & Gerechtigkeit“

Ein-Million-Euro-Marke in Sicht

Lengerich

Gegründet worden ist der Verein „Aktion Würde & Gerechtigkeit“ vor etwa vier Jahren, um Arbeitsmigranten aus Ost- und Südosteuropa zu unterstützen. Durch den Ukraine-Krieg kam eine weitere wichtige Aufgabe hinzu. Wie stark die Hilfe für die Bevölkerung in dem Land inzwischen die Arbeit des Vereins prägt, wurde nun während der Jahreshauptversammlung deutlich.

-mba-

Tania Pentcheva unterhielt die Mitglieder zum Ende der Versammlung. Foto: mba

„Wo nicht hingeschaut wird, entwickeln sich Dinge rückwärts. Deshalb werden wir die Finger weiter in die Wunden legen“, versichert Peter Kossen bei der Jahreshauptversammlung des Vereins „Aktion Würde & Gerechtigkeit“. Das permanente Drängen auf Verbesserungen, aufmerksam machen auf Situationen, wo Menschen unter die Räder kommen, bezeichnet der Vorsitzendes nicht nur als Aufgabe des Vereins: „Es ist eine Herausforderung für unsere Gesellschaft.“

Seit seiner Gründung vor gut vier Jahren hat die „Aktion Würde & Gerechtigkeit“ eine rasante Entwicklung genommen. Und auch das selbst gesteckte Aufgabenspektrum hat sich erweitert. Die Unterstützung und Begleitung von Arbeitsmi-grantinnen und -migranten ist die Keimzelle. Und „ein ständiger Kampf“, wie Rechtsanwalt Klaus Körner feststellt. Nach wie vor werde er mit manchmal menschenunwürdigen Tatsachen konfrontiert, wenn es um die Rechte der Arbeitsmigranten gehe. Dass das Land Nordrhein-Westfalen den Verein, der seine Stelle eingerichtet habe, finanziell unterstütze, sei von unschätzbarem Wert. Schließlich ist die Expertise von Klaus Körner landesweit gefragt, hat die Arbeit der „Aktion Würde & Gerechtigkeit“ sich herumgesprochen.

Unmittelbar damit zusammenhängt ein weiterer Aufgabenschwerpunkt: Die Unterstützung der vornehmlich vom Balkan kommenden Arbeitsmigranten bei der Integration. „Wir müssen und wollen Menschen Perspektiven geben“, verdeutlicht Peter Kassen, dass die Zahl derjenigen, die ihre Familien nach Deutschland nachholen, steige. Entscheidend dafür sei die Vermittlung von Deutschkenntnissen. Hier habe der Verein angesetzt und erste Kurse angeboten. Hinzu komme die Begleitung, beispielsweise bei Arzt- oder Behördengängen. Ziel sei es, die Menschen aus ihren prekären in seriöse Arbeitsverhältnisse zu führen.

Seit gut sieben Monaten ist ein dritter Schwerpunkt hinzugekommen, die Ukrainehilfe in Zusammenarbeit mit dem Verein Stützpfeiler.org. Und die hat, so Schatzmeister Hermann Lütkeschümer, nicht vorhersehbare Dimensionen angenommen. Der Wert aller bislang gesammelten und in das vom Krieg gebeutelte Land gebrachten Spenden nähere sich der Eine-Million-Euro-Marke. Was ihn besonders freut: „Das Engagement der beiden Vereine hat sich herumgesprochen, auch das Land Nordrhein-Westfalen hat uns jetzt Unterstützung signalisiert.“ Dank zahlreicher ehrenamtlicher Helfer werde alles Eins zu Eins in die Ukraine gebracht. „Jeder Euro hilft, dass dort ein Kind einen Tag versorgt werden kann.“

Die Formalien im Rahmen der Versammlung waren schnell abgehakt. Die Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt, die anstehenden Satzungsänderungen einstimmig verabschiedet.

Einen besonderen Genuss hatte Angelica Super, die die Geschäftsstelle des Vereins verlassen hat, organisiert. Nach dem offiziellen Teil gab es einen Imbiss mit Spezialitäten aus Rumänien und Bulgarien. Und ein Highlight war der anschließende Auftritt von Tania Pentcheva (Gitarre), Lavinia Dragos (Klavier) und Daniel Muresan (Tuba). Sie spielten abwechselnd rumänische und internationale klassische Musik. Krönender Abschluss war das Konzert für Klavier und Geige, bei dem Daniel Muresan meisterlich die Geigenpartitur auf der Tuba spielte.

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