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Freiwillige Feuerwehr Lengerich zieht erfolgreiche Bilanz

Ein Neuling in knallrotem Gewand

Lengerich

Die Kameraden der Feuer- und Rettungswache Lengerich haben bei ihrer Mitgliederversammlung ein neues Fahrzeug präsentiert, das ein 35 Jahre altes Löschfahrzeug ersetzt und dem Vorgänger mit aktueller Technik weit voraus ist.

Von Brigitte Striehnund

Bügermeister Wilhelm Möhrke (kleines BiIld, links) überreichte den Schlüssel für das neue Löschfahrzeug an Feuerwehrchef Thorsten Budzinski.

Nach einer Pause wegen der Corona-Pandemie trafen sich die Kameraden der Feuer- und Rettungswache Lengerich am Freitagabend in der Feuer- und Rettungswache zur Verbandssitzung für die Jahre 2019 und 2020 sowie zur Mitgliederversammlung. Thorsten Budzinski, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, begrüßte etwa 70 Kameraden sowie Gäste aus Politik und Verwaltung. Bürgermeister Wilhelm Möhrke verwies in seinem Grußwort darauf, dass aufgrund von Bränden und der Starkregenereignisse im Süden Nordrhein-Westfalens zahlreiche Einsätze erforderlich geworden waren. „Unsere Feuerwehrleute gewährleisten überwiegend ehrenamtlich die Sicherheit der Bevölkerung“, so Möhrke. Er dankte ihnen dafür, dass sie immer für die Allgemeinheit da sind.

Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier freute sich, wieder „unter Blauröcken in Präsenz“ zu sein. Er erinnerte an die verheerende Gasexplosion im Februar 2020 in Lienen, bei der ein 19-jähriger Feuerwehrmann in den Trümmern des Hauses verschüttet wurde und starb. Schulter an Schulter mit der Lienener Wehr hatten die Lengericher unter Einsatz des eigenen Lebens weitere verletzte Personen gerettet. Dafür gebühre ihnen großes Lob. Dieses galt ebenso für die Hilfsaktionen nach der Hochwasserkatastrophe. Der Kreis Steinfurt stellte dabei seine Leistungsfähigkeit mit 650 Kräften und 1500 „Mann-Tagen“ unter Beweis, erklärte Meier.

In seinem Jahresbericht listete Budzinski den Mitgliederbestand auf, der sich zwischen Januar und Dezember 2020 von 159 auf 170 erhöht hat. Zur Feuer- und Rettungswache Lengerich gehören derzeit 40 hauptamtliche Kräfte, die überwiegend im Rettungsdienst beschäftigt sind. „Wir sind keine Berufsfeuerwehr“, stellt der stellvertretende Leiter Stefan Lauxtermann fest. 2020 standen insgesamt 324 Einsätze zu Buche, 70 mehr als im Jahr zuvor.

Die Beförderungen und Ehrungen nahmen Thorsten Budzinski und Manfred Kleine Niesse vor. Der erste Vorsitzende des Verbandes der Feuerwehren im Kreis Steinfurt dankte noch einmal im Namen der Einwohner der von der Flut betroffenen Gebiete für die tatkräftige und finanzielle Unterstützung. „Wir haben gesehen, dass Gemeinschaft in Deutschland funktioniert“, sagte er rückblickend.

Auch Budzinski hatte eine ganze Reihe von Dankesbezeugungen auf dem Zettel. Zuallererst natürlich an die Feuerwehrkameraden und deren Familien, aber auch an Rat, Verwaltung, Verband und Arbeitgeber. Einen Höhepunkt der Veranstaltung hatte er sich bis zuletzt aufgehoben. Nach 35 Jahren Einsatzzeit wurde das Löschfahrzeug LF16TS außer Dienst gestellt und durch ein LF10 der Firma Schlingmann aus Dissen ersetzt. Es sei dem Altfahrzeug aus dem Baujahr 1986 weit überlegen und auf dem neusten Stand der Technik, erläuterte der Wehrleiter anhand der technischen Ausrüstung.

In einer eindrucksvollen Inszenierung rollte das Fahrzeug unter musikalischer Begleitung in die Halle. „Ich freue mich, dass Verwaltung und Politik an einem Strang gezogen und die Anschaffung zum Schutz der Bevölkerung ermöglicht haben“, unterstrich Wilhelm Möhrke bei der Übergabe des Schlüssels an Thorsten Budzinski. Der Vorführung folgten auch die Fraktionsvorsitzenden Andreas Kuhn (SPD), Hartmut Grünagel (CDU), Annegret Engelhardt (Bündnis 90/Grüne) und Jens Kröger (FDP).

Zukunftsaufgaben sind die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs TLF1, Mitgliedergewinnung und der Neubau des Feuerwehrgerätehauses. Bereits zum Jahresende 2021 wird komplett auf rote Uniformen umgestellt.

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