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Kostenloses Parken: Dezember-Regelung sorgt für Missverständnis

Ein unerwartetes Knöllchen

Lengerich

Das Parken ist in der Innenstadt im Dezember kostenlos, das wurde jüngst vom Hauptausschuss beschlossen. Das heißt aber nicht, dass dort, wo eine Parkscheibe erforderlich ist, auf diese verzichtet werden kann. Diese Erfahrung musste jetzt ein Lengericher machen.

Paul Meyer zu Brickwedde

Nur dort, wo normalerweise Parkgebühren erhoben werden, greift die Sonderregelung. Andernorts muss weiter die Parkscheibe genutzt werden, so sie denn gefordert wird. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

„Von den Socken“ gewesen ist nach eigenen Worten ein Lengericher, der am Donnerstag auf dem Parkplatz am Aldi-Markt an der Tecklenburger Straße ein Knöllchen bekommen hat. Zehn Euro will die Stadtverwaltung nun von ihm haben. Dabei sei das Parken in diesem Monat doch frei, moniert der Mann und verweist auf einen Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses von Ende November.

Das Gremium hatte vor eineinhalb Wochen wie berichtet entschieden, dass in der Innenstadt im letzten Monat des Jahres keine Parkgebühren fällig werden. Und genau das ist der entscheidende Punkt im beschriebenen Fall, erklärt Martin Pogrifke, Leiter des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung bei der Stadt: Die Regelung gilt nur für jene öffentlichen Parkplätze, wo normalerweise gezahlt und ein Ticket gezogen werden muss, wie zum Beispiel auf dem Marktplatz an der Seilergasse.

Anders die Situation auf jenen Parkplätze, wo Pkw-Fahrer aufgefordert sind, eine Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe zu legen. So ist die Regelung beim Aldi an der Tecklenburger Straße oder beispielsweise auch bei Rewe an der Wielandstraße. Dort kostet das Abstellen eines Fahrzeugs also so oder so nichts, so lange die Regeln eingehalten werden. Das hat der Lengericher irrtümlicherweise am Donnerstag nicht getan – und hat die Rechnung dafür direkt bekommen.

Martin Pogrifke sagt, dass es zum einen mit sehr viel Aufwand verbunden gewesen wäre, auch diese Parkplätze mit in die Befreiung hineinzunehmen. Zum anderen, und das ist wesentlich, solle es natürlich vermieden werden, dass diese Stellflächen vor Geschäften von Dauerparkern genutzt werden und für Kunden dann womöglich kein Platz mehr sei.

Der Lengericher räumt ein, dass er offenbar einem Missverständnis aufgesessen ist. Er erzählt, dass er oft an der Tecklenburger Straße parke und „akribisch“ darauf achte, seine Parkscheibe zu nutzen. Nur jetzt eben nicht, im falschen Glauben, dass es nicht notwendig sei. Angesichts der besonderen Umstände – „wir haben ja auch Advent“ – hätte er sich erhofft, dass die Stadtverwaltung seinen Fall, den er dort zur Sprache gebracht hat, etwas unbürokratischer behandelt und auf die zehn Euro verzichtet hätte.

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