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Weihnachtsversteher Carsten Höfer im Kulturforum

Ein witziges Geschenk zum Fest

Lengerich

Ein Gentleman des Kabaretts war am Wochenende auf Einladung des Kulturforums der Stadtsparkasse in Lengerich zu Gast. Carsten Höfer erwies sich als Weihnachtsversteher.

Von Detlef Dowidat

Foto: Detlef Dowidat

Abschalten, herzhaft lachen, klatschen, den Abend genießen und zufrieden nach Hause gehen: Der Weihnachtsversteher hat genau das erreicht bei einem vorweihnachtlich gestimmten Publikum. „Ich hoffe, ich konnte an der Humorschraube drehen“, diese Frage bescherte Carsten Höfer tosenden Beifall. Der Kabarettist aus Münster hatte mit seinen augenzwinkernden Tipps zum Weihnachtsfest – und nicht nur dafür – den Lachnerv der Besucher getroffen. Es war für alle, „die entweder Weihnachten lieben oder lieber nicht“, wie es in der Ankündigung des Kulturforums der Stadtsparkasse heißt, ein stimmungsvoller Abend, der Lachmuskelkater hinterließ.

Max Mews, Vorstand der Stadtsparkasse, war sich schon bei der Begrüßung sicher, dass es einen unterhaltsamen Abend geben werde: „Wir haben mit Carsten Höfer einen Gentleman des Kabarett eingeladen, der ein humoriges Auge auf die jährlich wiederkehrenden weihnachtlichen Probleme zwischen Frau und Mann werfen und Lösungen präsentieren wird“. Und dann stand er da, der 1,90 Meter große Gentleman und dominierte im Rampenlicht vor dem voll besetzen Veranstaltungsraum. Er nordete das Publikum gleich in die richtige Stimmungslage. Die Frage, wer ist Weihnachtsfan, beantworteten etwa ein Viertel durch Fingerzeig mit Ja. „Wer ist Weihnachtsmuffel?“ Dazu bekannten sich zwei Besucher. „Der Rest sind dann Weihnachts-Realos, liegen zwischen Fan und Muffel und haben das Fest akzeptiert“, resümierte der Comedian.

Weihnachten sei die Zeit der Liebe. Aber Mann und Frau verstünden darunter allzu oft ziemlich verschiedene Sachen. Höfer teilte das in vier Fragen auf: 1. Lieben Sie Weihnachtsmärkte? 2. Wann, wie und warum wird die eigene Wohnung zum Fest dekoriert? 3. Welcher Baum soll wann und wo gekauft werden? 4. Schenken wir uns was? Fragen, die Mann und Frau oft ganz unterschiedlich beantworten“, so der Kabarettist.

Der sympathische 52-Jährige, gebürtig aus Essen und in jungen Jahren Leistungsschwimmer, bewies auch in Lengerich mit sehr viel Charme und auf nette Weise, dass er sich hervorragend auf intelligenten Humor versteht, der stets oberhalb der Gürtellinie bleibt und niemanden beleidigt. Die einzige Beleidigung des Abends kam von einem Mann in einer vor dem Auftritt von Höfer über die Lautsprecher eingespielten Tonbandaufnahme. Der hatte seine Frau gefragt, ob man sich beim nächsten Weihnachtsfest mal nichts schenkt. Die reagierte gereizt, bis der Mann sagte: „Ich schenke dir einen Spiegel. Dann kannst du sehen, wie du bist. Fett bist du geworden.“

„Wenn sie Weihnachtsfan ist und er Muffel, dann wird das pärchentechnisch schwierig“, stellte Höfer fest. Er riet den Männern dringend davon ab, mit der Frau die Idee zu besprechen, sich nichts zu schenken. „Da kannst du nur verlieren. Am zweiten Advent erst recht, denn sie hat dein Geschenk schon.“

Schlaglichtartig setzte Höfer seine Schilderungen und Empfehlungen fort. Und immer wieder hörte man im Publikum tuscheln: „Das kenn ich. Ist bei uns auch so“. Beispiel gemeinsame Geschenke. Da habe die Frau fast immer den Hut auf. Die könne beispielsweise sagen: „Schatz, wollen wir uns zu Weihnachten nicht eine neue Kommode schenken?“ Da droht schon das nächste Fettnäpfchen. Der Mann dürfe nun bloß nicht sagen: „Ich geh mal im Baumarkt kucken. Da sind welche aus Resopal im Angebot.“ In diesem Satz seien bereits drei Schlüsselwörter, die für Frauen ein No-Go darstellen. Und es könne zu dem Phänomen führen, dass nach mehreren Möbelbesichtigungen die Frau sagt: „Je öfter ich mir die Kommode anschaue, um so besser finde ich sie.“ Das gelinge Frauen beim eigenen Partner leider nicht. „Weißt du, Schatz, je öfter ich dich auf dem Sofa sitzen sehe, umso schöner finde ich dich“, habe er noch nie gehört.

Höfer teilt gut, menschlich humorvoll, nie bösartig aus und bereitet damit – auch durch seine darstellerische Fröhlichkeit – ein pädagogisch wertvolles, witziges Geschenk. „Verstehen und Lachen ist der erste Weg zur Besserung, gerade an Weihnachten“, so der Münsteraner Comedian, der in seinem fast zweistündigen Programm mit großer Situationskomik und treffsicheren Pointen überzeugte. Im stürmischen Schlussapplaus vereinte Höfer schließlich Männer und Frauen – und trug somit auch ein bisschen zum jährlichen Weihnachtsfrieden bei. „Ein klasse Abend“, lobte Besucher Rolf Herrmann und stapfte frohgelaunt wie alle anderen Gäste auch in die eiskalte Lengericher Nacht hinaus.

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