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Gericht hält Aussage für nicht glaubwürdig

Einbruch in Schule: Zehn Monate Haft auf Bewährung

Rheine/Greven/Len...

Die detaillierte Aussage einer jungen Frau hat einem 22-Jährigen aus Greven eine zehnmonatige Haftstrafe auf Bewährung eingebracht. Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass der junge Mann, zusammen mit einem weiteren Täter, in die Gesamtschule Greven eingebrochen ist.

Monika Koch

Das Amtsgericht Rheine. Foto: nn

Wegen Einbruchs in die Gesamtschule Greven am 23. November 2019 stand jetzt ein 22-jähriger Angeklagter aus Greven vor dem Jugendschöffengericht in Rheine. Er bestritt die Tat und behauptete, an dem Tag einem Freund in Lengerich beim Umzug geholfen zu haben.

Ihm drohte der Einzug ins Gefängnis, weil er bei der angeklagten Tat unter Bewährung stand. Aber weder sein Leugnen noch sein Freund konnten das Gericht von seiner Unschuld überzeugen. Nach Anhörung mehrerer Zeugen wurde er nach allgemeinem Strafrecht für Erwachsene zu zehn Monaten mit Bewährung verurteilt. Ihm wurde zudem eine „Geldbuße“ von 2000 Euro auferlegt.

Komplize rechtskräftig verurteilt

Das Gericht hatte „keine Zweifel“ an seiner Tatbeteiligung, wie der Richter in der Urteilsbegründung sagte. Aber es gab ihm wegen der eher „jugendtümlichen Tat“ ohne Beute und der Tatsache, dass er einer festen Tätigkeit nachgehe, eine zweite Bewährungschance. Die Staatsanwältin hatte ein Jahr ohne Bewährung beantragt.

Der Komplize des Angeklagten ist wegen der Tat bereits rechtskräftig verurteilt und sitzt seine Strafe in der Jugendhaftanstalt „Hövelhof“ ab. Er hatte Ausgang und bestätigte, dass der Angeklagte beteiligt gewesen sei. „Wir haben zusammen überlegt, was man in der Schule machen könnte“, sagte er. Sie hätten Fenster aufgehebelt und die Scheibe zum Hausmeistertrakt eingeschlagen. Dort hätten sie einen Laptop und ein Handy gestohlen. Er hätte die Teile verkauft, dem Angeklagten aber nichts von dem Geld gegeben, was er ihm vorher versprochen hätte.

Auszubildende mit Begleitschutz

Belastend war die Aussage einer 20-jährigen Auszubildenden, die mit Begleitschutz kam. Sie sagte, dass beide sie zu Hause abgeholt hätten: „Auf dem Sitz neben mir lag eine Brechstange“. Als sie nach dem Grund fragte, hätten die Jungen ihr von dem Einbruch erzählt. Der Fahrer hätte ihr den Laptop mit einem deutlich sichtbaren Aufkleber nach hinten gereicht. „Ich habe sofort gesagt, den fasse ich nicht an“, sagte sie. An den Tattag erinnerte sie sich genau, weil ihre Mutter Geburtstag hatte. Kurze Zeit später habe sie die Jungen gebeten, sie nach Hause zu fahren.

Dagegen hatte der 21-jährige Freund des Angeklagten aus Lengerich, der ihm ein Alibi geben sollte, keine Chance. Er sagte, dass sie am Tattag die Wohnung renoviert und zusammen bis fünf Uhr morgens gearbeitet hätten. „Sie können dort ja auch später angefangen haben“, verdeutlichte der Richter die Bewertung des Gerichts, die keine Zweifel an der detaillierten Aussage der weiblichen Auszubildenden hatte.

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