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Projekt könnte in die ehemalige AOK-Geschäftsstelle umziehen

Eine Perspektive für „Extra.Klasse“

Lengerich

An der Bahnhofstraße 94, in der ehemaligen AOK-Geschäftsstelle, könnte das Projekt „Extra.Klasse“ ein neues Domizil finden. Die Bodelschwingh-Realschule, in dem „Extra.Klasse“ bislang untergebracht ist, soll im Sommer abgerissen werden.

wn

Das Angebot „Extra.Klasse“ könnte in den Räumen der ehemaligen AOK-Geschäftsstelle an der Bahnhofstraße fortgesetzt werden. Die entsprechenden Gelder stehen zur Verfügung. Foto: Mareike Stratmann

Monatelang war nicht sicher wie es mit dem Projekt „Extra.Klasse“ weitergeht. Durch den bald anstehenden Abriss der Bodelschwingh-Realschule drohten die 25 Schüler, die dort betreut werden, ihre Bleibe zu verlieren und dem Projekt das Aus. Nun ist Ersatz gefunden worden.

„Extra.Klasse“ ist ein Unterrichtsort mit Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, die mit den Mitteln der Regelschule nicht mehr erreicht werden und womöglich keinen Schulabschluss erzielen. In Lengerich gibt es das Angebot seit 2019. Nicht zuletzt auf Initiative der SPD-Fraktion in Lengerich und des Landtagsabgeordneten Frank Sundermann wurden Mittel, Räume und Wege gefunden werden, um auch im kommenden Schuljahr weiterzumachen. „Die Kinder und Jugendlichen, die von diesem Projekt profitieren, brauchen unsere besondere Unterstützung“, kommentiert Sundermann sein Engagement.

In Lengerich besuchen Schüler und Schülerinnen aus den Klassen 7 und 8 „Extra.Klasse“, formal bleiben sie an ihren bisherigen Schulen, bekommen durch die Betreuung in Lengerich aber ein Parallelangebot mit intensivem Lerncoaching und verstärktem Praxisbezug. „Das Projekt gibt ihnen die Chance und nötige intensive Begleitung, um in das Regelsystem zurückzufinden“, sagt „Extra.Klasse“-Leiter Axel Weghorst. Es gehe darum, dass die Jugendlichen nach der Schule nicht in die Arbeitslosigkeit oder Sozialhilfe rutschen.

Der Kreis Steinfurt fördert das Projekt mit jährlich 30 000 Euro. Die Mittel vom Kreis sind laut Pressemitteilung aber nicht ausreichend, um Räume in Lengerich anmieten zu können. Die SPD-Fraktion hat im Stadtrat durchgebracht, dass die nötigen Mittel von 8000 Euro zumindest für die nächsten zwei Jahre in den Haushalt eingestellt werden. „Passende neue Räume konnten mit Unterstützung durch Bürgermeister Wilhelm Möhrke mittlerweile auch gefunden werden“, so Fraktionsvorsitzender Andreas Kuhn. Dem Projekt wurde jetzt die ehemalige AOK-Geschäftsstelle in der Bahnhofstraße angeboten. Sie sei zentral gelegen und bietet laut Kuhn gute Voraussetzungen für „Extra.Klasse“.

„Um das Beratungs- und Unterstützungsangebot weiter auszubauen, gibt es fortlaufend Gespräche mit weiteren Kooperationspartnern. Besonders bieten sich lokale Träger der Jugendhilfe an, die ihr Wissen sowie idealerweise auch Werkstätten für das Projekt zur Verfügung stellen können“, sagt Axel Weghorst. Außerdem sollen weitere Fördermöglichkeiten geprüft werden.

Die Schüler aus der „Extra.Klasse“ kommen überwiegend aus Lengerich, Lienen, Greven, Saerbeck, Lotte, Tecklenburg und Westerkappeln. „Auch weil es in diesen Orten keine Hauptschulen mehr gibt beziehungsweise die Hauptschule in Tecklenburg ebenfalls ausläuft, fehlt der Region ein hauptschultypisches Bildungsangebot, um diese Schülerinnen und Schüler optimal auffangen und fördern zu können“, meint Rita Kolvenbach vom Schulamt des Kreises Steinfurt. In dieser Situation biete „Extra.Klasse“ Kindern, Jugendlichen und deren Familien eine zielführende Unterstützung an.

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