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Corona-Teststationen in Lengerich: Die Nachfrage ist ungebrochen groß

Erst der Abstrich, dann das Shoppen

Lengerich

Die Corona-Situation verbessert sich derzeit auch in Lengerich erheblich. Das Frühjahr mit wärmeren Temperaturen und die zunehmende Zahl der Impfungen sind dafür sich zwei wesentliche Gründe. Aber auch getestet wird zuhauf. In der Stadt gibt es dafür einige Möglichkeiten – und die Bürger nutzen sie nach wie vor in großer Zahl, wie vor Ort zu sehen und zu hören ist.

Von Luca Palsund

Heidemarie Thomas aus Lengerich lässt sich fürs Shoppen testen. Sie spricht ein Lob aus: „Es geht sehr schnell und unkompliziert.“ Die Nachfrage – wie hier an der Teststation auf dem Marktplatz – steigt, deswegen stocken die Teams auf. Foto: Luca Pals

Heidemarie Thomas aus Lengerich möchte Shoppen gehen. Dafür – wie für viele andere Anlässe – braucht sie die Bescheinigung eines negativen Corona-Testes. Diesen gibt es in der Stadt gleich an mehreren Stellen. Eine Umfrage in den Testzentren macht schnell deutlich: Nicht nur in den Arztpraxen, wo geimpft wird, gib es momentan einen immense Nachfrage und viel zu tun, auch die Testangebote werden weiterhin zuhauf angesteuert. Die WN haben sich in der Stadt umgeschaut.

Auf dem Parkplatz an der Alwin-Klein-Straße, wo zwei Mal pro Woche der Wochenmarkt stattfindet, stehen an diesem Tag einige Menschen Schlange. Auf der einen Seite eines Zeltes wartet man noch auf seinen Termin, auf der anderen Seite bereits aufs Testergebnis. Dieses gibt es – wie vom Getesteten gewünscht – bequem per E-Mail aufs Smartphone geschickt oder mit einem ausgedrückten Dokument vor Ort an die Hand. Beides dauert in etwa 15 Minuten – dann ist das Ergebnis da, mit dem auch die Menschen in Lengerich nun wieder in bestimmten Läden einkaufen, zum Friseur gehen oder sogar in der Außengastronomie Platz nehmen können.

Auf letzteres wurde von Seiten der Gastronomen – aber auch so manch einem Liebhaber kulinarischer Köstlichkeiten – besonders hingefiebert. Das Wetter am Wochenende versprach noch nicht den Durchbruch. Deswegen stellte Anne Szekular am Freitag fest: „Die Zahl der Tests steigt zwar ein bisschen an. Viele brauchen ihn für Termine oder die eigene Gewissheit. Aber nur wenige gehen damit jetzt schon essen.“ Im gleichen Atemzug betont sie: „Wir gehen aber davon aus, dass sich das in den nächsten Wochen ändern wird.“ Das könnte zu noch mehr Nachfragen führen.

Der Pflegedienst betreibt zwei Teststationen in der Stadt. Neben der in Hohne (seit Mitte März) auch eine in der Gempt-Halle (seit Mitte April): „Pro Tag haben wir circa 100 Tests. An der Gempt-Halle testen wir außer sonntags jeden Tag.“ Die meisten würden sich im Vorfeld anmelden. Aber natürlich würde bei passenden Kapazitäten auch diejenigen nicht abgelehnt werden, die nicht die Möglichkeit der Online-Buchung wahrnehmen konnten. Szekular: „Das betrifft vor allem die älteren Menschen.“

In der Falken Apotheke an der Bodelschwinghstraße beobachtet Jana Höwelmeyer den Anfang eines Trends: „Mittlerweile werden die Menschen ein bisschen jünger, die sich bei uns testen lassen. Das liegt auch daran, dass viele ältere Menschen – und besonders diejenigen aus den Risikogruppen – bereits geimpft sind.“ Dass die Nachfrage insgesamt gestiegen ist, bestätigt sie: „Wir haben – um dem Anlauf gerecht werden zu können – vier Mitarbeiter in der Schulung.“ Seit dieser Woche werden drei statt zuvor zwei Mitarbeiter für das Testen abgestellt. Mit dem erhofften negativen Ergebnis fährt Grietje Pogrifke nach Hause. Sie freut sich: „Ich wollte unbedingt wieder zum Friseur. Das wurde mal Zeit.“

Bei Höwelmeyer sorgt das für Zufriedenheit: „Es ist einfach schön, wenn sich viele regelmäßig testen lassen. Und für uns ist es toll, einen Beitrag für die baldige Rückkehr zur Normalität zu leisten.“ Zum Job gehört auch immer wieder eine Menge Aufklärungsarbeit. „Uns rufen sehr, sehr viele Menschen an, die sich bei den aktuellen Regeln und dem Vorgehen beim Testen nicht sicher sind. Dann nehmen wir uns aber auch die Zeit. Denn: Wir kennen uns mittlerweile aus, und ich verstehe jeden, der bei den Regeln nicht mehr durchblickt.“

Den Durchblick behalten die eifrigen Tester auf dem Marktplatz. In leitender Position ist hier der 29-Jährige Pascal Schneider. Das junge Team ist mit bis zu 20 Personen im Einsatz, dazu kommt die IT-Arbeit: „Wir haben unsere Software selber entwickelt und sind daher bei technischen Pannen immer direkt dran. Das ist einer unserer Vorteile.“

Die Nachfrage, so Schneider, sei in den vergangenen Tagen gestiegen: „Viele brauchen den Test, um in einen Laden zu kommen.“ Zwischen 300 und 600 Tests täglich sprechen für sich.

Heidemarie Thomas gehört zu denen, die das Angebot in Anspruch nehmen: „Ich wollte mal wieder durch die Geschäfte schauen und shoppen. Dafür nehme ich natürlich auch den Test in Anspruch. Vor allem, wenn es so gut, schnell und unkompliziert wie hier geht.“

Die Teststation auf dem Marktplatz steht seit circa drei Wochen. Nur wenige positive Fälle seien seitdem aufgetreten, sagt Pascal Schneider. Übrigens: Noch ein Beleg für die gestiegene Nachfrage nach Tests: Die Station ist größer geworden. Statt wie zuvor nur eine Teststraße, die die Besucher mit dem Auto oder zu Fuß passieren können, gibt es nun zwei – durch einen Bauzaun getrennte – Durchgänge.

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