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Jahreshauptversammlung mit Hörnerklang des Hegerings Lengerich

„Es geht kraftvoll weiter“

Lengerich

Nach der Coronapause in den Jagdjahre 2020/2021 und 2021/2022 hat der Hegering Lengerich erstmals in seiner Geschichte im Spätsommer seine Jahreshauptversammlung für das Jagdjahr 2022/2023 ausgerichtet.

2021 hat der Hegering Lengerich eine Flugdrohne mit Wärmebildkamera angeschafft. Im laufenden Jagdjahr 2022 sind 266 Hektar Grünlandfläche beflogen worden. 69 Kitze und 15 Junghasen konnten so vor der Mahd gerettet werden, schreibt der Hegering. Foto: Hegering Lengerich

Auf dem Hof Stalljohann eröffnete Hegeringleiter Ernst-August Sieck jetzt nach zweijähriger Corona-Pause eine Jahresversammlung mit 40 Mitgliedern. Das Gebiet des Hegering Lengerich umfasst 9079 Hektar, davon sind 7189 Hektar Felder, Wiesen, Wälder und Gewässer.

Nach der Coronapause in den Jagdjahre 2020/2021 und 2021/2022 hat der Hegering Lengerich erstmals in seiner Geschichte im Spätsommer seine Jahreshauptversammlung für das Jagdjahr 2022/2023 ausgerichtet. Auf der Diele des Hofes Stalljohann in Exterheide begrüßten die Mitglieder unter Hörnerklang auch zahlreiche Schwalben – „stimmungs- und hoffnungsvoller für die bevorstehenden Projekte und Aufgaben des Hegerings geht es kaum“, heißt es im Pressebericht.

Sieben neue Mitglieder

Sieben neue Mitglieder hat der Hegering Lengerich aufgenommen und zählt damit derzeit 125 Mitglieder.

Bei den Neuwahlen wurde Ernst-August Sieck als Hegeringleiter, Dr. Gerd Stall­johann als Stellvertreter, Jürgen Maneke als Kassenwart, Franz Gösling als Schriftwart und Guido Gradel als Schießwart wiedergewählt. Für die Aufgabe als Kassenprüfer wählte die Versammlung Klaus Buddenkuhl neu. Für die Belange um die Prädatorenbejagung und Fallenjagd sind im Hegering Lengerich Wulf Tangermann und Philip Ferlemann verantwortlich. Als Vertreter für die jungen Jäger haben die Mitglieder Henning Schulte bestimmt.

„Treue Mitglieder“, schreibt der Hegering weiter, „sind ein Nachhaltigkeitszeichen des Hegerings“; für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden:

Friedrich Prigge, Dr. Heinz Moehrke, Walter Brundieck und Manfred Stöppel (50 Jahre Mitgliedschaft); Dr. Hermann Werdeling, Jörg Heemann und Horst Meyer-Holtkamp (40 Jahre); Udo Auffahrt, Wilhelm Baumkamp, André Hukriede und Mathias Meyer (25 Jahre). Für die zehnjährige Vorstandsarbeit im Hegering (Bronze Nadel des DJV) wurden Dr. Gerd Stalljohann und Jürgen Maneke geehrt.

Ernst August Sieck (v.l.) ehrte Dr. Gerd Stalljohann, Jürgen Maneke, Friedrich Prigge, Manfred Stöppel, Horst Meyer-Holtkamp und Dr. Heinz Moehrke. Foto: Hegering Lengerich

Der Vortrag „Fallenjagd“ der Mitglieder Wulf Tangermann und Philip Ferlemann beleuchtete die Thematik aus der Sicht der Alltagspraxis und aktueller Fallentechniken vor dem Hintergrund der jetzigen Gesetzeslage. Den Mitgliedern wurde die Funktionsweise von Fallentypen erläutert und vorgestellt.

In vielen Lengericher Revieren sind Jagdfachleute aktiv, zum Beispiel um invasive (eingewanderte) und im hiesigen Naturraum still dominierende Arten, etwa den Waschbären oder das Nutria, durch gezielte Jagdstrategien noch effizienter zu bejagen. Im Hegering Lengerich sind 2021/2022 13 Waschbären und 83 Nutria gestreckt worden. „Ein Zeichen dafür, dass sich diese nicht heimischen Wildarten auch in Lengerich etablieren“, so der Hegering.

Gemeinsame Projekte

Und weiter. „Der Hegering und die Jägerschaft sind im Raum Lengerich zusammen mit den Landwirten an vielen gemeinsamen Projekten beteiligt, um die Artenvielfalt im Stadtgebiet nachhaltig zu fördern. Beispielsweise legten die Landwirte großflächig und jährlich wiederkehrend Blüh-, Deckungs- und Äsungsflächen, Acker- oder Uferrandstreifen an. Hecken wurden angelegt und gepflegt sowie Gewässer schonungsvoll unterhalten – eine fortdauernde und im Dürrejahr 2022 mühsame Arbeit.“

2021 hat der Hegering Lengerich für die laufende Frühjahrs-Kitzrettung eine Flugdrohne mit Wärmebildkamera angeschafft. Im laufenden Jagdjahr 2022 sind 266 Hektar Grünlandfläche beflogen worden. 69 Kitze und 15 Junghasen konnten so vor der Mahd gerettet werden.

Dr. Harald Hänsch stellte die Jagdchronik vor. Es handelt sich dabei um eine 156-seitige bebilderte Abhandlung über den Naturraum Lengerich sowie über die Geschichte des Hegerings im Zeitraum von 1934 bis 2021.

„Die Jahreshauptversammlung hat nach der viel zu langen Corona-Unterbrechung gezeigt, dass es kraftvoll weitergeht, im Heimatbewusstsein der Stadt Lengerich und für seinen Naturraum.“

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