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Podium zum Thema Kalkabbau

Es wird noch abgewogen

Lengerich

Am 20. Februar lädt die Stadt zur Podiumsdiskussion über den „sachlichen Teilplan Kalkstein“ in der Gempt-Halle ein. Vertreter der Bezirksregierung, der Firma Dyckerhoff und der Bürgerinitiative Pro Teuto werden ihre Standpunkte darlegen.

Michael Baar

Wie lange soll im Teutoburger Wald noch Kalk abgebaut werden? Diese Frage beschäftigt nun zunehmend auch die Lokalpolitik in Lengerich. Foto: Michael Baar

„Die Beantragung auf Erweiterung der Abgrabungsflächen in Lengerich und Lienen hat bereits hohe Wellen geschlagen.“ Das schreibt die Stadtverwaltung am Mittwoch in einer Pressemitteilung, mit der auf eine Podiumsdiskussion zum Thema „Sachlicher Teilplan Kalkstein“ am Montag, 20. Februar, ab 19.30 Uhr in der Gempt-Halle hingewiesen wird.

Hohe Wellen hat diese Veranstaltung schon am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss ausgelöst. Der Vorschlag von Anne Engelhardt, die Fraktionen sollten doch bei dieser Veranstaltung ihre Standpunkte zum Thema darlegen, fand bei SPD und CDU wenig Widerhall.

Für die Fraktionssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen ist die Sache klar. „Die Fakten liegen auf dem Tisch, die Parteien können Stellung beziehen.“ So einfach sei das nicht, hielt ihr Andreas Kuhn entgegen. Die SPD befinde sich noch im Meinungsfindungsprozess, erläuterte der Fraktionsvorsitzende. Die Abwägung zwischen den Interessen von Naturschutz und Abgrabungsunternehmen sei noch im Gange.

Kommentar

Das Rätsel aus dem Jahr 1999

Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU, Andreas Kuhn und Klaus Reiher, dürften den Braten gerochen haben, den Anne Engelhardt ihnen unterschieben wollte.

Für Bündnis 90/Die Grünen ist die Haltung zum Antrag der Firmen Dyckerhoff und Calcis (Lienen) klar: Der bei einer Erweiterung drohende Eingriff in FFH-Gebiete ist inakzeptabel.

Dass sich SPD und CDU Zeit nehmen, um eine Position zu finden, ist legitim. Gerade die Podiumsdiskussion zum Thema Kalkabbau ist eine gute Gelegenheit, Argumente der Befürworter und Ablehner zu hören und anschließend abzuwägen.

Was bei der ganzen Diskussion im Vorfeld immer noch ungeklärt ist: Wurde bei der Vereinbarung im Jahr 1999 unverrückbar dokumentiert, dass zum letzten Mal eine Abgrabungsgenehmigung erteilt worden ist? Wenn das bei der Podiumsdiskussion geklärt würde, wäre schon viel gewonnen.

Michael Baar

So sah das auch sein CDU-Kollege Klaus Reiher, der ebenfalls nichts davon hielt, dass die Ratsfraktionen sich präsentieren, wenn deren Position zum Thema noch nicht abgeschlossen sei. Schließlich diene die Veranstaltung ja auch noch der Meinungsbildung.

Bürgermeister Wilhelm Möhrke erinnerte an die Worte, die er zu Beginn des Gesprächs gesagt hatte. Die Stadt sei Veranstalter, habe Vertreter der Bezirksregierung, der Firma Dyckerhoff und der Bürgerinitiative Pro Teuto als Podiumsgäste eingeladen. Die Moderation übernehme Eckard Schlamann. „Wenn die Parteien Stellung nehmen wollen, geht das. Aber nur, wenn das alle wollen“, betonte der Bürgermeister.

Den Hinweis aus den Reihen der SPD und CDU, dass in drei Monaten Landtagswahl sei und das Thema Kalkabbau deshalb bei Stellungnahmen der Parteien im Rahmen der Podiumsdiskussion schnell von der sachlichen Ebene rutschen könnte, wischte Anne Engelhardt beiseite: „Die Parteien können Profil zeigen und sachlich diskutieren, trotz Wahlkampf.“

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