Anlieger beklagen zu schnelles Fahren

Fahrbahnschwellen sind keine Lösung

Lengerich

In der Rembrandtstraße ärgern sich einige alteingesessene Anlieger über das Verhalten von Neuhinzugezogenen. Manche von denen hielten sich nicht an das vorgegebene Tempo 30, seien mit ihren Autos viel schneller unterwegs, heißt es.

In der Rembrandtstraße, die als Siedlungsstraße in einem Bogen von der Straße In den Burwiesen abzweigt und wieder einmündet. wird nach Ansicht von Anliegern zu oft die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern überschritten. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

In älteren Wohnsiedlungen wechseln im Lauf der Zeit die Hausbesitzer. In der Rembrandtstraße, so erzählt ein Anlieger, habe das zu erheblichen Problemen beim Straßenverkehr geführt. „Die knallen da viel zu schnell durch“, kritisiert er im Gespräch mit der WN-Redaktion. Ein Nachbar habe einen der Schnellfahrer mal angesprochen. „Daraufhin wurden ihm Schläge angedroht“, erzählt der Alteingesessene, der deshalb seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Um wieder das vorgeschriebene Tempo 30 in der Straße zu realisieren, schweben ihm verschiedene Lösungen vor: Die Stadt könnte ein Geschwindigkeitsmessgerät aufstellen; es könnten Schweller in die Fahrbahn eingebaut werden; im Boden könnten Sperrpfähle installiert werden, um den Durchgangsverkehr auszubremsen.

Dem Ordnungsamt, so versichert der Lengericher, habe er die Problematik schon vor längerer Zeit mitgeteilt. Und auch bei der Polizei habe er sich gemeldet. Nicht zuletzt auch deshalb, weil auf dem Fußweg zum Spielplatz auch schon mal ein Auto abgestellt werde. „Da kommt dann keiner mehr durch.“ Sein Eigenversuch, einem Autofahrer durch das Absenken der Hand die Bitte zu vermitteln, das Tempo zu reduzieren, sei ebenfalls vergeblich gewesen. „Der hat angehalten und mit gefragt, ob ich von der Polizei wäre. Als ich das verneinte, hat er nur noch ‚was wollen sie eigentlich‘ zu mir gesagt.“

In der Stadtverwaltung ist das Thema bekannt. Allerdings, so heißt es auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten, gebe es auch aus anderen Wohngebieten immer wieder mal Beschwerden über zu schnelles Fahren.

Zu den vom Anlieger gegenüber den WN genannten Vorschläge nimmt Holger Lange, Fachdienstleiter Straßenbau, Stellung. Das mobile Messgerät für einen gewissen Zeitraum aufzustellen, sei kein Thema. Allerdings bezweifelt er, dass dadurch eine dauerhafte Lösung in Richtung angepasste Geschwindigkeit erreicht werde.

Den Einbau von Rüttelschwellen, wie sie beispielsweise vor der Gempt-Halle installiert worden sind, sieht er kritisch. „Die nehmen zwar Tempo raus, bringen aber Lärm rein, weil davor abgebremst wird, es beim Überfahren holpert und anschließend wieder aufs Gaspedal getreten wird“, weiß er aus Erfahrung. „Hinzu kommt, dass die Anlieger, vor deren Haustür die Schwellen installiert sind, davon als Lärm-Leidtragende nicht begeistert sind.“ Immer wieder sei es vorgekommen, dass wenige Wochen nach Installation von Schwellen vehement deren Demontage verlangt worden sei. Auch aus diesem Grund seien von der Stadt in jüngster Zeit keine Schwellen mehr installiert worden.

Die Installation von Sperrpfählen im Bogen der Rembrandstraße hält der Fachdienstleiter aus mehreren Gründen für nicht praktikabel. Zum einen würden Rettungsdienst und Feuerwehr bei Einsätzen möglicherweise gezwungen, die Pfähle erst zu demontieren. „Und für die Müllabfuhr fehlt es dann einfach an Platz, um zu wenden.“

Mit dem Tempo-Messgerät, so erläutert er, könnte zumindest festgestellt werden, wie schnell denn gefahren werde. Schließlich, auch das ein Erfahrungswert, erscheine die Geschwindigkeit eines vorbeifahrenden Autos oft höher, als sie tatsächlich ist.

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