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Feuerwehreinsatz in Lengerich

Frau verletzt sich bei Sprung aus brennender Wohnung schwer

Lengerich

Sie sprang aus dem Fenster ihrer Wohnung im ersten Obergeschoss, während die freiwillige Feuerwehr das Sprungpolster in Stellung brachte: Eine Frau ist am Freitagabend durch einen verheerenden Brand in ihrer Wohnung und durch den Sprung in die Tiefe schwer verletzt worden. Auch der entstandene Gebäudeschaden ist immens.

Jens Keblat

In der Straße „Am Röttgers Busch“ in Lengerich brach am Freitagabend ein verheerender Brand in einem Zweifamilienhaus aus. Foto: Jens Keblat

Als der erste Notruf die Kreisleitstelle am Freitag um 21.48 Uhr erreichte, war die freiwillige Feuerwehr gerade erst bei einem dringenden Einsatz zur Unterstützung der Polizei in nur zweieinhalb Kilometern Entfernung eingetroffen: In der Straße „Am Röttgers Busch“ ist am Freitagabend ein verheerender Brand in einem Zweifamilienhaus ausgebrochen. Eigenen Schilderungen zufolge waren die Bewohner der Erdgeschosswohnung, ein älteres Ehepaar, beim Fernsehen auf das Feuer in der darüberliegenden Wohnung aufmerksam geworden und konnten sich selbstständig in Sicherheit bringen, während Nachbarn das Feuer ebenfalls bereits bemerkt und den Notruf abgesetzt hatten.

Die gemeldete Ausganglage: „Brandgeruch und Hilferufe“ – eine akute Notlage mit Personen in Gefahr. Während sich sofort Einsatzkräfte von der nahegelegenen anderen Einsatzstelle und auch von der nur 1,4 Kilometer entfernten Feuer- und Rettungswache auf den Weg zum Notfallort machten, wurde die Lage für die Bewohnerin der Brandwohnung offenbar bedrohlich. Dem Vernehmen nach soll sie starke Brandverletzungen erlitten haben, zum Schutz ihrer Person und um die inzwischen laufenden polizeilichen Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen, sagte Wehrführer Thorsten Budzinski über die erfolgte Menschenrettung lediglich: „Die Frau ist von der Feuerwehr gerettet worden.“

Die Polizei selbst wird in ihrer eigenen Pressemitteilung deutlicher: „Eine 34-jährige Frau saß im ersten Obergeschoss auf dem Fensterbrett. Noch bevor die Feuerwehr ein Sprungtuch aufstellen konnte, sprang die Frau.“ Warum die Frau sprang, während die Wehrleute das Sprungpolster in Stellungen brachten, ist derzeit unklar. Budzinski betonte auf Nachfrage, dass das Sprungpolster „definitiv zum Einsatz gekommen“ sei.

Photovoltaikanlage bereitet Probleme

Aufgrund der insgesamt erlittenen schweren Verletzungen wurde die Frau mit Notarzt-Begleitung ins Uniklinikum Münster gebracht. Doch damit war der Einsatz vor Ort noch lange nicht zu Ende: Nachdem die Feuerwehr teilweise wohl aufgrund nicht intakter Hydranten anfänglich Schwierigkeiten hatte, eine zweiseitige Wasserversorgung aufzubauen, und nachdem der Ausfall des wehreigenen Hubrettungsfahrzeuges – es sprang schlichtweg nicht an – durch eine Drehleiter aus Greven kompensiert wurde, liefen die Löscharbeiten im ersten Obergeschoss und im Dachstuhl des Wohnhauses längere Zeit auf Hochtouren und mit viel Manpower: „Die Schwierigkeit, die wir hier bei dem Haus hatten, ist, dass das Haus auf der südlichen Seite komplett mit einer PV-Anlage bedeckt war und dass diese PV-Anlage wirkte wie eine zweite Dachhaut“, so Budzinski weiter.

Die großflächige Photovoltaikanlage wurde stark beschädigt und bot dem Feuer im Dachstuhl regelrecht Schutz. Man habe „größte Schwierigkeiten gehabt“, erklärte der Wehrführer weiter, diese großflächige Hürde zu überwinden. Insgesamt sprach Budzinski von einer gerade zu Beginn brenzligen und belastenden Einsatzsituation. Einige Anwohner, die sich in ihren Vorgärten aufhielten, applaudierten den Rettungskräften gar.

Zwei Meerschweinchen gerettet

Eine gute Nachricht: Zwei in der massiv beschädigten Brandwohnung vermisste Haustiere konnten noch gefunden werden. „Trotz längerer Suchzeit (…) konnten wir die Meerschweinchen noch aus der Brandwohnung retten“, sagte Budzinski, der das gesamte Objekt als vorübergehend nicht mehr bewohnbar einschätzte.

Insgesamt waren rund 50 Kräfte im Einsatz, die Ressourcen an Ausrüstung und Personal für den Einsatz unter schwerem Atemschutz seien zum Schluss gar erschöpft gewesen, so Budzinski abschließend. Die Brandwohnung wurde noch in der Nacht beschlagnahmt, die Kriminalpolizei nahm sich noch während der Löscharbeiten der Brandstelle an.

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